Besuch im Botanischen Garten von Palermo
In einer Stadt, in der barocke Prachtbauten dominieren, ist er ein Freiluftmuseum der Pflanzenwelt und eine willkommene Oase der Ruhe für Reisende. Auf einer Fläche von über 10 Hektar bietet der Botanische Garten von Palermo eine Reise durch die Wunder der Natur. Systematisch nach Sektoren angelegt, ist er ebenso lehrreich wie faszinierend. Gegründet im Jahr 1789 und ursprünglich auf Heilpflanzen ausgerichtet, hat er sich kontinuierlich weiterentwickelt und präsentiert sich heute als fast tropisch anmutender Rückzugsort.
Von seltenen Blüten bis hin zu gigantischen Bäumen
Geführt von der Universität Palermo (Università di Palermo), bleibt der Botanische Garten eine bedeutende wissenschaftliche Einrichtung, und genau darauf baut die Struktur der verschiedenen Bereiche auf. So spannend die wissenschaftlichen Grundlagen auch sind, vor allem die beeindruckende Ästhetik prägt den Ort. Den Auftakt macht das Gymnasium, ein neoklassizistisches Gebäude, das entweder zum historischen Garten oder zu den Gewächshäusern führt. Unter den Häusern für Orchideen, Sukkulenten und fleischfressende Pflanzen sticht die Serra Carolina als eines der schönsten Gewächshäuser in Europa hervor. Hier gedeihen seltene Sammlungen, deren Anblick begeistert. Die Vegetation ist dicht und monumental: Der Bereich der Palmen mit 455 Bäumen, ein Wald aus riesigen Ficus-Bäumen und Sykomoren lassen auf jedem Schritt Staunen aufkommen. Im sogenannten Versuchsgarten lassen sich Baumwollpflanzen, Zuckerrohr oder ausgefallene Hibiskusarten entdecken. Die Welt scheint sich auf diesem sizilianischen Boden zu konzentrieren, der diesen Pflanzen ein gedeihliches Zuhause bietet. Pflanzen und Blüten erfüllen dieses Paradies mit Düften, wobei ein Mückenschutz vor allem nahe den Teichen mit indischen Lottusblumen, Seerosen und ägyptischem Papyrus ratsam ist. Ob im ältesten Teil nach dem System von Linné oder im jüngeren Bereich nach dem deutschen Engler-Schema, dieser Ort voller Wunder wirkt wie eine Oase außerhalb der Zeit.
Der Eintritt kam mir etwas teuer vor (5 Euro) im Vergleich zu anderen botanischen Gärten, aber ich finde, es lohnt sich trotzdem. Um mal etwas anderes als Kirchen zu sehen, tut ein kleiner Spaziergang in dieser Grünanlage richtig gut! Es blühte zwar nicht besonders viel während meines Besuchs (abgesehen von den Kakteen), aber man kann dort unter anderem riesige Bäume bestaunen. Ein guter Ort, um ein bisschen zu entspannen!