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Was tun in Verona: die schönsten Aktivitäten & Highlights 2026

Verona, weit mehr als nur ein Balkon und eine Liebesgeschichte

Es ist 18:00 Uhr auf der Piazza Bra, und die rosafarbenen Steinstufen des Amphitheaters leuchten golden im Abendlicht. In wenigen Stunden werden hier 15.000 Menschen sitzen, um unter freiem Himmel Aida zu lauschen.

Zweitausend Jahre liegen zwischen den Gladiatoren und den Tenören von heute, doch die Mauern haben die Zeit überdauert. Shakespeare verlegte die unmögliche Liebe von Romeo und Julia genau hierher. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen, um einen Balkon zu fotografieren, der vor 1936 gar nicht existierte. Die wahre Magie der Stadt liegt jedoch anderswo: in den stillen Plätzen, auf denen die Veroneser ihr Leben führen, als gäbe es die Besucherströme gar nicht.

Eine Stadt für Liebhaber Norditaliens

Verona ist das ideale Ziel für Reisende, die Italien abseits der Menschenmassen von Venedig oder Florenz erleben möchten. Die Stadt lässt sich in zwei bis drei Tagen bequem zu Fuß erkunden und vereint römische Überreste, mittelalterliche Paläste und Kirchen aus der Renaissance. Auch Weinliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Die Hügel des Valpolicella beginnen nur zwanzig Minuten vom Zentrum entfernt. Hier wird der Amarone gekeltert, einer der kräftigsten Rotweine Italiens.

Wer jedoch Strände oder ein ausschweifendes Nachtleben sucht, ist hier falsch. Die Abende in Verona enden traditionell mit einem spritz auf einer Terrasse und einem späten Abendessen. Familien mit Kindern schätzen die kurzen Wege und die relative Ruhe, auch wenn es kaum spezielle Angebote für die Kleinen gibt.

Ein klassisches norditalienisches Budget

Plane für ein gutes Hotel in der Altstadt mit 100 bis 180 Euro pro Nacht, in den Außenbezirken liegen die Preise bei 60 bis 90 Euro. Eine komplette Mahlzeit in einer Trattoria kostet 25 bis 40 Euro pro Person, Wein inklusive. Der Eintritt in die Arena kostet 10 Euro. Alternativ lohnt sich die Verona Card für 20 Euro, die Zugang zu allen Museen sowie die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel beinhaltet.

Die Arena und die Piazza Bra

Die Arena di Verona stammt aus dem Jahr 30 nach Christus. Als drittgrößtes römisches Amphitheater nach dem Kolosseum und dem von Capua bot sie einst 30.000 Zuschauern Platz. Ein Erdbeben im Jahr 1117 zerstörte den äußeren Ring, von dem heute nur noch ein Abschnitt, die Ala, steht. Der Innenraum ist jedoch nahezu intakt und bietet eine bemerkenswerte Akustik.

Seit 1913 findet hier im Sommer das Festival lyrique de Vérone statt. Die Saison 2025 markiert die 102. Ausgabe. Wer keine Vorstellung besucht, kann die Arena tagsüber besichtigen. Ein Aufstieg bis zu den obersten Rängen bietet einen tollen Blick über die Stadt und lässt erahnen, wie es hier vor zwei Jahrtausenden bei den Gladiatorenkämpfen zuging.

Tipp vom Experten: Buche deine Tickets online und sei früh am Morgen da, um Warteschlangen zu vermeiden. Die Sitzplätze auf den Steinstufen sind hart. Vor dem Eingang verkaufen Händler Kissen für 2 bis 5 Euro.

Das mittelalterliche Zentrum und seine Plätze

Die Piazza delle Erbe liegt genau dort, wo sich einst das römische Forum befand. Jeden Morgen belebt ein Markt den Platz unter bunten Sonnenschirmen. Die mittelalterlichen und Renaissance-Fassaden ringsum zeugen von sieben Jahrhunderten Handelsgeschichte. Hier genießen die Einheimischen ihren Aperitivo, nicht auf den überfüllten Terrassen der Piazza Bra.

Ein paar Schritte weiter strahlt die Piazza dei Signori eine feierlichere Atmosphäre aus. Seit 1865 steht dort die Dante-Statue. In einer angrenzenden Gasse befinden sich die Arche Scaligere, die gotischen Grabmäler der Familie, die im 14. Jahrhundert über die Stadt herrschte. Die 84 Meter hohe Torre dei Lamberti bietet den besten Panoramablick über die Ziegeldächer und die Schleifen der Etsch.

Das Haus der Julia und der Shakespeare-Mythos

Seien wir ehrlich: Die Casa di Giulietta ist eine Touristenattraktion, die nachträglich inszeniert wurde. Der Balkon wurde erst 1936 hinzugefügt, um Besucher zufriedenzustellen. Das Haus aus dem 13. Jahrhundert gehörte der Familie Dal Cappello, deren Name entfernt an Shakespeares Capulets erinnert. Die Verbindung endet dort.

Dennoch hat die Begeisterung für den Mythos etwas Rührendes. Jedes Jahr treffen Tausende Briefe an Julia ein, die von Freiwilligen beantwortet werden. Der Innenhof ist kostenlos zugänglich und ständig überlaufen. Der Eintritt ins Innere kostet 6 Euro und beinhaltet den Zugang zum berühmten Balkon. Wer Menschenmassen meiden will, sollte diesen Ort auslassen oder direkt zur Öffnung kommen.

Das linke Etsch-Ufer: Veronetta und die Giusti-Gärten

Das Viertel Veronetta auf der anderen Seite des Flusses ist bei Touristen noch ein Geheimtipp. Die Ponte Pietra, die bereits 100 vor unserer Zeitrechnung von den Römern erbaut wurde, führt dorthin. 1945 wurde sie im Krieg gesprengt, doch die Veroneser setzten sie Stein für Stein wieder zusammen.

Die jardins Giusti sind einen Besuch wert. Dieser Renaissance-Garten aus dem 16. Jahrhundert beeindruckt mit jahrhundertealten Zypressen, Buchsbaumlabyrinthen und künstlichen Grotten. Schon Goethe flanierte hier während seiner Italienreise. Vom Belvedere am höchsten Punkt hat man einen direkten Blick über die Stadt. Der Eintritt kostet 13 Euro, mit der Verona Card 9 Euro. Wochentags hat man die Wege fast für sich allein.

Tipp vom Experten: Der Blick vom Castel San Pietro, das man per Standseilbahn oder über eine steile Treppe erreicht, ist besonders zum Sonnenuntergang fantastisch. Sonntags picknicken hier die Einheimischen.

Wo kann man in Verona essen und trinken?

Das risotto all'Amarone ist das Aushängeschild der Stadt. Der Vialone Nano Reis aus der Po-Ebene nimmt den kräftigen Rotwein aus dem Valpolicella auf und färbt sich dabei dunkelviolett. Der Geschmack ist intensiv und leicht süßlich mit Noten von kandierten Früchten. Der Preis liegt je nach Restaurant zwischen 12 und 20 Euro.

Bigoli, dicke Nudeln ähnlich wie üppige Spaghetti, werden oft mit Entenragout oder Sardellen serviert. Die pastissada de caval, ein in Wein und Gewürzen geschmortes Pferderagout, geht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Das Gericht ist umstritten, aber die Veroneser sind stolz darauf. Die Osteria al Duca bereitet es traditionell mit cremiger Polenta zu.

Für den Aperitivo setzt man sich gegen 18:00 Uhr an die Piazza delle Erbe. Ein Spritz kostet 4 bis 6 Euro und wird oft mit Cicchetti, kleinen venezianischen Häppchen, serviert. Die Gelateria Savoia, die seit 1939 besteht, bietet handgemachtes Eis direkt vor dem Teatro Filarmonico.

Wo übernachten in Verona und Umgebung?

Das historische Zentrum ist für den ersten Besuch die beste Wahl. Man erreicht alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß und kann abends das lebendige Treiben in den Gassen genießen. Die Preise sind jedoch hoch, besonders während der Opernsaison oder bei Fachmessen wie der Vinitaly im April.

Das Viertel Cittadella zwischen Bahnhof und Zentrum ist ein guter Kompromiss. Die Piazza Bra ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Borgo Trento auf der anderen Seite der Etsch eignet sich für Reisende, die es ruhiger mögen. Die öffentlichen Gärten und das Wohnviertel bilden einen Kontrast zur touristischen Hektik.

Für kleinere Budgets bietet das StraVagante Hostel ordentliche Zimmer ab 60 Euro. Das Hotel Milano & SPA, nur 50 Meter von der Arena entfernt, verfügt über eine Dachterrasse mit Whirlpool und direktem Blick auf das Amphitheater. In der Hochsaison sollte man mehrere Wochen im Voraus buchen.

Anreise und Mobilität in Verona

Der Flughafen Valerio Catullo liegt 11 Kilometer vom Zentrum entfernt. Der Aerobus bringt einen in fünfzehn Minuten zum Bahnhof Porta Nuova für 7 Euro. Von Deutschland aus gibt es zahlreiche Flugverbindungen, oft mit Zwischenstopp oder saisonal direkt. Die Anreise mit dem Zug ist oft praktischer, da Verona direkt an der Hauptstrecke Mailand-Venedig-Triest liegt.

Von Mailand oder Venedig dauert die Fahrt mit dem Schnellzug etwa 1h15. Von Florenz aus sind es 1h30. Regionalzüge sind günstiger, brauchen aber etwa 30 Minuten länger. Vor Ort ist alles fußläufig erreichbar. Das historische Zentrum ist eine Fußgängerzone. Stadtbusse verbinden bei Bedarf die Außenbezirke.

Wann ist die beste Reisezeit?

Frühling und Herbst sind ideal: milde Temperaturen, goldenes Licht auf den rosafarbenen Steinen und moderater Andrang. Der Sommer lockt zwar Opernfans an, aber die Hitze kann erdrückend sein und Hotels sind während des Festivals oft ausgebucht. Der Winter ist eine angenehme Zeit für Ruhesuchende, auch wenn manche Sehenswürdigkeiten ihre Öffnungszeiten einschränken.

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Wunderschöne mittelalterliche Stadt

Vérone ist zwar als Schauplatz der Liebesgeschichte von Romeo und Julia bekannt, aber die Stadt ist auch an sich wunderschön. Das mittelalterliche historische Zentrum ist sehr gut erhalten. Es macht großen Spaß, durch die gepflasterten Gassen zu spazieren. Die Stadt ist außerdem lebendig und bietet zahlreiche Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte.

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