#1 Villasimius
Wie schafft es eine Stadt mit 4.000 Einwohnern, sobald die Sonne herauskommt, zehntausende Gäste in ihren Straßen zu begrüßen? Es reicht, den 32 Kilometer langen Küstenstreifen auf sich wirken zu lassen. Villasimius hätte ein beschauliches Fischerdorf in der südsardischen Provinz bleiben können, geprägt von der Schafzucht, doch der Tourismus hat eine andere Richtung eingeschlagen. Am Fuße des Gebirgszugs Sette Fratelli gelegen, ist der Ort mit seinen Stränden, Berggipfeln, der Vegetation und den historischen Überresten zu einer festen Größe in Italien geworden.
Paradiesische Strände
Das Stadtbild entspricht genau dem, was man sich für einen Urlaub wünscht: niedrige, bunte Häuser und Palmen sorgen für eine malerische Kulisse. Es gibt eine Vielzahl an Kunsthandwerksläden und Feinkostgeschäften. Das kulinarische Angebot ist beachtlich: Honig, sardische Weine, Amaretti-Mandelgebäck, formaggelle (Ricotta-Küchlein) und seadas, frittierte Teigtaschen mit Honigfüllung, stehen hoch im Kurs. Der Hafen und die Marina laden dazu ein, sich auf eine Terrasse zu setzen, besonders wenn während der Saison das Leben tobt, vor allem in der rue Umberto. Wenn man diese Straße hinuntergeht, erreicht man Simius mit seinem einen Kilometer langen feinen Sandstrand, dem dem Stadtzentrum am nächsten gelegenen Strand. Insgesamt gibt es etwa zwanzig davon, versteckt in paradiesischen Buchten, umgeben von Felsen und einer üppigen, duftenden Flora. Der Sand variiert von zartrosa bis hin zu feinen Körnern, die an Reiskörner erinnern. Ob über kleine Pfade erreichbar, voll erschlossen oder abgeschieden, die Küste ist beeindruckend. Das Wasser ist glasklar und leuchtet türkis wie in der Karibik, während man beim Schnorcheln, etwa in Campus, eine faszinierende Unterwasserwelt beobachtet.
In diesem Revier ist das Schnorcheln ein Erlebnis, besonders am Capo Carbonara, einem Meeresschutzgebiet mit Panoramablicken wie an der Secca di Santa Caterina, wo der Granitboden 30 Meter in die Tiefe abfällt. Zwei Inseln sind ideal für einen Bootsausflug: l'isola del Cavoli, wo den ganzen Sommer über Prozessionen dekorierter Boote zur versunkenen Madonnenstatue stattfinden, und l'île de Serpentera.
Ein fabelhaftes archäologisches Erbe
Am Strand von Timi Ama thront ein hoher spanischer Turm über der Küste. Die Verteidigungsanlagen von Villasimius sind nicht nur für Geschichtsinteressierte spannend. Archäologen locken Orte wie les domus de Janas, Grabstätten mit megalithischen Gängen. Des nuraghes, die runden Steintürme aus der Bronzezeit, die das Zentrum der nuragischen Zivilisation bildeten, finden sich im Hinterland, wobei das Exemplar bei Giardone einen weiten Ausblick bietet. Drei Kilometer vom Ortskern entfernt steht la Fortezza vecchia, eine kleine Festung aus dem 14. Jahrhundert, auf einem Vorsprung 700 Meter über dem l'étang de Notteri. Le musée archéologique de la ville ist der beste Ausgangspunkt, um sich einen Überblick über die Funde der Region zu verschaffen. In vier Sälen werden Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Münzen ausgestellt. Von der Jungsteinzeit bis zu den Schätzen eines Schiffswracks aus dem 15. Jahrhundert ist die Sammlung faszinierend. Zwischen Traumlandschaften, charaktervoller Gastronomie und einer Küste voller Glanz ist es am Ende Villasimius selbst, das den Besucher in seinen Bann zieht.
Beste Reisezeit
Mit milden Wintern und heißen Sommern bietet Villasimius das ganze Jahr über ein angenehmes mediterranes Klima. Wir empfehlen die Nebensaison, um dem Massentourismus und der extremen Hitze im Hochsommer zu entgehen.
Anreise
Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Cagliari, 65 km entfernt. In der touristischen Saison gibt es zahlreiche Busverbindungen in den Ort. Wer mit dem Boot anreist, landet in verschiedenen sardischen Häfen, von denen aus Villasimius gut erreichbar ist. Mit dem Auto folgt man der Küstenstraße oder der SS 125 var.