Kasuga-Taisha-Schrein besuchen: Laternen, Wald und Tradition in Nara
Der Kasuga-Taisha-Schrein, gegründet im 8. Jahrhundert, ist einer der bedeutendsten Orte in Nara. Am Rande eines alten Waldes gelegen, verbindet er shintoistische Spiritualität, Natur und eine detailreiche Architektur zu einem besonderen Gesamterlebnis.
Ein Shinto-Schrein mit langer Geschichte
Der im Jahr 768 errichtete Kasuga-Taisha-Schrein sollte die Stadt Nara schützen, die damals die Hauptstadt von Japan war. Er ist den Schutzgottheiten der einflussreichen Familie Fujiwara gewidmet. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte immer wieder nach dem shintoistischen Ritual shikinen sengu erneuert, das eine regelmäßige Rekonstruktion der Gebäude vorschreibt.
Die Architektur folgt einem schlichten, klaren Stil, der typisch für alte Schreine ist. Die Gebäude zeichnen sich durch Dächer aus Zypressenrinde und ihre markante zinnoberrote Farbe aus. Mehrere Pavillons sind als Nationalschätze klassifiziert. Auch wenn die Anlage nicht riesig ist, strahlt sie eine hohe Gelassenheit aus, besonders wenn man die Stoßzeiten meidet.
Eine zeitlose Kulisse aus Laternen
Das Markenzeichen des Kasuga-Taisha sind die 3.000 Stein- und Bronzelaternen, die sich entlang der Wege und unter den überdachten Gängen verteilen. Sie wurden über Jahrhunderte von Gläubigen und Adelsfamilien gestiftet. Zweimal im Jahr, im Februar und im August, werden sie während der Mantōrō-Festivals entzündet und sorgen bei Einbruch der Dunkelheit für eine besondere Stimmung.
Außerhalb dieser Festivaltage gibt es spezielle Räume, in denen die Laternen in der Dämmerung leuchten, damit man den visuellen Effekt erleben kann. Der Kontrast zwischen der umliegenden Natur und diesen kunstvoll gestalteten Votivgaben verleiht dem Ort eine fast unwirkliche Ausstrahlung.
Spaziergang zwischen Hirschen und Zedern
Der Schrein liegt inmitten des Nara-Park, der für seine frei herumlaufenden Hirsche bekannt ist. Diese gelten im Shintoismus als Boten der Götter. Auf dem Weg zum Schrein begegnet man ihnen ständig, wobei sie manchmal etwas aufdringlich werden können, wenn man Kekse in der Hand hält.
Der Weg zum Schrein führt über einen schattigen Pfad durch einen Wald aus hohen Zedern, gesäumt von bemoosten Laternen. Wer mehr Zeit hat, kann den angrenzenden botanischen Garten oder das Museum des Schreins besuchen, in dem rituelle Masken, alte Schwerter und Votivgegenstände ausgestellt sind.
Die Atmosphäre ändert sich hier je nach Jahreszeit spürbar, vom dichten Grün des Sommers bis zu den goldenen Farben des Herbstes.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Der Kasuga-Taisha-Schrein befindet sich im Wald von Nara, ein Stück weit oben am Hang. Er wird auch der Schrein der tausend Laternen genannt. Wie der Name schon sagt, findet man sie überall, sowohl aus Stein auf dem Weg, der zum Eingang führt, als auch hängend im Inneren. Nachts muss das Ganze noch magischer sein. Trotz allem ist es nicht mein Lieblingstempel in Japan, und ich hätte mir farbenfrohe Laternen gewünscht, so wie man sie in Südkorea sieht.