Piana besuchen
Piana liegt an der Westküste von Korsika. Das Dorf wurde wie ein Amphitheater 438 Meter über dem golfe de Porto erbaut. Bekannt ist der Ort vor allem für seine Calanques, auf Korsisch auch "calanches" genannt. Dabei handelt es sich um imposante Felsformationen aus rosafarbenem Granit, die durch Wind und Meer geformt wurden. Die Straße D81 schlängelt sich entlang der Küste und bietet Ausblicke auf diese zerklüfteten Landschaften, die seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Wer die Umgebung zu Fuß erkunden möchte, findet abwechslungsreiche Wege, etwa den alten Pfad von Piana nach Ota. Dieser historische Maultierpfad ist noch heute von alten Trockenmauern gesäumt.
Eines der schönsten Dörfer Frankreichs
Das abgelegene Piana zählt etwa 400 Einwohner, erlebt aber im Sommer einen starken Ansturm von Besuchern. Die Geschichte der Region ist bis ins 18. Jahrhundert durch die genuesische Besatzung geprägt. Die Republik Genua ließ damals eine Reihe von Wachtürmen errichten, um die korsische Küste vor Angriffen zu schützen. Ein Beispiel hierfür ist der tour de Turghju aus dem Jahr 1608, der auf dem Gipfel des Capu Rossu in 331 Metern Höhe über dem Meer thront.
Im Dorfzentrum steht die Pfarrkirche église Santa Maria Assunta, die der Himmelfahrt gewidmet ist. Sie beherbergt zwei denkmalgeschützte Kunstwerke: ein Gemälde des heiligen Hugo von Lincoln aus dem 17. Jahrhundert sowie eine polychrome Marienstatue aus bemaltem Holz. Auch architektonisch hat das Dorf mit dem hôtel des Roches Rouges ein historisches Zeugnis des frühen Tourismus auf der Insel zu bieten. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1912 und ist heute als Kulturerbe des 20. Jahrhunderts eingestuft.
Korsikas Schätze entdecken
Piana besticht durch seine Umgebung, in der sich die schroffen Felsküsten mit Pinienwäldern und dem tiefblauen Mittelmeer abwechseln. In den Felsspalten des Granits gedeiht eine seltene, endemische Pflanze: die l'œillet de madame de Gysperger (eine spezielle Nelkenart), die ausschließlich in diesem Teil Korsikas vorkommt.
Für einen Ausflug lohnt sich die Fahrt zur la marine de Ficajola. Der ehemalige Fischerhafen von Piana ist heute eine kleine Bucht, die von Fischerhütten umgeben ist und sich gut zum Tauchen eignet. Wer baden möchte, findet am plage d’Arone einen gut ausgestatteten Strand, der etwa 12 Kilometer vom Dorf entfernt liegt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Am entspanntesten erkundest du das Dorf und die Calanques außerhalb der Hochsommermonate. Nimm dir Zeit, die Felsen zu verschiedenen Tageszeiten zu beobachten, denn ihr Farbspiel verändert sich je nach Licht und Wetterbedingungen ständig.
Anreise
Um nach Korsika zu gelangen, fliegst du am besten nach Ajaccio oder nimmst die Fähre ab Marseille, Toulon oder Nice. Vor Ort mietest du dir am besten einen Wagen, um Piana in etwa 1 Stunde und 20 Minuten zu erreichen. Alternativ kannst du ab Ajaccio eine Bootstour buchen, um die spektakulären Klippen direkt vom Wasser aus zu bestaunen.
Ich war während eines Roadtrips mit dem Auto auf Korsika in Piana. Es liegt im Westen der Insel und man fährt vor allem wegen der Calanques dorthin. Das Wasser ist türkis. Sie sind von beeindruckenden roten Felsformationen umgeben, die seltsamerweise an Nadeln erinnern. Es ist auch ein idealer Ort für schöne Wanderungen.