#1 La Rochelle
Die Hafenstadt an der französischen Westküste verbindet eine bewegte Vergangenheit mit einer bestens erhaltenen maritimen Architektur und dem entspannten Lebensgefühl am Atlantik. Wer durch die Gassen schlendert, spürt sofort den besonderen Charakter dieses Ortes, der weit mehr zu bieten hat als nur Meeresluft.
Ein Hafen mit Geschichte
Der Vieux-Port bildet das historische Zentrum von La Rochelle. Die markanten mittelalterlichen Wehrtürme tour Saint-Nicolas, tour de la Chaîne und tour de la Lanterne zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung als bedeutender Handelsplatz. Hier lassen sich die Spuren der wechselvollen Geschichte förmlich greifen, etwa die Zeit während des Hundertjährigen Krieges, als die Stadt fast drei Jahrzehnte lang unter englischer Herrschaft stand.
Heute ist die Stimmung eine völlig andere, doch die Region Charente-Maritime gehört nach wie vor zu den beliebtesten Zielen britischer Reisender in Frankreich. Die Gegend wird in zahlreichen Reiseführern von der anderen Seite des Ärmelkanals empfohlen, wie auf diesem Portal (selbstverständlich in englischer Sprache).
Geprägt durch die Belagerung von 1627
La Rochelle erinnert auch an ein einschneidendes Kapitel der französischen Geschichte: die Belagerung durch Ludwig XIII. in den Jahren 1627 bis 1628, mit der die Macht der damals in der Stadt einflussreichen Protestanten gebrochen werden sollte. Das Musée du Nouveau Monde und das Musée protestant beleuchten diese schwierige Ära und vermitteln einen Eindruck davon, wie hart und langwierig eine der folgenschwersten Belagerungen der französischen Historie tatsächlich war.
Unterwegs zwischen Land und Meer
Um das maritime Flair voll auszukosten, bieten sich Spaziergänge entlang der Kais am Vieux-Port oder durch die Arkadengassen der Altstadt an. In der Nähe lockt die plage des Minimes für eine Pause am Wasser, oder du nutzt die Brücke für einen Ausflug auf die île de Ré, die in kurzer Zeit erreichbar ist und eine wunderbare Kulisse für entspannte Stunden bietet.
Kultur und Freizeit
Auch kulturell ist die Stadt gut aufgestellt. Das Aquarium de La Rochelle zählt zu den größten Einrichtungen seiner Art in Europa und ist definitiv einen Besuch wert.
Das Viertel Saint-Nicolas hingegen besticht durch seine künstlerische Ader, kleine unabhängige Boutiquen und alternative Cafés. Es bildet einen charmanten Kontrast zum eher klassischen, altehrwürdigen Stadtzentrum.
Die salzige Note des Atlantiks
In La Rochelle dreht sich kulinarisch alles um das Meer. Zu den Klassikern gehören moules de bouchot (Pfahlmuscheln), frische huîtres de Marennes-Oléron und der Fang des Tages vom zentralen Markt. Als Begleitung empfiehlt sich ein lokaler Weißwein aus den Weinbergen der Charente, der hervorragend mit den maritimen Spezialitäten harmoniert.
Wo essen?
- Bar André (Vieux-Port): bekannt für Meeresfrüchte und fangfrischen Fisch.
- Les Flots (Vieux-Port): gehobene Küche mit direktem Blick auf die historischen Türme.
- La Boussole (Quartier Saint-Nicolas): kreative Gerichte mit internationalem Einschlag.
- Le Comptoir Saoufé (Stadtzentrum): gesellige Atmosphäre und lokale Spezialitäten.
Wo schlafen?
- Hôtel Saint-Nicolas (Quartier Saint-Nicolas): komfortabel, charmant und ganz nah am Hafen.
- Maison des Ambassadeurs (Stadtzentrum): ein Haus mit Charakter in einem historischen Gebäude.
- Résidence New Rochelle (Les Minimes): eine preisbewusste Wahl in unmittelbarer Strandnähe.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die ideale Zeit für einen Besuch erstreckt sich von Mai bis September, wenn das Wetter mild ist und die Sonne scheint. Ein wichtiger Hinweis: Im Juli finden die Francofolies statt, ein bedeutendes Musikfestival, das die ganze Stadt belebt und zahlreiche Besucher anzieht.
Anreise
La Rochelle ist von Paris aus bequem mit dem Zug in etwa 3 Stunden zu erreichen (ab 50 Euro für eine einfache Fahrt zum Normaltarif). Der Flughafen La Rochelle-Île de Ré bietet zudem regelmäßige Verbindungen von verschiedenen europäischen Städten an, insbesondere aus Großbritannien.
Unterwegs vor Ort
Das historische Zentrum lässt sich hervorragend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Zudem verfügt die Stadt über ein effizientes und umweltfreundliches Busnetz sowie kleine Fährverbindungen, die als Pendelverkehr über den Hafen dienen.