Greyfriars Kirkyard, zwischen Barockstein und edinburgher Legenden
Wer das Tor an der Ecke von Candlemaker Row und George IV Bridge durchschreitet, betritt einen Friedhof voller barocker und neoklassizistischer Grabmäler, die von jahrhundertelanger schottischer Feuchtigkeit Patina angesetzt haben. Der unebene, von alten Steinen durchsetzte Boden zwingt dazu, den Schritt zu verlangsamen und den Blick auf den Weg zu richten.
Der Friedhof umschließt die gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Kirche Greyfriars Kirk, deren graue Steinsilueta noch heute die Grabstätten überragt, die sich im Laufe der Zeit um sie herum angesammelt haben.
Warum sich ein Besuch lohnt
Der Ort besitzt echtes historisches Gewicht: Hier wurde im Jahr 1638 der National Covenant unterzeichnet, das grundlegende Dokument für das religiöse und politische Selbstbewusstsein Schottlands gegenüber der Krone. Beim Gang durch diese Reihen merkt man schnell, dass dieser Friedhof keine malerische Kulisse ist, sondern ein wichtiger Anker in der Geschichte des Landes.
Das Mausoleum von George Mackenzie
Unter den Grabmälern sticht das mausolée de George Mackenzie (Mausoleum von George Mackenzie) hervor, einer Persönlichkeit im Zusammenhang mit den Verfolgungen gegen die Covenanter. Heute zählt es zu den meistdiskutierten Orten von Edinburgh, der in der lokalen Tradition mit Spukgeschichten verbunden wird, die der Friedhof nie dementieren wollte. Private Anbieter veranstalten abendliche Führungen, die sich gezielt um dieses Mausoleum und seine Geistergeschichten drehen.
Greyfriars Bobby und literarische Echos
Am Eingang erinnert eine kleine Statue aus Bronze an Greyfriars Bobby, jenen Hund, der der Legende nach das Grab seines Herrchens bewacht haben soll. Auf dem Friedhof befindet sich zudem sein vermeintliches Grab, das allerdings mehr auf Legende als auf dokumentierter Gewissheit beruht.
Eine weitere Besonderheit, die Besucher anzieht: Mehrere auf Gräbern eingemeißelte Namen, darunter der eines gewissen Thomas Riddell, werden von der touristischen Tradition mit den Figuren aus den Harry Potter Romanen in Verbindung gebracht.
Ein Tipp unter Freunden: Zieh dir festes Schuhwerk an, da das Gelände zwischen den alten Grabsteinen uneben ist. Plane für einen eigenständigen Rundgang zwischen dreißig Minuten und einer Stunde ein.
Wie viel Zeit du für diese Aktivität einplanen solltest
Plane 30 Minuten bis 1 Stunde für einen eigenständigen Rundgang ein.
*Angaben können sich ändern
Ich bin zufällig vorbeigekommen und da es in meinem Reiseführer stand, habe ich einen kurzen Abstecher dorthin gemacht. Inmitten eines Beets findet man tatsächlich eine Statue von Bobby, dem Hund, der jahrelang dorthin zurückkehrte, nachdem sein Herrchen gestorben war.
Angeblich haben dort auch einige berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte.
Vielleicht ist die Erfahrung mit einem Guide, der Anekdoten aus der Vergangenheit oder Gespenstergeschichten erzählt, ja anders. Aber so ganz alleine hat der Ort bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war nach 15 bis 20 Minuten wieder weg.