Matera besuchen: Eine faszinierende Höhlenstadt
Wenn du bei deiner Reise durch Süditalien ein Ziel abseits der ausgetretenen Pfade suchst, ist Matera ein heißer Kandidat. Die Stadt thront am Rand einer tiefen Schlucht und fühlt sich mit ihren steilen Gassen und den direkt in den Fels gehauenen Behausungen wie eine Zeitreise an.
Die Sassi: Weltkulturerbe
Die Sassi, seit 1993 UNESCO-Welterbe, bilden das Herzstück von Matera. Diese Höhlensiedlungen, von denen einige seit dem Neolithikum bewohnt sind, wirken wie ein Labyrinth aus engen Wegen, steilen Treppen und versteckten Plätzen. Ein Spaziergang durch die Sassi fühlt sich zeitlos an und bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke über das umliegende Tal.
Die Kathedrale und Felsenkirchen
Über der Stadt thront die Kathedrale von Matera aus dem 13. Jahrhundert, ein markantes Beispiel romanischer Architektur. Ein Blick ins Innere lohnt sich vor allem wegen der erhaltenen Fresken und der aufwendig gestalteten Holzdecke. In der Nähe findest du zahlreiche Felsenkirchen mit mittelalterlichen Fresken, darunter die Santa Maria de Idris oder San Pietro Barisano. Sie sind stille Zeugen der tief verwurzelten religiösen Geschichte dieser Region.
Museen für die lokale Geschichte
Wer tiefer in die Materie eintauchen will, besucht das Museo Nazionale d'Arte Medievale e Moderna im Palazzo Lanfranchi, das eine beachtliche Kunstsammlung beherbergt. Die Casa Grotta di Vico Solitario hingegen zeigt eindrucksvoll, wie das Leben der Menschen in den Sassi vor der Sanierung aussah. Diese Museen bieten einen spannenden Einblick in die soziale und kulturelle Entwicklung von Matera.
Das Umland von Matera
Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Parco della Murgia Materana, eine wilde Landschaft, die von natürlichen Höhlen und weiteren Felsenkirchen durchzogen ist. Auf den Wanderwegen kannst du die Stadt aus der Ferne betrachten, ein idealer Spot, wenn du gerne fotografierst oder unberührte Natur suchst.
Rustikale Küche mit intensiven Aromen
Matera ist für seine authentische Küche bekannt. Ein Muss ist das pane di Matera, ein Sauerteigbrot, das für seine dicke Kruste und die luftige Krume geschätzt wird. Zu den klassischen Gerichten zählen orecchiette mit Wildgemüse oder gereifter caciocavallo. Dazu passt ein Glas lokaler vino primitivo, der kräftig und aromatisch ist.
Wo essen?
- Ristorante Soul Kitchen (Sasso Barisano): Eine moderne Adresse, die traditionelle Rezepte fein interpretiert.
- Trattoria del Caveoso (Sasso Caveoso): Authentische Atmosphäre und lokale Spezialitäten in einer echten Höhlenumgebung.
- Osteria al Casale (Historisches Zentrum): Einfache und herzhafte Küche, ideal, um die Aromen der Region kennenzulernen.
Wo schlafen?
- La Dimora di Metello (Sasso Barisano): Ein schickes Hotel mit Panoramablick über die Sassi.
- Sextantio Le Grotte della Civita (Sasso Caveoso): Luxuriöse Höhlenzimmer, die ein einzigartiges Übernachtungserlebnis bieten.
- Palazzo Gattini Luxury Hotel (Historisches Zentrum): Ein elegantes Hotel in einem aufwendig restaurierten alten Palast.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühling und Herbst sind ideal für einen Besuch, da die Temperaturen mild sind und das Licht perfekt für Erkundungen in den Sassi ist. Im Juli wird die Stadt zudem durch das Fest der Madonna della Bruna mit spektakulären Prozessionen belebt.
Wie kommt man hin?
Matera ist von Bari aus in etwa 1,5 Stunden per Zug erreichbar, die Fahrt kostet etwa 5 bis 7 Euro. Wenn du aus Rom anreist, ist ein Flug nach Bari und die Weiterreise mit dem Zug oder Mietwagen am komfortabelsten.
Wie bewegt man sich fort?
Das historische Zentrum ist komplett fußläufig. Um die Umgebung zu erkunden, ist louer une voiture die praktischste Wahl.
Ich war auf der Rückreise von einem Roadtrip durch Apulien in Italien in Matera. Man kann dort problemlos einen Tag verbringen. Es ist ein echtes Vergnügen, die Einheimischen in ihrem Alltag zu beobachten. Nehmen Sie sich die Zeit, einen Kaffee auf einer Terrasse in der Sonne zu genießen und lassen Sie sich dann in den labyrinthartigen Gassen treiben. Matera gehört wegen seiner in den Kalkstein gehauenen Höhlenwohnungen, die Sassi genannt werden, zum UNESCO-Welterbe. Man kann dort Felsenkirchen, in ehemaligen Höhlenhäusern untergebrachte Museen und das Belvedere der Murgia besichtigen.