Die Ménagerie du Jardin des Plantes: 230 Jahre Wildnis mitten in Paris
Ein Orang-Utan, der malt, denkmalgeschützte Art-déco-Gebäude und Tasmanische Teufel, die in Frankreich sonst nirgends zu sehen sind. Die Ménagerie du Jardin des Plantes wurde 1794 mit den Tieren aus der königlichen Menagerie von Versailles gegründet und zählt zu den ältesten noch betriebenen zoologischen Gärten der Welt.
Warum ein Besuch der Ménagerie du Jardin des Plantes lohnt
Auf 5,5 Hektar im 5. Arrondissement leben rund 600 Tiere aus 190 Arten unter den Bäumen des Jardin des Plantes. Etwa 40 Prozent dieser Arten sind vom Aussterben bedroht. Dies ist weit mehr als nur ein Zoo: Die Einrichtung ist ein Akteur im weltweiten Artenschutz und hat beispielsweise zur Wiederansiedlung von Arabischen Oryx-Antilopen und dem Goldgelben Löwenäffchen in Brasilien beigetragen.
Seit den 1970er Jahren wurden die Großtiere aus dem Park verlagert. Elefanten oder Giraffen wirst du hier nicht mehr finden. Die Ménagerie konzentriert sich heute auf kleine bis mittelgroße Tiere, die oft selten sind und in anderen europäischen Zoos kaum gezeigt werden.
Ein architektonisches Erbe unter freiem Himmel
Alle Gebäude sind seit 1993 als Monument historique (historisches Denkmal) eingetragen. Die Bärengräben stammen aus dem Jahr 1805. Die Rotonde, errichtet zwischen 1802 und 1812, besitzt einen Grundriss in Form eines Ehrenlegionskreuzes. Die metallene Grande Volière (Große Voliere), die 1888 für die Weltausstellung entworfen wurde, beherbergt noch heute Dutzende Vogelarten.
Das Vivarium, die Singerie (Affenhaus) und die Fauverie (Raubtierhaus), die in den 1920er und 1930er Jahren erbaut wurden, bringen eine markante Art-déco-Ästhetik in den Park. Der Kontrast zwischen diesen geometrischen Linien und den kleinen ländlichen Pavillons, die vom Weiler der Marie-Antoinette in Versailles inspiriert sind, verleiht dem Ort einen seltenen Charme.
Die tierischen Stars
Der Star des Parks ist Nénette. Das Orang-Utan-Weibchen aus Borneo wurde etwa 1969 geboren und lebt seit 1972 hier. Sie zählt zu den ältesten Orang-Utans weltweit und malt regelmäßig mit Fingern und Mund. Nicolas Philibert widmete ihr 2010 einen Dokumentarfilm.
Weitere Höhepunkte:
- Die Roten Pandas, bei denen es vor Kurzem Nachwuchs gab
- Der Schneeleopard, der ebenso zurückgezogen wie faszinierend ist
- Die Tasmanischen Teufel, die 2023 ankamen und eine Premiere für Paris darstellten
- Die Seychellen-Riesenschildkröten, die im Sommer im Freigehege zu sehen sind
- Der Kea, das Visayas-Pustelschwein und das Kurzschwanz-Känguru, die in zoologischen Gärten fast nie anzutreffen sind
Tipp vom Experten: Komm am besten im Frühling oder Sommer, da die Tiere dann aktiver und besser zu beobachten sind. Werktags am frühen Morgen sind die Wege leer und die Beobachtungsmöglichkeiten optimal. Lade dir die kostenlose App der Ménagerie herunter, die unterhaltsame Pfade für Kinder von 4 bis 12 Jahren bietet.
Ein Zoo im Wandel
Ein neues 600 m² großes Gehege für die Orang-Utans befindet sich im Bau, die Eröffnung ist für 2026 geplant. Das Reptilienhaus, das seit 2019 geschlossen ist, wird derzeit vollständig restauriert. Einige Außenbereiche sind daher vorübergehend nicht zugänglich.
Das macht den Unterschied
- Einzigartige historische Umgebung mit denkmalgeschützten Gebäuden
- Seltene Arten, die in anderen europäischen Parks kaum zu sehen sind
- 40 Prozent bedrohte Arten und konkrete Wiederansiedlungsprogramme
- Regelmäßige Animationen wie Raubtierfütterungen, Treffen mit den Pflegern und ein Biodiversitätspfad in 12 Etappen
Wichtig vor dem Besuch
- Einige kleinere Gehege können Besucher enttäuschen, die an riesige moderne Zoos gewöhnt sind
- Reptilienhaus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen
- Baustellenbereiche schränken den Rundweg vorübergehend ein
Eintrittspreise
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Regulärer Preis, ab 26 Jahren | 13 € |
| Ermäßigt: 3 bis 25 Jahre für EU-Bürger, Arbeitssuchende, Pass Éducation | 10 € |
| Familientarif: 2 Erwachsene + 2 Jugendliche von 3 bis 25 Jahren | 40 € |
| Kinder unter 3 Jahren | Kostenlos |
| Menschen mit Behinderung + Begleitperson | Kostenlos |
Preisangaben ohne Gewähr, Änderungen möglich.
Öffnungszeiten
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*Angaben können sich ändern
So sehr ich den Jardin des Plantes liebe, besonders die Gewächshäuser, so wenig gefällt mir der Zoo. Es gibt zwar viele Tierarten, aber die Tiere wirken nicht besonders wohl dabei. Ihre Gehege sind sehr klein und nicht artgerecht. Im Winter zittern manche Tiere, die draußen gelassen werden, vor Kälte.