Besuch des Vauban-Wehrs
In Straßburg, im Département Bas-Rhin, kannst du ein Schleusenwehr besichtigen, das sich über die Ill spannt. Die Anlage wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und steht seit 1971 unter Denkmalschutz.
Geschichte
Der französische Ingenieur Jacques Tarade wurde mit der Errichtung des Wehrs zwischen 1681 und 1688 beauftragt. Die Pläne hierfür stammten von Sébastien le Prestre de Vauban, der in Frankreich schlicht unter dem Namen Vauban bekannt ist. Der Militärarchitekt, Stratege und königliche Ingenieur erlangte durch seine Festungsbauten europaweite Berühmtheit.
Im Jahr 1870 wurde das Vauban-Wehr, das auch als La Grande Ecluse (die große Schleuse) bezeichnet wird, während der Belagerung von Straßburg militärisch genutzt, um die flussaufwärts gelegenen Gebiete gezielt zu überfluten.
Im Jahr 1966 investierte die Stadt in die Aufwertung des historischen Erbes und legte eine Aussichtsterrasse auf dem Dach an. Von dort aus eröffnet sich Besuchern ein beeindruckender Blick über die Stadt.
Zwischen 2010 und 2012 fanden umfangreiche Restaurierungsarbeiten unter der Leitung von Christophe Bottineau statt, dem Chefarchitekten für historische Denkmäler. Diese umfassten die Sicherung der Terrassen, die Begrünung des Daches sowie eine umfassende Instandsetzung des gesamten Gebäudes.
Das Vauban-Wehr heute
Das Bauwerk war eine direkte Antwort auf die militärischen Entwicklungen seiner Zeit, da die alten gedeckten Brücken keinen ausreichenden Schutz mehr gegen moderne Angriffe boten. Es entstand ein neues Verteidigungsbauwerk.
Als La Grande Ecluse konzipiert, diente es dazu, den Pegel der Ill zu stauen und die südlich der Stadt gelegenen Gebiete zu fluten. Im Falle eines Angriffs wurde das Gelände für den Feind unpassierbar. Da es sich damals um reines Agrarland handelte, verwandelte sich der Boden in einen morastigen Untergrund, der das Vorrücken von Truppen und den Transport schwerer Artillerie unmöglich machte. Diese Verteidigungsstrategie unterstreicht das taktische Geschick von Vauban.
Heute ist das Wehr frei für Besucher zugänglich. Es ist ein historisch bedeutsamer Ort der Militärarchitektur, der dir von seinen Terrassen aus einen der schönsten Ausblicke über die Stadt bietet.
Das Barrage Vauban ist eine echte architektonische Meisterleistung und ein absolutes Muss, wenn man das Viertel Petite France in Straßburg besucht. Ein Durchgang im Inneren (kostenlos) ermöglicht es, das Bauwerk von einem Ufer der Ill zum anderen zu überqueren. Auf dem gesamten Weg kann man Zugbrücken, Statuen des Straßburger Münsters und Wasserspeier entdecken. Wenn der Zugang möglich ist (ebenfalls kostenlos), steige ich gerne auf die Panoramaterrasse, um dieses wunderschöne Viertel von Straßburg zu genießen. Nachts ist das Barrage Vauban zudem sehr schön beleuchtet.