Römerberg: Bewertungen, Preise und praktische Tipps

Römerberg, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland
Römerberg, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland
Stadt- und Platzführungen ab 14 €*
Buchung empfohlen
Jetzt buchen
Place du Römerberg à Francfort

Römerberg, das mittelalterliche Herz der Finanzmetropole

Das unebene Kopfsteinpflaster hallt unter Ihren Schritten wider, die Fachwerkhäuser zeichnen sich gegen einen oft grauen Himmel ab, und in der Mitte hält die Justitia-Statue seit Jahrhunderten ihre Waage bereit. Der Römerberg wirkt wie aus der Zeit gefallen, als wäre er einem geschichtsträchtigen Mittelalter entsprungen, doch er pulsiert im Rhythmus einer Stadt, die fest in die Zukunft blickt.

Warum der Römerberg das schlagende Herz von Frankfurt am Main bleibt

Seit dem 9. Jahrhundert dient dieser Platz als Forum der Stadt. Märkte, Messen, Ritterturniere, öffentliche Hinrichtungen und Kaiserkrönungen fanden hier über tausend Jahre lang statt. Im 16. Jahrhundert galt er als der schönste Platz des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahr 1405 erwarb der Stadtrat zwei Patrizierhäuser eines wohlhabenden Kaufmanns, um dort das Rathaus, den Römer, einzurichten. Über die Jahrhunderte kamen weitere Gebäude zu diesem Architekturkomplex hinzu.

Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs legten den Platz in Schutt und Asche. In den 1980er Jahren initiierte die Stadt eine akribische Rekonstruktion. Die sechs Fachwerkhäuser der Ostzeile, der östlichen Häuserzeile, entstanden 1986 nach historischen Plänen neu. Das Ergebnis spaltet die Gemüter: Manche sehen darin ein deutsches Disneyland, andere loben den Willen, das architektonische Gedächtnis zu bewahren. Ungeachtet der Debatten funktioniert der Platz und zieht täglich Tausende Besucher an.

Der Römer und seine kaiserlichen Geheimnisse

Das Rathaus beeindruckt mit seiner typisch gotischen Fassade und den drei Stufengiebeln. Diese Silhouette ist ein unverkennbares Symbol für die Macht der freien Stadt. Im Inneren bewahrt der Kaisersaal seine Fresken, die die 52 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zeigen. In diesem Saal fanden nach den Kaiserkrönungen die prunkvollen Bankette statt. Zwischen 1562 und 1792 empfingen zehn Kaiser ihre Krone im benachbarten Dom, bevor sie hier feierten.

Der Zugang zum Inneren des Römers ist nur zu bestimmten Zeiten und Anlässen möglich. Das Erdgeschoss beherbergt heute das Standesamt, in dem sich die Frankfurter das Ja-Wort geben. Eine schöne Anekdote: Die Brautpaare, die sich hier trauen lassen, erhalten traditionell eine Glocke als Geschenk, ein Symbol für das eheliche Glück in der lokalen Kultur.

Der Gerechtigkeitsbrunnen und die Ostzeile

In der Mitte des Platzes thront der Gerechtigkeitsbrunnen. Die Göttin Justitia steht an der Spitze und hält Waage und Schwert. Eine interessante Besonderheit: Ihre Augen sind nicht verbunden, anders als bei der üblichen Darstellung der Justitia. Diese Statue stammt aus dem Jahr 1611 und ist der erste öffentliche Brunnen der Stadt. Bei Kaiserkrönungen floss roter und weißer Wein aus ihren Rohren, damit das Volk auf die Gesundheit des neuen Kaisers anstoßen konnte.

Die bunten Fachwerkhäuser der Ostzeile bilden die meistfotografierte Postkartenkulisse. Ihre Namen erinnern an mittelalterliche Schilder: Zum Großen Engel, Zum Kleinen Engel, Zur Goldenen Waage. Im Erdgeschoss befinden sich Cafés und touristische Restaurants, während die oberen Etagen als Büros dienen. Am Abend unterstreicht die Beleuchtung die dunklen Holzstrukturen an den hellen Fassaden.

Ein Tipp unter Freunden: Besuchen Sie den Platz in den frühen Morgenstunden, gegen 7:00 oder 8:00 Uhr, wenn die Touristen noch schlafen. Das flache Licht bringt das Fachwerk zur Geltung und Sie können Fotos ohne Menschenmassen aufnehmen. Das Kopfsteinpflaster glänzt vom Tau und die mittelalterliche Stimmung ist vollkommen präsent. Der Blumenmarkt am Donnerstagmorgen fügt eine authentische lokale Note hinzu.

Gedenken und Feierlichkeiten auf dem Pflaster

Eine diskrete Platte im Pflaster erinnert an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933, als die Nationalsozialisten hier tausende Bücher verbrannten. Dieser düstere Rückblick steht im Kontrast zur Fröhlichkeit heutiger Veranstaltungen auf dem Römerberg. Der Weihnachtsmarkt, einer der ältesten und berühmtesten Deutschlands, verwandelt den Platz während der vier Adventswochen in ein Winterdorf. Die Holzhütten quellen über vor kunstvollem Weihnachtsschmuck, gebratenen Würstchen und dampfendem Glühwein.

Der Ostermarkt im Frühjahr und das Mainfest im Sommer ziehen ebenfalls zahlreiche Besucher an. Unter freiem Himmel finden regelmäßig Konzerte zwischen den historischen Fassaden statt. Die Alte Nikolaikirche schließt die Südseite des Platzes mit ihrer roten Silhouette ab. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und dient heute als Ausstellungsort und für Konzerte.

Stadt- und Platzführungen ab 14 €*Buchung empfohlen
Verfügbarkeit prüfen

Bewertungen zu Römerberg

Zu diesem Ort wurde noch keine Bewertung veröffentlicht.
Sei der Erste! Deine Erfahrungsberichte helfen anderen Reisenden und können Spenden für Vereine sammeln.