Besuch der Burg La Madeleine
Wenn du durch die Gemeinde Chevreuse im Département Yvelines fährst, triffst du auf eine Burganlage aus dem 11. Jahrhundert. Heute dient sie als Hauptsitz des Parc naturel régional de la Haute Vallée de Chevreuse (regionaler Naturpark des oberen Chevreuse-Tals). Der bemerkenswert gute Erhaltungszustand unterstreicht die architektonische Bedeutung dieser Festung.
Geschichte
Der Bau der Anlage begann um das Jahr 1030 auf Anordnung von Gui I., dem Herrn von Chevreuse. Die Burg sollte die Stadt vor ständigen Plünderungszügen schützen. Da die Burgkapelle der heiligen Maria Magdalena geweiht war, erhielt das gesamte Bauwerk seinen heutigen Namen.
Im 12. Jahrhundert erfolgten tiefgreifende Umbauten. Die Mauer des Burghofs, die zuvor vermutlich nur aus einer Holzpalisade bestand, wurde durch eine massive Steinmauer ersetzt. Zudem entstand der steinerne Bergfried.
Eine zweite Phase der baulichen Erweiterungen fand im 15. Jahrhundert unter den Regierungszeiten von Karl V., Karl VI. und Ludwig XI. statt. In dieser Zeit wurde auch die Stadt selbst befestigt und mit einem Graben sowie einer Stadtmauer inklusive kleinerer Türme versehen.
Im 20. Jahrhundert wurde schließlich im Innenhof der Burg die Maison du Parc naturel régional de la Haute Vallée de Chevreuse errichtet.
Die Burg La Madeleine heute
Während von der Stadtbefestigung kaum noch Spuren vorhanden sind, ist die Burgmauer aus dem 14. Jahrhundert, die durch einen Graben und eine natürliche Schlucht ergänzt wird, noch gut erhalten. Der obere Burghof kann kostenlos besichtigt werden. Hier lassen sich die hervorragend bewahrten Überreste wie die beiden Rundtürme, der Bergfried und die Maschikulis der Wehrmauern aus nächster Nähe betrachten. Der untere Burghof hingegen ist in private Parzellen aufgeteilt und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Für Fans der französischen Fernsehserie Kaamelott ist der Ort besonders interessant, da einige Außenaufnahmen in der Kulisse der Burg La Madeleine gedreht wurden.
Die Anlage bleibt ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Verteidigungsarchitektur.
Für Leser der Romansaga Fortunes de France ist Chevreuse ein vertrauter Name, vor allem wegen der Figur der Herzogin von Chevreuse. Vor Ort habe ich dann noch entdeckt, dass Racine dort einen Teil seines Lebens verbracht hat.
Kurz gesagt, auf dem Papier klingt das vielversprechend.
Um zur Burg zu gelangen, die über dem ganzen Dorf thront, muss man einen Pfad durch den Wald für ein paar hundert Meter hinaufgehen, den Chemin Jean Racine.
Nicht zu schwer und echt nett zu laufen und anzusehen.
Als ich vor der Burg ankam, war ich eher enttäuscht: Türen geschlossen (15. August?) und nicht viel zu sehen, außer der Aussicht auf das Tal von Chevreuse vom Weg aus. Ich hätte gerne gesehen, was sich innerhalb der Burgmauern befindet, und wäre sogar gerne auf die Türme gestiegen, falls das möglich ist.