Monopoli, die weiße Stadt mit den bunten Booten
Am frühen Morgen riecht es im Hafen von Monopoli nach Salz, Diesel und fangfrischem Fisch aus den Kisten. Die blauen, grünen und roten Holzboote schaukeln sanft unter den Stadtmauern, während die Fischer am Kai ihre Netze flicken.
Hier drängt sich kein monumentales Bauwerk in den Vordergrund. Monopoli erlebt man am besten zu Fuß in einem Labyrinth aus kalkgetünchten Gassen, die sich zwischen der Adria und den Olivenhainen des Umlands erstrecken.
Ein Reiseziel wie für dich gemacht?
Monopoli gefällt dir, wenn du überschaubare Küstenstädte magst, in denen du innerhalb von zehn Minuten von einer kleinen Badebucht im Straßencafé sitzt. Es ist ein idealer Ausgangspunkt, um den Süden des Itria-Tals und die Küste zu erkunden, und das ganz ohne die Hektik von Bari oder den Trubel in Alberobello.
Enttäuscht sein wirst du hingegen, wenn du lange Sandstrände oder ein exzessives Nachtleben suchst. Die Küste ist überwiegend felsig und das Zentrum schläft außerhalb der Saison früh ein.
Gut geeignet für:
- Paare und Freunde auf der Suche nach charmanten Gassen und Küstenflair
- Liebhaber von Fischküche und Olivenöl
- alle, die Apulien erkunden möchten, ohne das Hotel zu wechseln
Weniger geeignet für:
- Familien, die sich weitläufige Sandstrände wünschen
- Reisende auf der Suche nach lebendigen Ausgehmöglichkeiten
- alle, die unebenes Kopfsteinpflaster und enge Gassen meiden wollen
Praktische Hinweise
Die historische Altstadt ist kompakt und lässt sich komplett zu Fuß erkunden. Die hellen Steinplatten werden nach einem Regenschauer rutschig, pack also am besten Schuhe mit gutem Profil ein.
Der Sommer ist heiß und gut besucht, besonders im August, wenn viele Italiener selbst an die Küste strömen. Mit Englisch kommst du in den touristischen Bereichen meist gut weiter, aber ein paar Brocken Italienisch öffnen dir überall sonst die Türen.
Die Altstadt und der Hafen
Der Porto Vecchio
Das ist der perfekte und zugleich fotogenste Ausgangspunkt. Die bunten Fischerboote liegen in einer schmalen Bucht, die von weißen Fassaden gerahmt wird. Komm am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne den Stein in ein warmes Licht taucht.
Das Castello Carlo V und die Stadtmauern
Das kastell von Karl V. bewacht den Hafeneingang auf einer vom Wellengang umspülten Landzunge. Die alten Wehrmauern laden zu einem Spaziergang direkt am Wasser mit Blick auf die weiße Stadt ein. Unserer Meinung nach ist das der schönste kostenlose Spaziergang in Monopoli, vor allem bei Sonnenuntergang.
Die Kathedrale und das Gassengewirr
Die Kathedrale Maria Santissima della Madia im Barockstil prägt das Bild der Altstadt. Rundherum verzweigen sich schmale Gassen mit blühenden Balkonen und versteckten Kirchen. Verlieren brauchst du dich hier nicht vor einem Stadtplan zu fürchten, denn dafür ist der Ort viel zu überschaubar.
Strände und Buchten
Die Strände in Monopoli bestehen vor allem aus kleinen Felsbuchten und sandigen Abschnitten. Cala Porta Vecchia ist am unkompliziertesten gelegen: Sie befindet sich direkt unterhalb der Altstadt, nur wenige Schritte von den Stadtmauern entfernt.
Wenn du mehr Platz brauchst, findest du nördlich und südlich der Stadt breitere Küstenabschnitte und private Strandbäder. Du erreichst sie am besten mit dem Auto oder einem Regionalbus.
Ein Tipp unter Freunden: In der Hauptsaison füllen sich die Buchten nahe dem Zentrum bereits am Vormittag. Such dir vor 10:00 Uhr ein Plätzchen oder schau dir morgens die Altstadt an und heb dir das Baden für den späten Nachmittag auf.
Ausflüge rund um Monopoli
Die Stadt ist ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Alberobello mit seinen Trulli, Polignano a Mare und seinen Klippen oder Locorotondo mit seinen kreisrunden Gassen. Diese Orte erreichst du unkompliziert mit dem Auto oder der Regionalbahn.
Das Umland von Monopoli ist geprägt von Masserie, ehemaligen befestigten Gutshöfen, die zu Hotels und Restaurants umgebaut wurden. Sie lassen sich am besten mit dem Auto zwischen Olivenhainen und Trockensteinmauern entdecken.
Wo essen und trinken in Monopoli?
Die lokale Küche dreht sich ganz um das Meer und das Land. Probier unbedingt die crudi di mare, extrem frische rohe Fische und Meeresfrüchte direkt am Hafen, sowie die orecchiette mit cime di rapa, einem echten Klassiker aus Apulien.
In den Bäckereien, den sogenannten forni im Zentrum, bekommst du frische focaccia barese mit Tomaten und Oliven. Zum Apéro schmeckt ein Glas primitivo oder lokaler Weißwein hervorragend auf einer Terrasse mit Blick auf den Hafen.
Wo übernachten in Monopoli und Umgebung?
In der Altstadt erwarten dich Gästehäuser und Apartments in renovierten Steingebäuden. So wohnst du direkt im Zentrum des Geschehens, allerdings ist die Zufahrt mit dem Auto eingeschränkt.
Draußen auf dem Land bieten die Masserie Ruhe, Pool und ausgiebige Frühstücke. Das lohnt sich vor allem dann, wenn du mit dem Auto unterwegs bist und Entspannung suchst, ist aber weniger praktisch, wenn du abends zu Fuß ausgehen möchtest.
Wie kommt man nach Monopoli?
Der nächstgelegene Flughafen ist in Bari, der von verschiedenen europäischen Städten direkt angeflogen wird. Monopoli liegt etwa 50 km südöstlich von Bari an der Küstenstraße.
Eine Regionalbahn verbindet Bari mit Monopoli, wobei der Bahnhof ein Stück außerhalb des Zentrums liegt. Alternativ ist der Flughafen Brindisi etwa eine Autostunde entfernt.
Wie kommt man von A nach B in Monopoli?
Die Altstadt erkundest du am besten zu Fuß. Für abgelegene Strände und das Umland ist ein Mietwagen sehr praktisch. Stell diesen jedoch außerhalb der engen Gassen ab und nutze die Parkplätze am Stadtrand.
Wann ist die beste Reisezeit?
Der Frühling (April bis Juni) und der frühe Herbst (September bis Oktober) bieten die ideale Mischung aus angenehmen Temperaturen, noch warmem Meer und überschaubarem Andrang. Juli und August sind heiß und sehr gut besucht, weshalb du diese Monate meiden solltest, wenn du Menschenmassen nicht magst.
Monopoli ist eine charmante Hafenstadt in Apulien direkt an der Adria. Die historische Altstadt liegt etwas erhöht und ist ganz in Weiß gehalten. Man muss sich ein wenig vom Zentrum entfernen, um den alten Hafen mit seinen blauen Fischerbooten zu genießen, der für eine tolle, authentische mediterrane Stimmung sorgt. Man kann dort die Barockkathedrale und die Burg Karls V. besichtigen oder auf den Stadtmauern am Meer entlangschlendern. Allerdings fehlen hier die berühmten Trulli, die den eigentlichen Charme von Apulien ausmachen.