Eine kleine Auszeit in meinem Terminkalender und, dank eines Geschenks zu einem schönen Anlass, saß ich plötzlich im Flugzeug Richtung Irland für eine einwöchige Rundreise mit Übernachtungen bei Einheimischen.

Rundreise mit Unterkünften bei Einheimischen
Ich habe eine 8-tägige Reise mit 7 Übernachtungen geschenkt bekommen, die mich von Dublin aus durch die Regionen Connemara und Kerry sowie in die Stadt Kilkenny führte. Das Prinzip war einfach: Wir hatten einen Mietwagen zur Verfügung und wurden jeden Abend bei irischen Gastgebern erwartet (im Stil eines Bed & Breakfast).
Wenn ihr Informationen zur Organisation einer solchen Reise sucht, könnt ihr einen Blick auf die Website der Agentur werfen. Es handelte sich um Evaneos, deren Irland-Rubrik über diesen Link erreichbar ist. Das Besondere am Konzept von Evaneos ist, dass man eine lokale Agentur oder einen Reiseleiter vor Ort auswählen und direkt mit diesem Profi sprechen kann, um ein Programm ganz nach den eigenen Wünschen zusammenzustellen.
Das Unternehmen ist bei Irland-Reisenden und weltweit bekannt, da es viele Reisen organisiert, die einen echten Kontakt zu den Einheimischen ermöglichen. Ein großer Vorteil sind zudem die Versicherungen und Garantien, die eure Pläne absichern! Ich persönlich habe diese Unterstützung nicht in Anspruch nehmen müssen und daher nicht getestet, aber es wirkt alles sehr seriös. Außerdem beruhigt es diejenigen, die das Zielgebiet nicht kennen oder die Sprache nicht gut beherrschen, ungemein.
Im Gespräch mit der lokalen Agentur, die uns betreute, wurde uns klar, dass die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt sind. Wir hätten zum Beispiel von Frankreich aus mit dem eigenen Auto und einer Fähre anreisen können. Wir hätten auch zwischen Übernachtungen bei Einheimischen, „klassischen“ Hotels oder charmanten Unterkünften abwechseln können... Kurz gesagt: Ich erzähle euch das alles nur, um zu verdeutlichen, was möglich ist. Wir waren mit unserem Geschenk rundum glücklich und hätten nichts daran geändert :)
Transport und Fortbewegung
Nach Aussage der Freunde, die uns dieses Geschenk gemacht haben, ist der Flugpreis nicht im Angebot enthalten. Wir sind jedenfalls mit Aer Lingus geflogen. Ich kenne den gezahlten Preis nicht. Am besten nutzt ihr einen Flugvergleich, bevor ihr bucht.
Die bürokratischen Formalitäten sind durch die EU-Mitgliedschaft vereinfacht: Ihr benötigt lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass; ein Visum ist nur für Staatsangehörige außerhalb der Europäischen Union erforderlich. Um dort Auto zu fahren, müsst ihr euren gültigen Führerschein mitführen und bei einer Verkehrskontrolle alle Fahrzeugpapiere (Versicherung, Zulassungsbescheinigung) vorlegen können.
Was das Autofahren angeht, ist es kein Mythos: Die kleinen Landstraßen sind nicht immer gut ausgeschildert, um es vorsichtig auszudrücken... Wir sind tatsächlich zweimal auf einer Straße gelandet, die auf keiner Landkarte verzeichnet war und keine Wegweiser hatte. Glücklicherweise konnten wir uns dank der Hilfsbereitschaft der Einheimischen immer zurechtfinden und den richtigen Weg wiederfinden. Im schlimmsten Fall ist die telefonische Unterstützung genau dafür da. Achtung: In Irland herrscht Linksverkehr. Stellt euch auf ein paar Minuten Eingewöhnungszeit ein, aber ihr solltet euch schnell daran gewöhnen.
Um euch ein wenig von meiner Reise zu berichten, mache ich es mir einfach und erzähle euch Tag für Tag, was ich erlebt habe:
Dublin
Wegen des Mietwagens braucht ihr euch keine Sorgen zu machen: Ihr übernehmt ihn direkt nach der Landung, ihr müsst den Flughafen nicht verlassen. Alle Informationen erhaltet ihr vor der Abreise, ihr könnt euch also nicht irren, zumindest wenn ihr wie ich mit diesem Reiseveranstalter unterwegs seid.
Wer das Stadtleben liebt, sollte es auskosten: Dublin ist die einzige echte Großstadt Irlands. Als historisches und kulturelles Herz ist sie der wirtschaftliche Motor des Landes. Erbaut um den Liffey, einen Fluss, der die Stadt durchzieht und zum Meer hin öffnet, bietet sie schon zu Beginn eurer Reise einen kompletten Tapetenwechsel, vor allem durch die wunderschönen georgianischen Häuser mit ihren bunten Türen und Fassaden.
Sie hat ihren Ruf nicht enttäuscht: Diese kosmopolitische Stadt ist ständig in Bewegung. Alle Geschäfte haben auch sonntags geöffnet, die Leute sind immer unterwegs und es gibt fast immer etwas zu erleben.

Zu den absoluten Highlights zählt für mich das Trinity College, die älteste Universität Irlands. Sie wurde im 16. Jahrhundert gegründet und hat einige illustre Studenten hervorgebracht: Bram Stoker, Isaac Newton, Oscar Wilde und Samuel Beckett. Wenn man das Gelände betritt, überkommt einen eine fast schon überwältigende Ruhe, die einen starken Kontrast zum hektischen Treiben der Stadt bildet. Die alten Gebäude wirken zwar etwas streng, werden aber durch das leuchtende Rot der Backsteine an manchen Mauern wunderbar aufgelockert.
Neben der Kapelle und dem Campanile sollten Sie unbedingt die berühmte Old Library besuchen. Sie beherbergt unter anderem das nicht minder bekannte Book of Kells, das als das schönste illuminierte Manuskript der Welt gilt, und das will etwas heißen! Auch andere fantastische Werke sind dort ausgestellt. Und wenn Sie schwindelfrei sind, werfen Sie einen Blick in den Long Room, in dem mehr als 200.000 Bände archiviert sind, darunter ein Original der Proklamation der Irischen Republik. Zur Info: Der Eintritt in die Old Library ist kostenpflichtig. Sie ist jedoch das ganze Jahr über geöffnet, außer während der Weihnachtsfeiertage.
Ebenfalls einen Besuch wert: das Dublin Castle, dessen Round Tower der einzige Turm ist, der noch aus der Zeit seiner Erbauung Anfang des 13. Jahrhunderts stammt. Die verschiedenen Umbauten im Laufe der Zeit haben den Rest des ursprünglichen Gebäudes verändert. Das Schloss spielte in der Geschichte Dublins immer eine wichtige Rolle, da es bis 1922 die offizielle Residenz der britischen Könige war. Heute werden im Schloss keine abgeschlagenen Köpfe von Feinden mehr zur Schau gestellt. Im Gegenteil: In einem der Säle wurden 1998 die Friedensabkommen mit Nordirland unterzeichnet, und es ist zudem der Ort der Amtseinführung des irischen Präsidenten. Es ist täglich für die Öffentlichkeit zugänglich, wobei an Sonntagen und Feiertagen andere Öffnungszeiten gelten. Auch die Innenräume sind absolut sehenswert.

Sie sollten sich auch die St. Patrick’s Cathedral nicht entgehen lassen, die unweit der Christ Church Cathedral liegt. Das Gebäude aus grauem Stein steht den roten Backsteinhäusern gegenüber. Der Kontrast ist beeindruckend, besonders wenn man, so wie ich, bei Regen dort ist. Die Kathedrale wurde ab dem 12. Jahrhundert erbaut und soll an der Stelle stehen, an der der heilige Patrick die ersten Gläubigen getauft haben soll. Vielleicht werden Sie überrascht sein, wie oft Jonathan Swift in diesem Gebäude erwähnt wird. Der Autor von Gullivers Reisen war tatsächlich Dekan dieser bedeutenden protestantischen Kirche. Er ist dort übrigens auch begraben.
Wenn Sie in die keltische Kultur eintauchen möchten, sollten Sie einen Abstecher zum National Museum machen (das in der Kildare Street, nicht das in den Collins Barracks, das sich der dekorativen Kunst und der irischen Wirtschaftsgeschichte widmet). Neben beeindruckenden Sammlungen prähistorischer Objekte und einer Abteilung über die Wikinger gibt es dort wunderschönen keltischen Schmuck zu sehen. Das Museum nimmt Sie mit auf eine kleine Zeitreise, denn es gibt auch eine Ausstellung über den Unabhängigkeitskampf.
Und wo wir gerade bei Museen sind: Gehen Sie in Richtung Liffey-Ufer zum Guinness Storehouse. In den ehemaligen Lagerhallen des Unternehmens wird die Geschichte von Arthur Guinness und seinem berühmten Bier erzählt. Man erfährt dort auch, wie viel er für die Stadt getan hat, etwa durch die Finanzierung der Sanierung der St. Patrick’s Cathedral oder den Bau von Unterkünften für Bedürftige. Achtung: Der Eintritt ist mit etwa 15 Euro recht teuer, auch wenn ein Pint Guinness inklusive ist.
Was den Rest angeht, und um beim Thema Bier zu bleiben, kehren Sie in einen der vielen Pubs in Temple Bar ein, dem lebhaftesten Viertel der Stadt. Sie haben die Qual der Wahl: Trinken Sie ein Glas im Brazen Head, dem ältesten Pub Dublins, oder zum Beispiel in der Temple Bar selbst.
Die Stadt ist zudem reich an weiteren Bauwerken, wie dem großen überdachten Markt (Dublin Market), den Four Courts und vielem mehr.
Sie müssen nicht viel laufen, um alles zu sehen!
Die Region Connemara

Wenn Sie Richtung Galway im Westen Dublins fahren, gelangen Sie in eine wilde Region mit endlosen Moorlandschaften. Das Gefühl, in der Zeit stehen geblieben zu sein, ist sehr stark, vor allem weil dies die größte Region ist, in der noch Gälisch (oder Irisch, wie die Einheimischen sagen) gesprochen wird.
Die wilde Schönheit der Natur ist wirklich atemberaubend, und der Wind, der über das Moor fegt, ist berauschend. Kleine, von Steinmauern begrenzte Wiesen beherbergen die berühmten Connemara-Ponys, die als einzige an das raue lokale Klima angepasst sind.
Die Landschaft ist wirklich beeindruckend: In Küstennähe entdeckt man zunächst schroffe Reliefs, bei denen Berge und Meer eins zu werden scheinen. Je weiter man ins Landesinnere vordringt, desto mehr hat man das Gefühl, dass sich die Natur ihren Raum zurückerobert hat, alles wirkt so rau, unberührt und kaum für die Zivilisation erschlossen. Auf jeden Fall ein Ort, der zum Innehalten einlädt…
Wenn Sie können, sollten Sie unbedingt am Lough Corrib oder bei den «Twelve Bens» (den zwölf Gipfeln) vorbeischauen, die das Herz der Region bilden. Die Gebirgsbäche, die von dort herabfließen, speisen die vielen Seen, die man überall in der Gegend bewundern kann.
Die Region Kerry

War ich schon von der Landschaft Connemaras beeindruckt, so war ich von der Region Kerry geradezu überwältigt.
Wenn man der Route folgt, die als «Ring of Kerry» bekannt ist, legt man etwa 200 km durch eine grandiose Kulisse zurück. Dabei umrundet man die Iveragh-Halbinsel.
Bei unserer abendlichen Unterkunft erklärten uns unsere Gastgeber, dass es in Irland und besonders in ihrer Region unzählige Wandermöglichkeiten gibt. Für Liebhaber und ausdauernde Wanderer warten auf dem «Kerry Way» 200 km an Pfaden, genauso lang wie die Strecke mit dem Auto!!
Berge, die steil in den Ozean abfallen, mit Disteln übersäte Heidelandschaften, Täler voller Tannen und zwischendurch immer wieder Sandstrände… Kurz gesagt: Hier finden Sie all die Postkartenmotive und Bilder, die man sich von Irland macht. Es ist einfach fantastisch.
Erwarten Sie allerdings nicht, diese Orte für sich allein zu haben: Es sind sehr viele Touristen unterwegs, besonders an den Parkplätzen entlang der Strecke, die zum Anhalten und Fotografieren einladen.
Die Orte sind so schön, dass ich gar nicht wüsste, was ich Ihnen zuerst empfehlen soll: Hinter jeder Kurve entdeckt man einen Fleck, der noch schöner ist als der vorherige! Wenn Sie Zeit haben, besuchen Sie die Dingle-Halbinsel und nehmen Sie sich die Zeit, den Killarney-Nationalpark ausgiebig zu erkunden.
Kilkenny

Die mittelalterliche Stadt Kilkenny liegt südwestlich von Dublin und ist bekannt für ihr Rotbier, ihre Kathedrale und ihr Schloss.
Besuchen Sie unbedingt die älteste Brauerei Irlands auf dem Gelände der Saint Francis Abbey. Die Stadt lädt einfach zum Bummeln ein: Die Burg aus dem 12. Jahrhundert ist sehr beeindruckend und die allgemeine Atmosphäre versetzt einen direkt in das Irland des Mittelalters zurück. Man findet dort aber auch viele keltische Spuren und überall Runen. Besonders die Friedhöfe mit ihren charakteristischen Kreuzstelen lassen einen tief in die Vergangenheit eintauchen.
Diese Stadt war für uns der perfekte Ort, um noch einmal letzte Eindrücke zu sammeln, bevor es zurück nach Dublin und nach Hause ging. Es herrscht dort eine unglaublich festliche Stimmung, durch die wir das Gefühl bekamen, dem irischen Lebensgefühl ein Stück näher zu kommen.
Ich kann Ihnen eine solche Reise nur wärmstens empfehlen: Sie bietet einen echten Vorgeschmack auf Authentizität, Begegnungen mit Einheimischen und das Gefühl, viel über das Land gelernt zu haben. Allein schon wegen der landschaftlichen Schönheit und der reichen Geschichte des Landes lade ich Sie herzlich ein, dort einmal vorbeizuschauen.
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