Piazza Trento e Trieste à Ferrara (Photo de Ввласенко)

Was tun in Ferrara: die schönsten Aktivitäten & Highlights 2026

Ferrara, die Stadt der Este: Renaissance pur in der Emilia-Romagna

Manche Städte scheinen ein geheimes Abkommen mit der Zeit geschlossen zu haben. Ferrara gehört dazu. Die schachbrettartigen Straßen aus dem 15. Jahrhundert, die Renaissance-Paläste aus terrakottafarbenen Ziegeln, das Schloss mit seinem wassergefüllten Burggraben: All das steht hier, ist bewohnt und lebendig in einer italienischen Provinzstadt, in der Fahrräder das Stadtbild mehr prägen als Touristen. Genau das macht den besonderen Reiz aus.

Das richtige Ziel für dich?

Ferrara ist ideal für Reisende, die eine italienische Stadt mit Charakter suchen, ohne den Trubel großer Metropolen. Kein Gedränge vor den Sehenswürdigkeiten, keine in zehn Sprachen übersetzten Speisekarten, keine Souvenirshops alle zehn Meter. Die Stadt richtet sich an alle, die Renaissance-Architektur in einem authentischen Umfeld schätzen, das Fahrrad als natürliches Fortbewegungsmittel sehen und die emilianische Küche in ihrer ganzen Fülle genießen möchten.

Wenn du hingegen ein pulsierendes Nachtleben, eine große Auswahl an internationalen Hotels oder weltberühmte Museen erwartest, könnte Ferrara zu ruhig für dich wirken. Es ist eine Stadt für Bewohner, nicht für Besucher.

Geeignet für:

  • Liebhaber von Renaissance-Architektur und UNESCO-Welterbe
  • Radfahrer: Die Stadt ist flach und bietet ein dichtes Netz an Radwegen
  • Reisende, die den Massen in den großen italienischen Touristenzielen entgehen wollen
  • Feinschmecker, die neugierig auf die emilianische Küche sind (Cappellacci, Salama da Sugo)
  • Reisende, die eine Basis suchen, um Bologna, Venedig oder Ravenna zu erkunden

Weniger geeignet für:

  • Reisende, die Strand oder Berge suchen
  • Jene, die ein intensives Nachtleben erwarten
  • Familien mit kleinen Kindern, die spezielle Kinderattraktionen suchen
  • Reisende, die ausschließlich mit dem Auto unterwegs sind (das Zentrum ist eine verkehrsberuhigte Zone)

Budget: Vernünftig für eine UNESCO-Stadt

Ferrara ist deutlich erschwinglicher als Florenz oder Venedig, mit Preisen, die eher einer emilianischen Provinzstadt als einem touristischen Hotspot entsprechen.

Geschätztes Tagesbudget in Ferrara für 1 Person
Posten Richtwert
Übernachtung einfach (B&B, Gästezimmer) 40 bis 70 Euro
Übernachtung komfortabel (3-4 Sterne Hotel) 80 bis 140 Euro
Snack (Sandwich, Pizza al taglio) 6 bis 10 Euro
Restaurantbesuch (komplettes Menü inkl. Wein) 25 bis 40 Euro
Eintritte (Castello Estense + Palazzo dei Diamanti) 10 bis 18 Euro
Fahrradverleih pro Tag 8 bis 15 Euro
Tagesbudget Sparfuchs 60 bis 90 Euro
Tagesbudget Komfort 130 bis 200 Euro

Richtpreise, Änderungen vorbehalten

Praktische Informationen

Ferrara ist sehr sicher und lässt sich angenehm allein oder mit der Familie erkunden. Das historische Zentrum, seit 1995 UNESCO-Welterbe, ist kompakt und komplett zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen. Eine Sprachbarriere kann in kleinen Geschäften auftreten: Englisch ist weniger verbreitet als in Rom oder Mailand, doch die Einwohner machen dies durch ihre direkte Art wett.

Das historische Zentrum ist weitgehend eine verkehrsberuhigte Zone (ZTL). Wenn du mit dem Auto anreist, parke am besten in der unmittelbaren Peripherie und lege den Rest des Weges zu Fuß oder per Rad zurück. Der öffentliche Nahverkehr ist vorhanden, für Besucher jedoch kaum nötig, da alles fußläufig oder auf zwei Rädern erreichbar ist.

Das Castello Estense und das mittelalterliche Herz

Das Castello Estense mit seinen vier Türmen und dem wassergefüllten Graben dominiert das Stadtzentrum mit einer fast theatralischen Präsenz. Ende des 14. Jahrhunderts von der mächtigen Familie Este erbaut, beherbergt es heute freskengeschmückte herzogliche Gemächer, unterirdische Verliese und eine Privatkapelle. Der Besuch dauert etwa ein bis zwei Stunden und hält einige Überraschungen bereit: die herzoglichen Küchen, die Hängetärten und den Ausblick von den Türmen auf das Renaissance-Schachbrett der Stadt.

Rund um das Schloss bilden die Piazza della Repubblica und die Via San Romano das geschäftige Herz der Stadt. Der Duomo di Ferrara mit seiner romanisch-gotischen Fassade und dem Dommuseum ist einen genaueren Blick wert: Die Reliefs am Südportal und die dort ausgestellten flämischen Wandteppiche sind von seltener Qualität.

Geheimtipp: Steig auf die Dachterrasse des Doms (kostenpflichtig, separater Eingang) für einen freien Blick auf die Ziegeldächer und Türme der Stadt. Nur wenige Besucher tun dies, dabei ist es einer der besten Aussichtspunkte Ferraras.

Die Addizione Erculea: Geplante Renaissance

Nördlich des Schlosses erstreckt sich ein in Europa einzigartiges Viertel: die Addizione Erculea, eine Stadterweiterung, die Ercole I. d'Este Ende des 15. Jahrhunderts in Auftrag gab und von dem Architekten Biagio Rossetti entworfen wurde. Es ist eines der ersten Beispiele für geplante Stadtentwicklung der Renaissance: breite Straßen, berechnete Perspektiven und integrierte Gärten. Das Ergebnis ist fünf Jahrhunderte später ein luftiges, fast stilles Viertel, in dem sich Adelspaläste entlang des Corso Ercole I d'Este aneinanderreihen.

Am Ende dieser Allee verdankt der Palazzo dei Diamanti seinen Namen den 8.500 diamantförmig geschliffenen Marmorblöcken seiner Fassade. Im Inneren finden sich regelmäßig temporäre Ausstellungen zu Renaissance- und moderner Kunst, die zu den besten der Region zählen. Wenn du nur einen halben Tag Zeit hast, sollte dies deine erste Anlaufstelle sein.

Die Stadtmauern und das jüdische Viertel

Die Stadtmauern von Ferrara, zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erbaut, bilden einen neun Kilometer langen grünen Gürtel um die Stadt. Sie sind komplett für Radfahrer und Fußgänger zugänglich und bieten einen zeitlosen Spaziergang mit Blick auf den Burggraben, private Gärten und die Po-Ebene. Hier zeigt sich das Ferrara der Einheimischen, abseits der Touristenpfade.

Das Ghetto Ebraico, eines der ältesten Italiens, nimmt ein enges Netz aus Gassen zwischen der Via Mazzini und der Via Contrari ein. Die jüdische Gemeinde von Ferrara war lange Zeit eine der einflussreichsten der Halbinsel, bevor sie unter den Verfolgungen des 20. Jahrhunderts litt. Das Museo Nazionale dell'Ebraismo Italiano e della Shoah (MEIS), 2017 eröffnet, erinnert auf dokumentierte und würdevolle Weise an diese Geschichte.

Wo essen und trinken in Ferrara?

Die Küche Ferraras ist eine der eigenwilligsten der Emilia-Romagna. Die Cappellacci di zucca, mit Kürbis und Amaretti gefüllte Teigtaschen, sind das Aushängeschild: süß-herzhaft und beim ersten Bissen vielleicht gewöhnungsbedürftig, danach aber unvergesslich. Die Salama da Sugo, eine lange gereifte, geschmorte Wurst, ist rustikaler und seltener zu finden; halte in den Trattorien der Altstadt danach Ausschau.

Für den Alltag bietet der überdachte Mercato Comunale in der Via del Mercato Wurstwaren, Käse und lokale Produkte in einer Atmosphäre, die weit vom Touristenfolklore entfernt ist. Das Caffè Europa auf der Piazza Trento Trieste ist seit Jahrzehnten der Treffpunkt der Einheimischen für den Aperitif.

Wo übernachten in Ferrara?

Am besten wohnst du im historischen Zentrum in Laufnähe zum Castello Estense. Das Angebot an B&Bs und Gästezimmern in alten Palästen ist für eine Stadt dieser Größe gut. Internationale Hotelketten fehlen fast völlig; es ist familiär oder gar nicht. Wenn du mehr Komfort oder Auswahl suchst, kann Bologna, 45 Minuten mit dem Zug entfernt, als Basis dienen.

Wie kommt man nach Ferrara?

Ferrara hat keinen eigenen Flughafen. Die praktischste Option ist die Landung in Bologna (BLQ), von wo aus ein direkter Regionalzug in 45 Minuten nach Ferrara fährt. Der Flughafen Venedig Marco Polo (VCE) ist eine gangbare Alternative, mit etwa 1 Stunde 15 Minuten bis 1 Stunde 30 Minuten Fahrt per Zug via Padua. Bei einer Anreise mit dem Zug aus Paris führt der Weg über Mailand oder Turin mit Umstieg in Bologna, was insgesamt etwa 6 bis 7 Stunden dauert.

Geheimtipp: Die Regionalzüge zwischen Bologna und Ferrara sind häufig und günstig (unter 5 Euro). Sie fahren vom Hauptbahnhof Bologna ab und kommen direkt im Zentrum von Ferrara an. Das ist bei weitem die einfachste Lösung, auch mit Gepäck.

Wie bewegt man sich in Ferrara fort?

Die kurze Antwort: mit dem Fahrrad. Ferrara ist flach, das Zentrum kompakt und die Radwege decken nahezu die gesamte Stadt ab. Fahrradverleihstationen findest du in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und des Schlosses. Es ist das Verkehrsmittel der Einheimischen, und es gibt keinen Grund, es anders zu machen.

Für die Stadtmauern oder die Außenbezirke deckt das Netz der städtischen TPER-Busse die ganze Stadt ab. Taxis gibt es zwar, sie werden jedoch in einem so fußgängerfreundlichen Zentrum kaum genutzt.

Wann ist die beste Reisezeit?

Der Frühling (April bis Juni) und der Herbst (September bis Oktober) sind die besten Reisezeiten: milde Temperaturen, schönes Licht und ein angenehmes Besucheraufkommen. Der Sommer in Ferrara kann schwül und feucht sein, mit Spitzenwerten um 35 Grad.

Der Winter ist kalt und neblig, da die Po-Ebene von November bis Februar dichten Nebel erzeugt. Die Stadt erhält dann jedoch eine besondere, fast melancholische Atmosphäre, die manche Reisende gerade suchen.

Im Mai findet der Palio di Ferrara statt, eine lebendige historische Nachstellung im Stadtzentrum.

Finde die besten Preise für deine Reise nach Ferrara

Aktivitäten und Führungen Hotels und Unterkünfte Flüge Maßgeschneiderte Reisen

Top-Fotos der Mitglieder

Piazza Trento e Trieste à Ferrara (Photo de Ввласенко)

Bewertungen von Reisenden zu Ferrara

Meine Bewertung abgeben

Zusammenfassung der Bewertungen

Zur Stadt

1 Bewertungen
+3
Empf.
  • Gesamt 4/5
  • Mit Familie 4/5
  • Als Paar 4/5
  • Mit Freunden 4/5

Zu den Aktivitäten

2 Bewertungen
+4
Empf.
  • Kirchen und kathedralen +4 Empf.

Einen Abstecher wert

Ich habe diese Stadt der Kunst und Geschichte abseits der touristischen Routen sehr genossen! Ferrara bietet einen denkmalgeschützten Stadtkern, in dem man wunderbar mit dem Fahrrad unterwegs sein kann, ein absolutes Muss! Besonders gut gefallen hat mir das Castello Estense, eine echte Festung mit ihren Türmen und Bögen aus rotem Backstein. Ein großer Pluspunkt der Stadt ist, dass man dank der autofreien Zonen ganz entspannt auf Entdeckungstour gehen kann. Außerdem gibt es dort, wie so oft in Italien, tolle Adressen zum Essen!

537
Empfiehlt :
Gesamtnote :
Mit Familie :
Als Paar :
Mit Freunden :

Du hast alle Bewertungen gesehen.

Weitere Städte, die du von Ferrara aus besuchen kannst