Costa Rei besuchen: Das endlose Blau für entspannte Tage auf Sardinien
Wie viele Nuancen von Blau kann das Meer haben, bevor es mit dem Himmel verschmilzt? Genau diese Frage stellt man sich, wenn man die acht Kilometer langen Sandstrände von Costa Rei zum ersten Mal sieht. Hier ist der Horizont die Hauptattraktion, eine perfekte Linie, die dazu einlädt, das Tempo zu drosseln, tief durchzuatmen und einfach in einer Glasklarheit zu baden, die fast unwirklich wirkt.
Costa Rei: Ist hier das einfache Glück zu Hause?
Wenn deine Vorstellung von einem perfekten Urlaub einen erstklassigen Strand, flaches Wasser, das ideal für Kinder ist, und einen vom Sonnenstand diktierten Tagesrhythmus beinhaltet, dann ist die Antwort ein klares Ja. Costa Rei ist das Paradies für Familien und Paare, die komplett abschalten wollen. Es ist das Reiseziel für den klassischen Strandurlaub, bei dem Handtuch und Sonnenschirm im Mittelpunkt stehen, unkompliziert, sicher und landschaftlich beeindruckend.
Wenn du hingegen von einem pulsierenden Nachtleben, extremen Abenteuern oder einem Kulturmarathon träumst, wirst du hier vermutlich nicht glücklich.
Ein Mietwagen ist absolut unverzichtbar, um die umliegenden Buchten und das Hinterland zu erkunden. Das Budget kann im Juli und August deutlich ansteigen, wenn die Ruhe des Ortes durch den hohen Besucherandrang auf die Probe gestellt wird.
Die Küste und ihre Schätze erkunden
Das große Blau, soweit das Auge reicht: 8 km goldener Sand
Der Hauptanziehungspunkt ist der Strand selbst. Eine riesige Bucht, die sich von Porto Pirastu bis zu den Felsen von Sant'Elmo erstreckt. Der Sand ist hell und fein, das Wasser schimmert in karibischen Farben und bleibt über Dutzende Meter flach. Ein endloser Spielplatz für Kinder und ein Ruhepol für Eltern.
Der Strand wechselt sich ab zwischen Bereichen mit Lidos (Strandclubs), in denen man Liegen und Schirme mieten kann, und weitläufigen öffentlichen Abschnitten, an denen du dein Handtuch kostenlos ausbreiten kannst. Der Bereich um Piscina Rei mit seinen hohen weißen Sanddünen ist besonders schön.
Der Tipp vom Experten: Selbst mitten im August genügen 10 bis 15 Minuten Fußweg von den Hauptzugängen aus, um deutlich ruhigere Ecken zu finden. Platz ist hier eigentlich immer.
Abseits des Handtuchs: Geheime Buchten und geformte Felsen
Wer die Umgebung erkundet, entdeckt echte Juwelen. Das berühmteste ist zweifellos der Scoglio di Peppino, ein heller, glatter Granitfelsen, der wie ein gestrandeter Wal zwischen zwei Strandabschnitten liegt. Man erreicht ihn über einen kurzen Pfad oder direkt zu Fuß durch das Wasser. Die kleinen natürlichen Becken, die sich dort bilden, sind ein Traum.
Mit einem Auto erschließen sich dir weitere Wunder:
- Cala Sinzias: Eine prächtige Bucht, gesäumt von Eukalyptus- und Wacholderbäumen, mit renommierten Strandrestaurants.
- Cala Pira: Eine kleine, perfekte Bucht, geschützt durch ein Vorgebirge, auf dem ein aragonischer Turm wacht. Das Wasser ist hier vollkommen ruhig.
Der Tipp vom Experten: Für einen unvergesslichen Tag lohnt es sich, für ein paar Stunden ein Schlauchboot (Gommone) zu mieten. So entdeckst du versteckte Buchten, die vom Land aus unerreichbar sind, und kannst ankern, wo es dir gefällt. Für die kleineren Modelle ist keine besondere Erfahrung nötig.
Das Hinterland: Sardinien von seiner diskreten und wilden Seite
Wenn der Wind auffrischt oder du genug vom Strand hast, ist das Landesinnere der Region Sarrabus eine wunderbare Alternative. Die kurvenreichen Straßen führen durch dichte, duftende Macchia und bieten tolle Ausblicke auf die Küste. Hier erlebst du eine andere Seite Sardiniens, die rauer und authentischer ist.
Für das volle Erlebnis solltest du ein Abendessen in einem Agriturismo reservieren. Dies ist die beste Gelegenheit, um die echte, großzügige und schmackhafte sardische Küche in einer ländlichen, geselligen Atmosphäre zu genießen. Besuche auch die Orte Muravera, der für seine Zitrusfrüchte bekannt ist, oder Castiadas, wo man eine überraschend gut erhaltene ehemalige Strafkolonie besichtigen kann.
Der Tipp vom Experten: Erkundige dich nach den Markttagen in den Nachbardörfern. Das ist der ideale Ort, um Pecorino Sardo direkt vom Erzeuger zu kaufen, dazu sonnengereiftes Obst und traditionelles Gebäck wie die Amaretti.
Wo kann man in Costa Rei essen und trinken?
Die Gastronomie in Costa Rei ist stark auf das Meer ausgerichtet. Es gibt zahlreiche Strandrestaurants, die gegrillten frischen Fisch und einfache, köstliche Pastagerichte wie Fregola con arselle (sardische Teigwaren mit Herzmuscheln) servieren. Für ein authentischeres Erlebnis muss man sich oft ein wenig von der Strandpromenade entfernen.
Gehe nicht weg, ohne den Porceddu (Spanferkel am Spieß) probiert zu haben, das sardische Festessen schlechthin. Die besten Exemplare findest du in den Agriturismi im Hinterland, allerdings meist nur auf Vorbestellung. Dazu passt ein Glas kühler Vermentino oder ein kräftiger roter Cannonau.
Wo übernachtet man in Costa Rei und Umgebung?
Das Unterkunftsangebot ist geprägt von der Vermietung von Villen und Ferienwohnungen, die oft in kleinen Siedlungen mit Garten liegen. Das ist die ideale Lösung für Familien oder Gruppen. Es gibt auch einige große Club-Hotels mit All-inclusive-Angeboten sowie Residenzen mit Pool.
Wer direkt in Costa Rei wohnt, profitiert vom kurzen Weg zum Strand. Für mehr Ruhe und oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis sind die umliegenden Weiler wie Sant'Elmo oder die Dörfer Castiadas und Muravera, die nur wenige Autominuten entfernt liegen, eine gute Wahl.
Wie kommt man nach Costa Rei und wie bewegt man sich fort?
Der nächstgelegene Flughafen ist Cagliari-Elmas (CAG), etwa eine Stunde Fahrt entfernt. Die Mietwagen-Anmietung ist nicht nur zu empfehlen, sie ist absolut unverzichtbar. Es gibt keine effizienten öffentlichen Verkehrsmittel, um den Ort zu erreichen oder zwischen den verschiedenen Stränden zu pendeln.
Vor Ort ist das Parken die größte Herausforderung in der Hochsaison. Die meisten Parkplätze an den Stränden sind kostenpflichtig und die Gebühren können sich summieren. Plane ein Budget dafür ein oder sei bereit, ein Stück zu laufen, um an den Nebenstraßen kostenlose Parkplätze zu finden.