Die Burg Predjama, eine uneinnehmbare Felsenfestung
Ein rebellischer Ritter, eine einjährige Belagerung, frische Kirschen als provokante Botschaft an die Angreifer. Die Burg Predjama vereint alles, was das Mittelalter an Romantik zu bieten hat. Erbaut auf halber Höhe einer 123 Meter hohen Klippe, trotzt dieses Halbhöhlenschloss seit über 800 Jahren jeder architektonischen Logik.
Warum sich ein Besuch der Burg Predjama lohnt
Das Guinness-Buch der Rekorde führt sie als größte Höhlenburg der Welt. Ihre weiße Fassade schmiegt sich so eng an den Fels, dass sie direkt aus dem Berg zu wachsen scheint. Hinter den dicken Mauern verbirgt sich ein 14 km langes Tunnelsystem, das einst als Fluchtweg ins Tal diente.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Anlage im Jahr 1274. Die heutigen Gebäude stammen im Wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert und wurden von Baron Philipp von Cobenzl im Stil der Renaissance umgebaut. Berühmt wurde Predjama jedoch vor allem durch die Legende von Erazem Lueger, einem Raubritter des 15. Jahrhunderts.
Die Legende des slowenischen Robin Hood
Erazem nahm es von den Reichen, um es den Armen zu geben. Nach der Tötung eines Verwandten von Kaiser Friedrich III. verschanzte er sich in seiner Stammburg. Die kaiserliche Armee belagerte das Bollwerk in der sicheren Annahme, die Besatzer bald auszuhungern. Ein Jahr später schickte Erazem ihnen erst ein gebratenes Schwein und kurz darauf frische Kirschen. Das Geheimnis hinter seiner Ausdauer war ein aus dem Fels gehauener Tunnel, der die Burg mit einem Nachbardorf verband.
Das Ende kam weniger glorreich. Ein bestechlicher Diener verriet die Position seines Herrn mit einer Kerze am Toilettenfenster, woraufhin eine Kanonenkugel den Rest erledigte. Die Kirschen aus der Umgebung von Predjama sind bis heute bekannt.
Was es im Inneren zu entdecken gibt
Der Rundgang führt durch die Rüstkammer, in der Lanzen, Schwerter und Rüstungen von vergangenen Kämpfen zeugen. Die gotische Kapelle, der feuchte Bergfried und die Folterkammer komplettieren das mittelalterliche Bild. In den Kellern wurde 1991 eine Schatztruhe entdeckt. Der absolute Höhepunkt bleibt jedoch das Gemach von Erazem ganz oben mit seinem Zugang zur geheimen Höhle.
Für den Rundgang durch die verschiedenen Räume solltest du gut eine Stunde einplanen. Achtung bei den rund 200 Stufen: Die Burg ist weder für Personen mit eingeschränkter Mobilität noch für Kinderwagen geeignet. George R.R. Martin, der Autor von Game of Thrones, ließ sich bei einem Besuch von dem Ort inspirieren.
Ein Tipp unter Freunden: Lade dir den kostenlosen Audioguide über den QR-Code am Eingang herunter, anstatt den vor Ort auszuleihen. Der Inhalt ist identisch und du sparst 2,90 €*.
Die Höhle unter der Burg
Als zweitlängste Schauhöhle Sloweniens erstreckt sich dieses System über vier Etagen direkt unter der Festung. Nur 700 Meter sind für Besucher zugänglich, den Rest beanspruchen Fledermäuse für sich. Um die Tiere während ihrer Winterschlafphase zu schützen, finden Führungen nur von Juni bis August statt. Pack eine Jacke ein: Selbst im Hochsommer fällt die Temperatur hier auf 8°C.
Öffnungszeiten
Mai, Juni und September: von 9:00 bis 18:00 Uhr.
Juli und August: von 9:00 bis 19:00 Uhr.
April und Oktober: von 10:00 bis 17:00 Uhr.
November bis März: von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Die Höhle unter der Burg ist nur von Juni bis August zugänglich.
*Angaben können sich ändern
Diese Burg ist wirklich wunderschön, man hat das Gefühl, sie kommt direkt aus einem Märchen. Sie liegt hoch oben und ist fast komplett in den Fels gebaut. Das wirkt wie ein echtes Adlerhorst. Die Bauweise ist beeindruckend. Ich kann euch den Besuch nur wärmstens empfehlen.