Das Rathaus von Nancy, die goldene Fassade der Place Stanislas
Am Ende der Place Stanislas, hinter schmiedeeisernen Gittern mit Goldverzierungen, erhebt sich ein Gebäude, das die Einheimischen schlicht das Rathaus nennen. Seine klassische Fassade ist langgestreckt und symmetrisch. Besonders in den Abendstunden entfaltet sie eine eigene Wirkung, wenn der Stein in der untergehenden Sonne fast zu leuchten scheint.
Warum lohnt sich ein Besuch des Rathauses von Nancy?
Das Gebäude entstand zwischen 1752 und 1755 unter der Leitung des Architekten Emmanuel Héré. Es ist ein zentraler Bestandteil des monumentalen Ensembles, das auf den ehemaligen polnischen König und Herzog von Lothringen, Stanislas Leszczynski, zurückgeht. Dieses weitläufige städtebauliche Projekt sollte die Altstadt mit der Neustadt verbinden. Seit 1983 gehört die Place Stanislas mit ihrer Umgebung zum Unesco-Welterbe.
Das Rathaus ist jedoch weit mehr als eine Kulisse für Fotos. Es ist ein voll funktionsfähiger Verwaltungssitz, in dem die Stadtverwaltung von Nancy untergebracht ist. Deshalb sind Teile des Gebäudes außerhalb von organisierten Führungen oder besonderen Anlässen wie den Tagen des offenen Denkmals nicht öffentlich zugänglich.
Die Prunktreppe und die Salons im ersten Stock
Das eigentliche architektonische Juwel verbirgt sich im Inneren. Eine Prunktreppe aus Schmiedeeisen, ein Werk des Kunstschmieds Jean Lamour, führt in die repräsentativen Salons im ersten Stock. Lamour ist übrigens derselbe Handwerker, der auch die berühmten Gitter der Place Stanislas schuf. Im Salon Carré sowie im Trausaal finden sich Stuckarbeiten, Spiegel und bemalte Decken, die eindrucksvoll vom raffinierten Stil des 18. Jahrhunderts in Lothringen zeugen.
Diese Räumlichkeiten sind größtenteils im Rahmen von Führungen zugänglich, die häufig vom Tourismusbüro von Nancy oder zu besonderen Anlässen angeboten werden. Wer die seltene Gelegenheit hat, den Balkon in der Mitte zu betreten, genießt einen exklusiven Blick über den Platz.
Die Fassade und ihre Rolle am königlichen Platz
Vom Platz aus betrachtet besticht die Fassade durch ihre Zurückhaltung. Es gibt hier keine überladenen Dekorationen, sondern klassische Linien, Pilaster und einen schlichten Giebel. Gerade diese Bescheidenheit lässt das angrenzende architektonische Ensemble umso stärker wirken, etwa die von Barthélemy Guibal geschaffenen Brunnen der Amphitrite und des Neptun sowie die goldenen Gitter von Jean Lamour an den Ecken.
Tipp: Wenn du die Fassade ohne störendes Gegenlicht durch die Gitter fotografieren möchtest, komm am besten am späten Vormittag. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt die Beleuchtung den gesamten Platz in eine völlig andere Atmosphäre. Es lohnt sich, den Ort sowohl tagsüber als auch abends zu besuchen.
Pluspunkte
- Fassade und Platz sind jederzeit frei und kostenlos zugänglich
- Die Treppe von Jean Lamour ist während der Öffnungszeiten des Rathauses von der Halle aus einsehbar
- Unesco-Welterbestätte in einem außergewöhnlichen architektonischen Umfeld
Einschränkungen
- Die Prunksäle sind außerhalb von Führungen nicht öffentlich zugänglich
- Da es sich um ein aktives Verwaltungsgebäude handelt, kann es unter der Woche belebt sein
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 8:00 bis 17:30 Uhr.
Samstag: 9:00 bis 12:00 Uhr.
Sonntags sowie an Feiertagen geschlossen.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane 30 bis 45 Minuten ein, um die Architektur der Eingangshalle und die große Treppe mit ihrem monumentalen Wandgemälde zu besichtigen. Ein kurzer Besuch von 15 Minuten reicht aus, wenn du nur die Fassade von der Place Stanislas aus betrachtest.
Das Rathaus von Nancy befindet sich direkt an der Place Stanislas. Es ist ein sehr schönes und weitläufiges Gebäude mit einer perfekt erhaltenen Architektur. Das ganze Jahr über finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt. Manchmal ist es sogar möglich, auf den Balkon zu gehen, um einen tollen Blick von oben auf den Platz und die umliegenden Monumente zu haben.