Das Straßburger Münster besuchen
Ein Meisterwerk gotischer Architektur
Das Straßburger Münster mit seiner markanten Silhouette im Zentrum der Grande Île ist das unverkennbare Wahrzeichen der elsässischen Hauptstadt. Die Grundmauern stammen aus dem 11. Jahrhundert, als der Bau auf den Überresten einer früheren Kathedrale begann. Mit einer Höhe von 142 Metern war das Münster über lange Zeit das höchste Gebäude der Welt. Mehr als fünfzehn Baumeister arbeiteten über drei Jahrhunderte hinweg an diesem architektonischen Meisterwerk. Der Bau aus rotem Sandstein ist ein Paradebeispiel der flamboyanten Gotik. Als Victor Hugo das Münster zum ersten Mal sah, bezeichnete er es als ein Wunder des Gigantischen und des Zierlichen.
Eine Fassade mit unzähligen Details
Die Westfassade ist bereits aus der Ferne an ihrer prachtvollen Rosette und der Galerie der Apostel zu erkennen, die mit ihren rund zwanzig Statuetten den Bereich über dem Hauptportal schmückt. Ein Blick nach oben lohnt sich, um die filigranen Verzierungen zu entdecken. Achte in einer der Ecken auch auf die Skulptur des Storchs, dem Wappentier der Region. Der Beffroi, der den Raum zwischen den beiden Türmen ausfüllt, wurde erst im 14. Jahrhundert hinzugefügt. Damals ähnelte die Kathedrale in ihrem Aufbau noch stark ihrem Gegenstück in Paris. Der Turmhelm, der einst den Machtkampf zwischen dem Bischof und der Stadtverwaltung symbolisierte, war zudem eine der ersten Konstruktionen, die mit einem Blitzableiter ausgestattet wurden.
Ein Blick in das Innere
Besuche unbedingt die Krypta, die den romanischen Stil der Ursprünge bewahrt hat und den ältesten Teil des Bauwerks beherbergt. Direkt darüber befindet sich der Chor mit byzantinisch anmutenden Einflüssen, in dem der Altar steht. Das zentrale Buntglasfenster zeigt die Jungfrau Maria, der die Kathedrale geweiht ist. Ein faszinierendes Phänomen lässt sich seit 1974 beobachten: Zu jedem Äquinoktium wandert ein grüner Lichtstrahl durch das Glas und beleuchtet die Christusfigur an der Kanzel.
Täglich um 12:00 Uhr (außer an Sonntagen und Feiertagen) wird eine sehenswerte Vorführung zur astronomischen Uhr gezeigt, bei der sich auch die animierten Apostelfiguren in Bewegung setzen. Wer fit ist, sollte die 332 Stufen zur Aussichtsplattform erklimmen. Aus 66 Metern Höhe bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt und die umliegende Rheinebene.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
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