Basilika Saint-Sernin: Ein Ziegelsteinriese, der den Jahrhunderten trotzt
Die Basilika Saint-Sernin überragt mit ihren 115 Metern Länge alles in ihrer Umgebung. Als größte romanische Kirche Frankreichs streckt sie ihren achteckigen Glockenturm seit dem 11. Jahrhundert 64 Meter in den Himmel von Toulouse. Die Mauern aus rotem Backstein haben ihr den Beinamen Korallenblume eingebracht, den der Sänger Claude Nougaro unsterblich gemacht hat. Hier erzählt der Stein von tausend Jahren Glauben und Pilgerreisen.
Warum diese Basilika so fasziniert
Die zwischen 1080 und dem frühen 14. Jahrhundert errichtete Basilika sollte die Pilgerströme auf dem Weg nach Santiago de Compostela aufnehmen. Das Gebäude wurde über dem Grab von Saturnin errichtet, dem ersten Bischof von Toulouse, der um das Jahr 250 nach Christus den Märtyrertod starb. Der Legende nach wurde er an einen wütenden Stier gebunden und zu Tode geschleift. Sein Körper ruht heute in einem barocken Sarkophag im Herzen der Basilika.
Seit 1998 gehört sie zum UNESCO-Welterbe und gilt als Höhepunkt der romanischen Pilgerarchitektur. Ihr revolutionäres Design erlaubte es Besuchern, die Reliquien zu verehren, ohne die Messe zu stören, dank eines kreisförmigen Umgangs und strahlenförmig angeordneter Kapellen. Papst Urban II. weihte 1096 persönlich den marmornen Altar, der vom Bildhauer Bernard Gelduin signiert wurde.
Architektonische Schätze, die Geschichte schreiben
Der Glockenturm über Toulouse
Dieser achteckige Campanile wurde in fünf Ebenen zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert erbaut und verbindet elegant den romanischen Stil der unteren drei Etagen mit der Gotik der beiden oberen. Er ist leicht nach Westen geneigt und scheint aus manchen Blickwinkeln optisch zu kippen. Seine Spitze wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Da er fast überall in der Stadt sichtbar ist, wies er früher verirrten Pilgern den Weg.
Die Portale Miègeville und der Grafen
Die Porte Miègeville, ein Meisterwerk der romanischen Bildhauerei aus den Jahren 1110 bis 1115, zeigt ein prächtiges Tympanon, das die Himmelfahrt Christi umgeben von Engeln darstellt. Jedes Detail der Kapitelle bezeugt das Können mittelalterlicher Handwerker. Die Porte des Comtes zeigt das Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus sowie eine Nische mit den Gräbern von vier Grafen von Toulouse.
Ein monumentales Kirchenschiff voller Licht
Der Innenraum ist 115 Meter lang, 64 Meter breit und 21 Meter hoch. Fünf gewölbte Schiffe laufen auf den Chor zu, dessen Tonnengewölbe auf 260 kunstvoll gemeißelten Kapitellen ruht. Jedes erzählt eine biblische Geschichte, zeigt Fabelwesen oder illustriert Szenen aus dem Leben der Heiligen. Die kürzlich installierte zeitgenössische Fensterrose des Künstlers Jean-Michel Othoniel flutet das Kirchenschiff nun mit spektakulärem farbigem Licht.
Verborgene Wunder in Krypten und Schatzkammer
Ein Abstieg in die Krypten gleicht einer Reise in ein wundersam bewahrtes Heiligtum des Mittelalters. Die Basilika beherbergt eine der bedeutendsten Reliquiensammlungen Frankreichs, darunter die Überreste von sechs Aposteln. Das emaillierte Reliquiar des Wahren Kreuzes in Form eines Sarkophags aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den Juwelen des Schatzes.
Die mittelalterlichen Fresken, die in den 1970er Jahren entdeckt und zwischen 1140 und 1180 gemalt wurden, schmücken noch heute die Querschiffe. Über Jahrhunderte unter einer Putzschicht aus dem 19. Jahrhundert verborgen, erstrahlen sie heute wieder in leuchtenden Farben. Die monumentale Orgel, die 1888 von Aristide Cavaillé-Coll erbaut wurde, gehört neben den Instrumenten in Saint-Sulpice in Paris und Saint-Ouen in Rouen zu den drei bedeutendsten Orgeln Frankreichs.
Ein Tipp vom Experten: Komm am frühen Morgen vor den Touristenmassen, wenn die Sonnenstrahlen durch die Glasfenster fallen und eine fast mystische Stimmung erzeugen. Die kostenlosen Führungen am Samstag um 10:00 Uhr und 15:00 Uhr sowie am Sonntag um 15:00 Uhr offenbaren architektonische Details, die dem eiligen Besucher verborgen bleiben. Im Juli und August lassen regelmäßige Orgelkonzerte die jahrhundertealten Gewölbe erbeben.
Öffnungszeiten
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Eine sehr schöne Kathedrale im romanischen Baustil. Bei Sonnenuntergang ist das Licht auf den rosafarbenen Steinen einfach herrlich. Ich war beeindruckt von der Höhe des achteckigen Glockenturms, den großen Kirchenschiffen und der reichen Ausstattung. Der Baldachin hinter dem Altar ist großartig. Mir haben auch die Buntglasfenster gefallen, besonders die neue Fensterrose von Jean-Michel Othoniel, die wunderschöne Farben erzeugt. Auf jeden Fall einen Besuch wert.