Der Bleder See, eine lebendige Postkarte der slowenischen Alpen
Das Wasser leuchtet in einem fast unwirklichen Türkis. Auf diesem flüssigen Spiegel treibt eine winzige Insel, gekrönt von einem weißen Glockenturm. Hoch darüber klammert sich eine mittelalterliche Burg an eine senkrechte Felswand. Dieses Bild, das wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirkt, existiert tatsächlich und liegt weniger als eine Stunde von Ljubljana entfernt.
Warum den Bleder See besuchen?
Dieser Gletschersee mit einer Länge von 2 km beherbergt die einzige natürliche Insel Sloweniens. Die Slowenen sind stolz auf dieses Ziel, das schon im 19. Jahrhundert von den Aristokraten der österreichisch-ungarischen Monarchie als Erholungsort geschätzt wurde. Im Sommer ist das Baden angenehm, wobei das Wasser im Juli bis zu 25°C erreicht.
Seien wir ehrlich: Der Bleder See zieht von Juni bis August enorme Menschenmassen an. Die Warteschlangen für die Boote werden lang, die Parkplätze sind überfüllt. Mai und September bieten den besten Kompromiss aus mildem Wetter und einem moderaten Besucheraufkommen.
Die Pletna, die Gondeln der Alpen
Seit dem 16. Jahrhundert bringen Holzboote mit einem bunten Dach Besucher auf die Insel. Die Pletna werden von Ruderern im Stehen manövriert, deren Familien das Handwerk seit 1740 weitergeben. Es gibt nur 23 Lizenzen, die ursprünglich von Kaiserin Maria Theresia an die Bewohner des Dorfes Mlino vergeben wurden.
Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Einmal angekommen, führen 99 Steinstufen zur Marienkirche. Im Inneren wartet eine Glocke darauf, dass du dreimal an ihrem Seil ziehst, während du dir etwas wünschst. Der Legende nach ließ eine Witwe ihre Juwelen einschmelzen, um die Glocke im Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann gießen zu lassen.
Tipp vom Experten: Miete dir lieber ein Ruderboot am Kiosk am Westufer des Sees. Für einen ähnlichen Preis wie bei der Pletna kannst du in deinem eigenen Tempo fahren und deine Stopps selbst wählen.
Aussichtspunkte, die sich lohnen
Mala Osojnica
Dieser Aussichtspunkt auf 685 m Höhe bietet den meistfotografierten Blick auf den See. Der Pfad beginnt in der Nähe des Campingplatzes im Westen. Plane 25 Minuten für den steilen Aufstieg ein. Komme zum Sonnenaufgang, um den Menschenmengen zu entgehen und das goldene Licht auf der Insel zu genießen.
Burg von Bled
Die Burg thront auf ihrem Felsen 130 m über dem Wasser und wurde bereits im Jahr 1011 urkundlich erwähnt. Das Panorama von der Terrasse ist spektakulär, aber der Eintritt zum dazugehörigen Museum lohnt sich kaum. Wenn du nur für die Aussicht hinaufsteigst, beachte, dass die äußeren Befestigungsmauern kostenlos zugänglich sind.
Die Kremna rezina, ein obligatorisches Dessert
Diese Cremeschnitte aus Blätterteig, Vanillecreme und Schlagsahne entstand während der österreichisch-ungarischen Zeit. Die Standardportionen messen 7 cm in der Breite und 5 cm in der Höhe, eine perfekte Kalorienbombe nach einer Wanderung. Das Park Hotel direkt am See beansprucht das Originalrezept für sich.
Rund um den See zu Fuß oder mit dem Rad
Der Weg, der den See komplett umrundet, ist 6 km lang. Plane 1,5 Stunden für einen gemütlichen Spaziergang ein, etwas länger, wenn du viele Fotostopps einlegst. Fahrräder lassen sich in der Stadt problemlos mieten. 4 km nördlich verlängert die Vintgar-Klamm den Ausflug mit ihren Holzstegen, die über einem smaragdgrünen Fluss hängen.
Wenn Sie Ljubljana besuchen, kann ich Ihnen einen Ausflug zum Bleder See nur wärmstens empfehlen. Man kommt mit dem Zug ziemlich einfach dorthin. Der Ort ist wirklich wunderschön. Man fühlt sich wie auf einer echten Postkarte. Es ist möglich, eine Bootsfahrt auf dem See zu machen. Achtung, es kann dort sehr voll werden.