Arusha, die Stadt, in der Safaris beginnen und der Kaffee unter Vulkanen wächst
Der Geruch trifft dich als Erstes. Geröstete Arabica-Bohnen, roter Staub, Fleisch, das am Straßenrand auf Holzkohlegrills brutzeln. Am Fuß des Mont Meru zeigt sich die Stadt laut und chaotisch, durchzogen von bunten Dala Dalas. Doch genau hier starten die großen Safaris in den Norden von Tansania.
Eine Station, bei der sich ein längerer Aufenthalt lohnt
Die meisten Reisenden verbringen nur eine Nacht hier, bevor sie weiter zum Serengeti oder zum Ngorongoro rasen. Wir finden, das ist ein Fehler. Von der Stadt aus erreichst du einen Nationalpark in nur dreißig Minuten, dazu Kaffeeplantagen und Maasaï-Dörfer.
Perfekt geeignet für:
- Safarifans, da die größten Parks Afrikas nur wenige Stunden entfernt liegen
- Wanderer, die den Mont Meru ohne den Massentourismus des Kilimandscharo besteigen möchten
- Reisende auf der Suche nach echten Begegnungen mit den Maasaï
- Kaffeeliebhaber, die Plantagen rund um die Stadt erkunden wollen
Weniger geeignet für:
- Alle, die eine charmante Altstadt suchen: Arusha ist funktional und nicht malerisch
- Schmale Budgets: Safaris gehen ins Geld, selbst in der günstigsten Variante
- Reisende, die nicht gerne verhandeln: Aufdringliche Schlepper sind allgegenwärtig
Ein Budget mit zwei Gesichtern
Das alltägliche Leben ist preiswert: Ein einfaches Gericht an einem Straßenstand kostet weniger als 3 €*. Aber Safaris treiben die Kosten in die Höhe, rechne mit 150 bis 250 USD pro Person und Tag in der Gruppe. Bezahlt wird in tansanischen Schilling. Nimm unbedingt Bargeld für die Märkte mit.
| Ausgaben | Richtwert |
|---|---|
| Übernachtung in Guesthouse oder Hostel | 15 bis 40 €* |
| Übernachtung in komfortabler Lodge | 50 bis 150 €* |
| Essen an der Straße oder auf dem Markt | 2 bis 5 €* |
| Restaurantbesuch | 8 bis 20 €* |
| Tagesbudget für Backpacker in der Stadt | 30 bis 50 €* |
| Komfortables Tagesbudget | 80 bis 200 €* |
Praktische Infos: Was dich erwartet
Dank der Höhenlage ist das Klima das ganze Jahr über angenehm mit Werten zwischen 15 und 28°C. Man verständigt sich gut auf Englisch. Ein paar Brocken Suaheli öffnen dir jedoch alle Türen: jambo für Hallo, asante für danke. Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum, das online als E-Visum oder bei der Einreise für rund 50 USD erhältlich ist. Reisende aus Österreich oder der Schweiz prüfen am besten die Bestimmungen für ihre Staatsangehörigkeit.
Ist es gefährlich, nach Arusha zu reisen?
Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen ist die Stadt sicher: Achte auf deinen Wertsachen auf belebten Märkten und meide nächtliche Spaziergänge allein. Die häufigsten Maschen sind aufdringliche Schlepper, die billige Safaris andrehen wollen.
Der Arusha-Nationalpark und der Mont Meru
Der Arusha-Nationalpark ist der kleinste des Landes und vereint den Ngurdoto-Krater, die pink schimmernden Momella-Seen mit ihren Flamingos sowie die Hänge des Mont Meru. Hier begegnen dir Giraffen, Büffel und Stummelaffen aus nächster Nähe.
Die Besteigung des Mont Meru auf 4.566 Metern dauert drei bis vier Tage und erfolgt in Begleitung eines bewaffneten Rangers. Er ist eine gute Alternative zum Kilimandscharo, da er weniger frequentiert und günstiger ist.
Ein Tipp unter Freunden: Eine Kanusafari auf den Momella-Seen ist das ausgefallenste Erlebnis im Park. Zwischen rosa Flamingos und Flusspferden zu paddeln, ist die 45 bis 50 USD Eintrittsgebühr allemal wert.
Das Stadtzentrum: Märkte, Handwerk und Tansanit
Der Zentralmarkt und der Kilombero-Markt bilden das pulsierende Herz der Stadt. Obst, Gewürze, bunte Kanga-Stoffe: Alles wechselt in einem lebhaften Durcheinander den Besitzer. Morgens gibt es frisch gebackene Sambusas, dreieckige Teigtaschen mit würziger Gemüsefüllung, für ein paar Cent.
Das Cultural Heritage Centre vereint Galerien und Kunsthandwerk von rund 120 tansanischen Stämmen. Es ist die verlässlichste Adresse, wenn du echten Tanzanit erwerben möchtest, einen weltweit einzigartigen blau-violetten Edelstein. Die Uhrturm-Kreuzung von Arusha, symbolischer Halbweg zwischen Kairo und Kapstadt, ist ein beliebtes Fotomotiv im Vorbeigehen.
Ein Tipp unter Freunden: Wenn du handgemachte Souvenirs suchst, schau bei Shanga vorbei, einem sozialen Projekt im Garten der Arusha Coffee Lodge. Dort stellen Menschen mit Behinderung Glasperlen-Schmuck und andere Kunsthandwerke her.
Ausflüge in die Umgebung: Dörfer, Plantagen und die großen Parks
Das Dorf Mto Wa Mbu, eine Autostunde entfernt, spiegelt die ethnische Vielfalt Tansanias wider. Bananenplantagen, Handwerksbetriebe und ein gemeinsames Mittagessen mit Einheimischen machen diesen Ausflug zu einem unvergesslichen Tag.
Die Kaffeeplantagen rund um die Stadt bieten Führungen von der Bohne bis zur Tasse an. Die drei großen Parks im Norden, Serengeti, Ngorongoro und Tarangire, lassen sich wunderbar bei ein- bis siebentägigen Touren besuchen.
Ein Tipp unter Freunden: Buche deine Safari niemals bei fliegenden Händlern auf der Straße. Vergleiche Angebote auf SafariBookings.com, lies Bewertungen und wähle Agenturen, die zertifizierte lokale Guides beschäftigen.
Wo kann man in Arusha essen und trinken?
Die lokale Küche dreht sich vor allem um Nyama Choma, gegrilltes Ziegenfleisch, das mit Chapati serviert wird. Dazu genießt man süße Mandazi-Gebäckstücke und tansanischen Kaffee. Das Themi Living Garden serviert lokale Gerichte im Grünen, während das Onsea House unter der Leitung eines belgischen Küchenchefs bereits als bestes Restaurant des Landes ausgezeichnet wurde.
Wie kommt man nach Arusha?
Der Kilimanjaro International Airport, 45 km entfernt, ist der wichtigste Ankunftsort. Ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz fliegst du in etwa 11 Stunden mit einem Zwischenstopp über Airlines wie KLM, Air France, Ethiopian Airlines oder Turkish Airlines. Hin- und Rückflüge kosten zwischen 600 und 1.000 €*. Der Transfer ins Zentrum schlägt mit 55 bis 80 USD zu Buche.
Wie kommt man in Arusha von A nach B?
Das Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden. Die bunten Dala Dalas decken das Stadtgebiet für 500 TZS pro Fahrt ab, also 0,17 €*. Die vollgestopften Minibusse gehören einfach zum lokalen Alltag dazu.
Taxifahrten kosten je nach Verhandlungsgeschick zwischen 3 und 10 €*. Auch Bolt und inDrive sind vor Ort aktiv. Für Fahrten in die Nationalparks ist jedoch ein Allradfahrzeug mit Fahrer unerlässlich.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die optimalen Monate sind die Trockenzeit von Juni bis Oktober sowie die kurze Trockenphase im Januar und Februar. Die Regenzeit von März bis Mai macht manche Pisten unpassierbar, belohnt dich dafür aber mit günstigeren Preisen und leeren Parks.
Arusha wird sicher Ihr erster Eindruck von der Region der großen Nationalparks sein.
Mein Eindruck ist gemischt, denn man findet hier die Nachteile großer Städte mit ihrem ganzen Ausmaß an wirtschaftlichen Unterschieden.
Aber die Stadt bleibt angenehm und vermittelt Ihnen einen Vorgeschmack auf Afrika mit ihrem farbenfrohen Markt und den herzlichen Bewohnern.