Die Adelsberger Grotte: Reise zum Mittelpunkt der Erde per Grubenbahn
Schon beim Betreten des Tunnels spürst du die Kühle. 10°C herrschen hier, egal ob Sommer oder Winter. Dann setzt sich der Zug in Bewegung, nimmt Fahrt auf und katapultiert dich in eine Welt, in der Zeit in Millionen von Jahren gemessen wird. Weiße Stalaktiten streifen beinahe die Waggons, während kathedralenartige Hallen im Halbdunkel an dir vorbeiziehen. Willkommen in der größten Schauhöhle Europas.
Warum die Adelsberger Grotte besuchen?
Dieses unterirdische Netz von 24 km Länge wurde über zwei Millionen Jahre hinweg vom Fluss Pivka geformt. Die Höhle ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt, empfängt seit 1819 Besucher und hat bereits mehr als 39 Millionen Gäste gesehen. Slowenien zählt zwar 16.000 Karsthöhlen, doch diese bleibt aufgrund ihrer Dimensionen und ihrer Erschließung die spektakulärste.
Sie ist zudem die einzige Höhle weltweit, die über eine zweigleisige Eisenbahn verfügt. Diese 1872 eingeweihte unterirdische Strecke machte den Höhlentourismus populär, lange bevor elektrisches Licht Einzug hielt. Die heutigen Waggons sind modern, doch das Erlebnis bleibt einzigartig.
Der Ablauf der Besichtigung
Die Fahrt mit der Grubenbahn
Die Tour beginnt mit einer 3,7 km langen Zugstrecke, für die du etwa 10 Minuten unterwegs bist. Die Bahn taucht tief in die beleuchteten Galerien ein, schlängelt sich zwischen riesigen Gesteinsformationen hindurch und durchquert Hallen von beeindruckendem Volumen. Bleib unbedingt sitzen, sonst riskierst du, dir an den tief hängenden Stalaktiten den Kopf zu stoßen.
Der Rundgang unter Tage
Nach der Zugfahrt übernimmt ein Reiseleiter für 1,5 km Fußweg auf einem betonierten Pfad. Die Route führt durch den Konzertsaal, der Platz für 10.000 Personen bietet, und macht Halt vor dem Brillanten, einem weißen, 5 Meter hohen Stalagmiten, der zum Wahrzeichen der Höhle geworden ist. Fotos sind erlaubt, allerdings ohne Blitz.
Tipp vom Experten: Sei 30 Minuten vor der auf deinem Ticket angegebenen Uhrzeit vor Ort. Das Einsteigen beginnt 15 Minuten vor Abfahrt, und wer zu spät kommt, muss auf die nächste Führung warten.
Der Grottenolm, der Drachennachwuchs aus der Tiefe
Am Ende des Rundgangs zeigt das Vivarium den berühmtesten Bewohner der Höhle: den Grottenolm, der wegen seiner rosafarbenen, durchscheinenden Haut auch als Menschenfisch bekannt ist. Dieser blinde, an die absolute Dunkelheit angepasste Lurch kann bis zu zehn Jahre ohne Nahrung auskommen. Die Slowenen betrachten ihn als Nachwuchs jener Drachen, die laut Legenden einst in diesen Tiefen gehaust haben sollen.
Wichtige Hinweise für deinen Besuch
Die konstante Temperatur von 10°C macht eine Jacke erforderlich, selbst im Hochsommer. Der Boden ist stellenweise feucht, denke also an festes, rutschfestes Schuhwerk. Die Besichtigung dauert 1,5 Stunden und ein vorzeitiger Ausstieg ist nicht möglich. Die Strecke ist für Kinderwagen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich, die sich für eine reine Zugfahrt entscheiden können.
Die Burg Predjama, die in eine Felswand gebaut wurde und nur 10 km von der Grotte entfernt liegt, lässt sich problemlos am selben Tag besichtigen. Ein Kombiticket schont dabei die Reisekasse.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ich fand den Besuch dieser Höhlen wirklich klasse. Der Eintrittspreis ist gar nicht teuer und die Führung dauert fast zwei Stunden. Ein Teil der Strecke wird mit einer kleinen Bahn zurückgelegt, danach erkundet man den Rest der Höhlen zu Fuß. Denkt daran, euch warm anzuziehen, denn es ist ziemlich kühl dort, und zieht gute Schuhe an.