Besuch der Thomaskirche
Auf der Place Saint-Thomas, mitten im historischen Zentrum von Straßburg, erhebt sich die gleichnamige protestantische Kirche. Wie viele andere Bauwerke in Frankreich wurde sie 1862 als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt. Noch heute wird sie oft als die elsässische Kathedrale des Protestantismus bezeichnet.
Geschichte
Der Standort wird bereits seit dem 6. Jahrhundert für den Gottesdienst genutzt. Im Jahr 693 wurde dort Heiliger Florentius, ein Bischof von Straßburg, beigesetzt. Im Jahr 820 ließ Bischof Adeloch an dieser Stelle eine große Kirche errichten, die jedoch 1007 bei einem Brand zerstört wurde. Der darauffolgende Neubau fiel 1144 einem Blitzeinschlag zum Opfer. Nach diesem Ereignis dauerte es 54 Jahre, bis mit dem Wiederaufbau begonnen wurde. Die Arbeiten zogen sich über Jahrzehnte hin und wurden erst 1521 abgeschlossen. Dieser Umstand erklärt, warum der Bau ursprünglich im romanischen Stil begonnen wurde, sich jedoch im weiteren Verlauf zum Gotischen hin entwickelte.
Die lutherische Reformation fand im Elsass großen Anklang, und so wurde die Thomaskirche 1524 dem lutherischen Gottesdienst zugewiesen, was auch nach der Annexion durch Frankreich Bestand hatte. Während der Französischen Revolution sorgte der Verkauf von Kirchengütern für Unruhe, doch der Jurist Christophe Guillaume Koch konnte 1790 eine Ausnahmeregelung für protestantische Besitztümer erwirken. Nach den Zerstörungen durch den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 sowie durch die Weltkriege folgten diverse Restaurierungs- und Sanierungsprojekte.
Heute werden in der Kirche weiterhin täglich zwei protestantische Gottesdienste abgehalten. Gleichzeitig wurde der Innenraum so angepasst, dass er regelmäßig Platz für Konzerte bietet und das reiche kulturelle Erbe des Gebäudes zur Geltung kommt.
Die Thomaskirche
Neben der beeindruckenden gotischen Architektur beherbergt die Kirche einige bedeutende Kunstschätze.
Der Sarkophag des Bischofs Adeloch, der aus dem typischen rosa Sandstein gefertigt wurde, zählt zu den bemerkenswertesten Stücken. Ebenso eindrucksvoll ist das Mausoleum des Marschalls Moritz von Sachsen. Es handelt sich um ein einzigartiges Werk, an dem der Bildhauer Jean-Baptiste Pigalle 20 Jahre lang arbeitete.
Ein Ort, der historisch ebenso bedeutsam wie architektonisch sehenswert ist.
Schöne Kirche, sie beherbergt eine majestätische Skulptur! Zögern Sie nicht, hineinzugehen!