Saint-Denis besuchen: Ein historisches Erbe jenseits der Klischees
Direkt vor den Toren von Paris liegt Saint-Denis, eine Stadt mit einer Geschichte, die so tief wie ihre Kontraste sind. Bekannt ist sie vor allem für ihre Basilika, die als letzte Ruhestätte der französischen Könige dient. Wer die Stadt besucht, erlebt ein spannendes Miteinander aus prestigeträchtiger Vergangenheit, lebendiger kultureller Vielfalt und einem stetigen städtischen Wandel. Saint-Denis ist ein Ziel für alle, die abseits der üblichen Touristenrouten nach einem authentischen Stück Frankreich suchen.
Einzigartiges historisches Erbe in der Île-de-France
Das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt ist die basilique-cathédrale Saint-Denis, ein Meisterwerk der Gotik und die königliche Nekropole. Hier fanden mehr als 70 Könige und Königinnen ihre letzte Ruhe, darunter Catherine de Médicis und François Ier. Das Bauwerk beeindruckt durch seine Glasmalereien, die detailreichen Grabskulpturen und eine Atmosphäre, die eine besondere Stille ausstrahlt.
Nur wenige Schritte entfernt bietet das musée d'Art et d'Histoire, das in einem ehemaligen Karmeliterkloster untergebracht ist, einen Einblick in die Entwicklung der Stadt von der Antike bis heute. Das alte Zentrum bewahrt zudem einige malerische Gassen, besonders rund um die place du Caquet. Dort findet dienstags, freitags und sonntags einer der größten Märkte der Île-de-France statt. Es ist ein farbenfroher Ort, an dem man die Seele der Stadt am besten einfangen kann.
Zeitgenössische Kultur und große Events
Saint-Denis reduziert sich nicht auf seine Geschichte, sondern ist auch ein Zentrum zeitgenössischer Kunst. Die Maison des Sciences de l'Homme Paris Nord, das 6b (ein selbstverwalteter Kunstraum direkt am Canal Saint-Denis) sowie die Ateliers der von Luc Besson gegründeten Cité du Cinéma zeigen den innovativen Geist der Stadt.
Die Stadt ist zudem untrennbar mit dem Stade de France verbunden. Ob Fußballfan, Rugby-Anhänger oder Konzertgänger, dieser Tempel der französischen Populärkultur beherbergt jedes Jahr internationale Großereignisse. Bei geführten Touren lässt sich ein Blick hinter die Kulissen, in die Umkleidekabinen und auf die Tribünen werfen.
Eine Stadt im Wandel
Lange Zeit hatte Saint-Denis einen schwierigen Ruf, doch die Stadt befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Zahlreiche städtebauliche Projekte werten die ehemaligen Industriegebiete entlang des Kanals auf. Das Viertel La Plaine, früher eher brachliegend, hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum entwickelt, in dem heute große Unternehmen und Fernsehstudios ansässig sind.
Ist Saint-Denis gefährlich?
Man muss ehrlich sein: Bestimmte Bereiche von Saint-Denis können besonders in den Abendstunden ein Sicherheitsrisiko darstellen. Es empfiehlt sich daher, einsame Wege bei Nacht zu meiden, insbesondere in der Umgebung der RER-Stationen. Tagsüber und in den touristischen Zonen wie dem historischen Zentrum oder rund um das Stade de France ist das Aufkommen jedoch sicher. Wie in jeder Großstadt reicht ein gesundes Maß an Vorsicht völlig aus.
Ein Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen im Norden
Dank der geografischen Lage ist Saint-Denis ein guter Startpunkt, um den Norden der Île-de-France zu erkunden. In unmittelbarer Nähe liegen la Villette, der Parc de la Légion d'Honneur, der Canal de Saint-Denis für Spaziergänge oder Radtouren sowie der Marché aux Puces de Saint-Ouen, den man in wenigen U-Bahn-Stationen erreicht.
Wo essen?
- Le Méli Mélo (Stadtzentrum): Eine gemütliche und preiswerte Kantine mit einer Mischung aus afrikanischen, kreolischen und orientalischen Gerichten.
- Le Coin de l'Afrique (Viertel Basilique): Großzügige senegalesische Küche, gesellige Atmosphäre und reichliche Portionen.
- La 3ème Mi-Temps (Plaine-Saint-Denis): Eine moderne Brasserie, die an Spieltagen besonders beliebt ist und nur einen Steinwurf vom Stade de France entfernt liegt.
- Maison Tajine (rue de la République): Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis für traditionelle, hausgemachte marokkanische Speisen.
Wo übernachten?
- B&B HOTEL Paris Saint-Denis Porte de Paris (Porte de Paris): Ein einfaches und modernes Hotel, ideal für Reisende mit kleinerem Budget, die eine schnelle Anbindung an die Metro und die Basilika suchen. Saubere Zimmer, freundlicher Service und sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Novotel Paris Saint-Denis Stade Basilique (Stade de France): Ein komfortables 4-Sterne-Haus mit geräumigen Zimmern und einem Restaurant. Perfekt für Familien oder Besucher, die ein Event im Stade de France besuchen.
- ibis Saint-Denis Stade Sud (Stade de France): Ein funktionales und gut gelegenes Hotel, das für seine bequemen Betten und die Nähe zu Sport- und Kulturveranstaltungen geschätzt wird. Eine zuverlässige Wahl für einen Kurzaufenthalt.
- Courtyard by Marriott Paris Saint-Denis (Plaine-Saint-Denis): Ein gehobenes Hotel mit ruhiger Atmosphäre in der Nähe von Unternehmenssitzen und mit guter Anbindung nach Paris. Der Rahmen ist diskreter, mit aufmerksamem Service, der sowohl Geschäftsreisende als auch Paare anspricht.
Wie kommt man hin?
Saint-Denis ist von Paris Gare du Nord aus in weniger als 10 Minuten mit dem RER D oder RER B erreichbar (Ticketpreis ca. 2,10 Euro). Die Anreise ist auch über die Métrolinie 13 möglich, die jedoch etwas langsamer ist. Vom Flughafen Charles-de-Gaulle dauert die Fahrt mit dem RER B etwa 30 Minuten.
Entgegen dem Image, das uns die Medien vermitteln wollen, gibt es in Saint-Denis nicht nur Elend und Kriminalität. Es gibt eine alte Innenstadt mit historischen Gebäuden, die Basilika... Das Geschäftsviertel, das rund um das Stade de France entstanden ist, ist viel besser gelungen als das in La Défense und wird immer lebendiger. Es gibt außerdem einen Markt, auf dem man gute Schnäppchen machen kann.