Der Hüter der Traditionen im berühmtesten Fischerdorf der Niederlande
Das Volendams Museum steht seit 1977 im Herzen von Volendam und zeugt von einer Zeit, in der Fischerbnetze vor jedem Haus zum Trocknen hingen und die Tracht zum Alltag gehörte. In diesem geschichtsträchtigen Gebäude reist du zurück in das Volendam von 1850 bis 1950, einer prägenden Epoche, in der sich das Dorf am IJsselmeer zu einem beliebten Ziel für Künstler aus ganz Europa entwickelte.
Warum das Volendam Museum so fasziniert
Dieses von leidenschaftlichen Ehrenamtlichen geführte Haus ist kein staubiges Museum, sondern eine echte Zeitmaschine. Die Sammlungen umfassen Trachten und Schmuck, Fotografien, Gemälde, Skulpturen, Keramiken, historische Interieurs sowie Objekte rund um den Fischfang. Der unbestrittene Star? Das Zigarrenringhaus, ein außergewöhnliches Kunstwerk aus elf Millionen Zigarrenringen, die von einem ehemaligen Mönch zusammengefügt wurden. Diese bunten Mosaike zeigen Denkmäler aus aller Welt und berühmte Kunstwerke.
Werke renommierter Maler wie Henricus Rol und Edwin Austin Abbey stehen neben Fischereiausrüstung und traditionellen Trachten. Dieser Kontrast schafft eine einzigartige Atmosphäre, in der Kunst auf Handwerk trifft und das Schöne mit dem Nützlichen verschmilzt.
Traditionelle Trachten: viel mehr als nur Kleidung
Die Volendamer Tracht (klederdracht) ist weltweit bekannt, und das Museum enthüllt dir all ihre Geheimnisse. Du entdeckst eine beeindruckende Vielfalt an Outfits von Alltagskleidung über Winter und Trauerbekleidung bis hin zum Sonntagsstaat mit Hauben und Accessoires. Jedes Detail hat eine Bedeutung: Die Farbe eines Bandes, die Form einer Haube oder die Anzahl der Knöpfe an einem Mieder verraten Alter, Familienstand und sogar den Charakter der Person, die sie trägt.
Die Frauen trugen diese aufwendigen Gewänder mit stolz geschwellter Brust. Auch die Männer standen in ihren pludrigen schwarzen Hosen und gestreiften Hemden dem in nichts nach. Diese Outfits waren keineswegs nur für Touristen gedacht, sondern fester Bestandteil der Identität von Volendam.
Eintauchen in historische Wohnräume
Das Museum rekonstruiert verschiedene Wohnstuben aus der Zeit von 1815 bis 1920, eine Volendamer Fischereischule, Geschäfte und sogar den Nachbau eines Schiffsbugs, der die Lebensbedingungen an Bord veranschaulicht. In diesen detailgetreu nachgebauten Räumen wird die Härte des Fischerlebens greifbar.
Die Zimmer sind klein, die Betten sind kurz, da man aus Angst vor dem plötzlichen Tod im Schlaf oft aufrecht schlief, und die dunklen Holzmöbel zeugen von einem spartanischen, aber gepflegten Alltag. Delftter Blau ziert die Buffets und bildet den einzigen Farbtupfer in diesen kargen Räumen.
Das Zigarrenringhaus: ein Geduldsspiel
Diese außergewöhnliche Sammlung wurde 1947 begonnen und ist seit 1995 eine der Hauptattraktionen des Museums. Stell dir die akribische Arbeit vor, die nötig war, um elf Millionen kleine bunte Ringe zu Mosaiken zusammenzusetzen, die den Eiffelturm, Windmühlen oder Meisterwerke der Malerei darstellen.
Dieses hypnotische Werk veranschaulicht die legendäre Geduld der Niederländer und ihren Sinn fürs Detail. Jeder Besucher, ob groß oder klein, steht mit offenem Mund vor diesen Miniaturbauten von atemberaubender Präzision.
Ausstellungen, die das Heute lebendig machen
Das Museum widmete der Musik die Ausstellung "Volendam, eine musikalische Odyssee durch das Jahrhundert" und feierte damit legendäre Bands wie The Cats und BZN bis hin zu zeitgenössischen Künstlern. Eine andere Sonderausstellung mit dem Titel "Onderbroken Tijd" (Unterbrochene Zeit) gedachte des 25. Jahrestages des tragischen Brandes im Café 't Hemeltje im Jahr 2001, einem Ereignis, das die Gemeinschaft tief geprägt hat.
Diese Ausstellungen erinnern daran, dass Volendam keineswegs in der Vergangenheit erstarrt ist, sondern ein lebendiges Dorf bleibt, das seine Geschichte fortschreibt.
Ein Besuch für alle Altersgruppen
Das Museum bietet Schatzsuchen für Kinder an: ein Fotopuzzle für 4 bis 7 Jährige und ein Rätsel für 8 bis 12 Jährige. Ganz neu sind Zauberstäbe, mit denen junge Besucher dank interaktiver Spezialeffekte eine Ratte bewegen, eine Spinne zum Leben erwecken oder Geräusche auslösen können.
Ein Tipp unter Freunden: Besuche das Museum, nachdem du am Hafen frischen Hering probiert hast. Dieser Übergang vom maritimen Ist Zustand zur dörflichen Vergangenheit macht das Erlebnis noch intensiver. Plane, wenn möglich, eine Stunde für deinen Rundgang ein, das reicht völlig aus, um alles ohne Eile zu sehen.
Öffnungszeiten
| Montag | 10:00-17:00 |
|---|---|
| Dienstag | 10:00-17:00 |
| Mittwoch | 10:00-17:00 |
| Donnerstag | 10:00-17:00 |
| Freitag | 10:00-17:00 |
| Samstag | 10:00-17:00 |
| Sonntag | 10:00-17:00 |
*Angaben können sich ändern
In einem ziemlich bekannten Fischerdorf in den Niederlanden ist dieses kleine Museum, das von außen nicht viel hermacht, eine echte Überraschung. Man sieht dort, wie die Leute früher gelebt haben, und es ist wirklich aufschlussreich.