Les plages du Mourillon: Strandleben vor der Kulisse von Toulon
Der helle Sand knirscht unter den Füßen, noch kühl von der Nacht. Um 8:00 Uhr morgens sind es nur wenige Schwimmer, die das fast unwirklich blaue Wasser durchpflügen. Gegenüber zeichnet sich die Halbinsel Saint-Mandrier im Morgendunst ab, während die ersten Sonnenstrahlen die Palmen an der Promenade erwärmen. Willkommen an den Plages du Mourillon, dem beliebtesten Stadtstrand im Var.
Warum die Plages du Mourillon besuchen?
Vor den 1970er Jahren gab es hier nur Kiesbuchten und Seegraswiesen am Fuß der Steilküste. Zwischen 1962 und 1982 stemmte die Stadt ein gigantisches Projekt: Es wurden Dämme errichtet, Flächen aufgeschüttet und tausende Tonnen Sand aus den Steinbrüchen der östlichen Var-Region herangeschafft. Das Ergebnis sind 7 Hektar Strand, unterteilt in vier geschützte Buchten, sowie 12 Hektar Gartenanlagen.
Diese Umgestaltung gab Toulon das, was der Stadt lange fehlte: einen direkten Zugang zum Meer mitten im Stadtgebiet. Die Einwohner haben den Ort schnell ins Herz geschlossen. Jedes Jahr werden 2000 Tonnen Sand nachgefüllt, was den ständigen Pflegeaufwand dieses künstlichen, aber dennoch charmanten Küstenstreifens unterstreicht.
Die vier Buchten im Überblick
L'anse du Lido
Die westlichste Bucht grenzt direkt an das fort Saint-Louis und bietet einen freien Blick auf die Reede. Sie trägt das Gütesiegel Pavillon Bleu und verfügt über eine Rampe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Das Restaurant Le Lido liegt direkt im Sand und serviert Meeresfrüchte, während man auf das ehemalige Militärbauwerk aus der Zeit von Ludwig XIV. blickt.
L'anse Mistral
Ebenfalls mit dem Pavillon Bleu ausgezeichnet, ist dies der meistfotografierte Abschnitt. Die Dämme sorgen für ein Becken, in dem sich das Wasser schnell erwärmt, manchmal schon ab Mai. Der sanfte Abfall ins Meer macht diesen Bereich ideal für Familien mit kleinen Kindern.
L'anse de la Source und l'anse des Pins
Weiter östlich spenden Bäume Schatten, was die Buchten perfekt für Picknicks macht. In der l'anse de la Source stehen von Juni bis September fauteuils de baignade Tiralo (spezielle Schwimmrollstühle) bereit, die vom städtischen Personal betreut werden. Die l'anse des Pins mit ihren Rasenflächen und Spielplätzen ist bei großen Familien besonders beliebt.
Freizeitangebote vor Ort
Der Strandkomplex bietet eine für städtische Verhältnisse beachtliche Vielfalt an Aktivitäten:
- Minigolf und elektrische Kartbahn für Kinder
- Skatepark und Basketballplatz für Jugendliche
- Beachvolleyballfeld direkt am Meer
- Städtische Segelschule für Segeln, Stand-up-Paddling und Kajak
Entlang der Promenade Henri-Fabre finden sich etwa 15 Restaurants und Bars. Die Preise sind moderater als an vielen anderen Orten an der Côte d'Azur, und einige Strandbars bieten günstige Mittagsmenüs an.
Tipp vom Einheimischen: Komm im Sommer vor 9:00 Uhr oder nach 17:00 Uhr. Der Parkplatz mit 1300 Plätzen ist zwar kostenlos, in der Hochsaison aber ab 10:00 Uhr völlig überfüllt. Noch besser: Nimm die Buslinie 3 bis zur Haltestelle Michelet.
Der Zöllnerpfad: Den Spaziergang verlängern
Von der l'anse Tabarly nahe dem Yachtclub startet der berühmte Küstenpfad. Er wurde 1791 angelegt, um Schmuggler zu überwachen, und schlängelt sich heute zwischen Pinien und versteckten Buchten bis zur l'anse Méjean. Plane etwa 1:30 Stunden für den Hin- und Rückweg ein, um den Strand La Mitre mit seinem Felsen in Form eines Elefantenfußes zu erreichen. Der Weg wechselt zwischen felsigen Passagen und Abschnitten oberhalb des Wassers. Trage festes Schuhwerk und meide den Pfad bei starkem Wellengang.
In der entgegengesetzten Richtung führt ein ausgebauter Weg zur Tour Royale, einer beeindruckenden Festung aus dem 16. Jahrhundert, die im Sommer für Besucher geöffnet ist. Dort ist das Bathyscaph FNRS III in einem Garten mit Blick auf die Reede ausgestellt.
Die Umgebung dieses Strandes ist sehr angenehm: feiner Sand, türkisblaues Meer sowie grüne und schattige Plätze. Der Ort bietet alle notwendigen Einrichtungen für Familien, wie Duschen, Spielplätze und Restaurants. Vor Ort werden viele Aktivitäten angeboten, wie zum Beispiel Tauchen oder Stand-up-Paddeln. Leider ist der Strand im Sommer total überlaufen. Das trübt die Kulisse wirklich, vor allem wenn die Leute den Ort nicht sauber halten. Ich würde ihn dennoch eher für Familien mit Kindern empfehlen, da dieser Strand einfach praktisch ist.