Schloss Versailles, die Bühne der absoluten Macht
Drei Könige, fünfzig Jahre Bauzeit, 2.300 Fenster rund um 700 Räume. Versailles ist kein Schloss wie jedes andere. Es ist die physische Manifestation eines maßlosen Ehrgeizes, nämlich der von Ludwig XIV., der ein bescheidenes Jagdschloss in das strahlende Symbol der französischen Monarchie verwandelte.
Warum ein Besuch im Schloss Versailles?
Jenseits seines Status als meistbesuchtes historisches Denkmal Frankreichs erzählt Versailles die Geschichte einer Macht, die die Welt blenden wollte. Jedes vergoldete Detail, jede Sichtachse in den Gärten und jeder Brunnen zeugen von einer Ära, in der die Kunst der Verherrlichung des Sonnenkönigs diente. Das Schloss prägte das französische Lebensgefühl und diente europäischen Höfen über ein Jahrhundert lang als Vorbild.
Seit 1979 als UNESCO-Welterbe gelistet, fasziniert das architektonische Juwel bis heute durch seine bewusste Extravaganz und die Perfektion seiner Proportionen. Es ist zudem der Ort, an dem der Vertrag zur Beendigung des Ersten Weltkriegs unterzeichnet wurde, was eine weitere bedeutende Seite der Geschichte in diese Mauern grub.
Der Spiegelsaal und die Großen Appartements
Der Spiegelsaal bleibt das schlagende Herz des Schlosses. Auf einer Länge von 73 Metern reihen sich 357 Spiegel an 17 Fenstern, die den Blick auf die Gärten freigeben. Zur Zeit seiner Entstehung waren Spiegel ein unvorstellbarer Luxus, und diese Verschwendung von Reflexionen sollte das Licht und die königliche Pracht buchstäblich vervielfachen.
Die Großen Appartements des Königs und der Königin enthüllen eine Abfolge thematischer Salons, die antiken Gottheiten gewidmet sind. Jeder Raum wetteifert in Opulenz mit Deckenmalereien von Charles Le Brun, polychromem Marmor und Holzarbeiten, die mit Blattgold überzogen wurden.
Die wichtigsten Werke
- Die Decke des Königsschlafzimmers, in dem Ludwig XIV. im Jahr 1715 verstarb
- Der Kriegssaal mit seinem spektakulären Flachrelief von Ludwig XIV. zu Pferd
- Die Königliche Kapelle, ein Meisterwerk religiöser Architektur des 18. Jahrhunderts
- Das Königliche Opernhaus, ein Schrein aus vergoldetem Holz mit Platz für 700 Zuschauer
Die französischen Gärten, eine perfekte Geometrie
André Le Nôtre entwarf diese 815 Hektar großen Gärten als Erweiterung des Schlosses. Die Perspektiven wirken unendlich, die Wasserbecken fügen sich in millimetergenauer Symmetrie aneinander. Hier wurde die Natur gebändigt, geformt und in Ordnung gebracht.
Die Großen Wasserspiele machen den Besuch zu einem sinnlichen Spektakel. Von Ende März bis Oktober erwachen die Brunnen an den Wochenenden im Rhythmus barocker Musik zum Leben. Das Neptunbecken entfaltet dann 99 Wasserstrahlen in einer beeindruckenden aquatischen Choreografie.
Der Insider-Tipp: Um das Gedränge im Schloss zu umgehen, beginnen Sie Ihren Besuch im Anwesen von Marie-Antoinette, das im Schlossticket enthalten ist. Das Petit Trianon und das Hameau de la Reine bieten eine intime, fast ländliche Atmosphäre, die einen Kontrast zur Pracht von Versailles bildet. Unter der Woche vor 11:00 Uhr sind Sie hier nahezu ungestört.
Effektive Besuchsplanung
Versailles empfängt jährlich über 7 Millionen Besucher. Die Reservierung eines Zeitfensters im Internet ist verpflichtend und erspart Ihnen stundenlanges Warten. Wählen Sie einen Dienstag oder Donnerstag und kommen Sie direkt zur Öffnung.
Planen Sie mindestens 3 Stunden für das Schloss allein ein, beziehungsweise einen ganzen Tag, wenn Sie die Gärten, die Trianons und das Hameau einschließen. Audioguides in 11 Sprachen begleiten den Rundgang durch das Schloss.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Natürlich ist das Schloss Versailles prächtig, sowohl von außen als auch von innen. Ein Spaziergang entlang der Spiegelgalerie oder ein Besuch der Schlachtengalerie sind ein absolutes Muss. Aber nehmen Sie sich vor allem die Zeit, die Gärten zu entdecken. Die verschiedenen Haine haben jeweils eine ganz eigene Atmosphäre und sie liegen weit genug auseinander, sodass Sie den Besuch selbst bei großem Andrang in aller Ruhe genießen können.