Besuch auf der Place Stanislas
In Nancy erwartet dich ein prachtvoller Platz aus dem 18. Jahrhundert, der zum UNESCO-Welterbe zählt. Auch wenn seine Ausmaße im Vergleich zu anderen Plätzen in Frankreich eher bescheiden wirken, ist er in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit.
Eine Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht
Im 17. Jahrhundert trennte eine weitläufige Esplanade die Altstadt von der durch Charles III. neu angelegten Stadt. Da die Altstadt damals noch vollständig von Festungsmauern umschlossen war, gestaltete sich der Verkehr zwischen beiden Stadtteilen chaotisch und schwierig.
Im Jahr 1751 entschied der Herzog Stanislas Leszczynski, Schwiegervater von Ludwig XV., den Bau des Platzes in die Wege zu leiten. Er sollte dazu dienen, seinen Schwiegersohn zu ehren und die Bevölkerung an ihren zukünftigen Herrscher zu gewöhnen.
Stanislas war sich der Symbolkraft des Ortes bewusst und wollte an diesem neuralgischen Punkt der Stadt sowohl Verwaltungsdienste als auch Unterhaltungsmöglichkeiten konzentrieren.
Die Verbindung von Alt und Neu war kein leichtes Unterfangen
Das Projekt stieß bei der Standortsuche auf zahlreiche Probleme. Die Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen veranlasste die Marschälle dazu, Nancy so stark befestigt wie möglich zu halten. Als jedoch ein alternativer Standort vorgeschlagen wurde, leisteten die örtlichen Händler erbitterten Widerstand.
Schließlich fand man einen Kompromiss, bei dem Stanislas sich einige Freiheiten herausnahm. Zunächst wurde Jean-Nicholas Jennesson mit dem Entwurf betraut, doch sein Entwurf galt als zu klassisch. Er wurde durch Emmanuel Héré ersetzt. Im März 1752 begannen die Bauarbeiten, die insgesamt dreieinhalb Jahre dauerten.
Ein Wahrzeichen von Nancy
Die Architektur und die Anordnung dieses Platzes sind beeindruckend. Er ist von sechs Gittern aus schmiedeeisernem Metall mit Blattgoldverzierungen umgeben. In der Mitte befindet sich eine Statue von Herzog Stanislas, die fast zwei Jahrhunderte alt ist, und ein Triumphbogen trennt den Platz von der Place de la Carrière.
Zudem ist der Platz von bedeutenden Gebäuden gesäumt, darunter das Hôtel de ville (Rathaus), das grand hôtel de la Reine, der pavillon Jacquet, das Opéra-théâtre (Opernhaus) sowie das Musée des beaux-arts (Museum der Schönen Künste).
Ohne Zweifel einer der schönsten Fußgängerplätze in ganz Frankreich.
Ich war überrascht von der riesigen Größe dieses Platzes, ein wahrer Knotenpunkt, der von hübschen goldenen Toren umgeben ist. Zwei beeindruckende Brunnen vervollständigen die Verzierung. Das Rathaus, das Museum der Schönen Künste, die Oper, das gesamte architektonische Ensemble ist einfach prachtvoll. Es ist der ideale Ort, um auf einer Terrasse etwas zu trinken. In der Verlängerung des Platzes sollten Sie den Arc de Triomphe und den Parc de la Pépinière nicht verpassen.