68f95c03bb5e1

Wochenendausflug in Frankreich: Entdeckungsreise nach Albi

Aus dem Französischen übersetzt — Original auf Französisch lesen

Hallo zusammen!

Für alle, die wie ich die Sendung „Des racines et des ailes“ auf France 3 mögen: In der Ausgabe vom letzten Mittwoch ging es um Albi. Ich fand den Beitrag sehr treffend und konnte alles wiedererkennen, was ich bei meinem einwöchigen Besuch diesen Sommer selbst gesehen und erlebt habe. Und ich dachte mir, dass Frankreich hier auf der Seite eigentlich auch ein paar Zeilen verdient hat! Also möchte ich euch heute von dieser großartigen Bischofsstadt erzählen.

Kurz vorab: „Albi la rouge“ (das Rote Albi), das hat nichts mit Politik zu tun, sondern liegt schlicht daran, dass die meisten Gebäude im historischen Zentrum aus rotem Backstein erbaut wurden, ist die Hauptstadt des Départements Tarn in der Region Midi-Pyrénées. Mitten im Katharerland gelegen, galt die Bischofsstadt als Leuchtturm des katholischen Glaubens, der den vermeintlichen „Irrglauben“ der Katharer überstrahlen sollte.

Die Einwohner von Albi durften sich im Juli 2010 darüber freuen, dass ihre Bischofsstadt in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde.

UNBEDINGT ANSEHEN:

Die Altstadt und die Bischofsstadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die berühmte Kathedrale Sainte-Cécile. Der Grundstein des heutigen Gebäudes wurde 1282 gelegt. Dank der ockerfarbenen Ziegelsteine spielt das Bauwerk wunderbar mit dem Licht der südfranzösischen Sonne, was schon unzählige Fotografen, Maler und andere Künstler über die Jahrhunderte hinweg inspiriert hat.

Die Kathedrale...

Wenn ihr vor dem 78 Meter hohen Glockenturm steht und die Außenfassaden betrachtet, werdet ihr sicher überrascht sein: Das Gebäude wirkt eher wie eine Festung, dicke Mauern, kaum Fensteröffnungen außer am Glockenturm...

Und ja, diese befestigte Kathedrale war tatsächlich Teil eines Verteidigungssystems. Aber lasst euch von dem etwas strengen Äußeren nicht täuschen: Geht unbedingt hinein! Dort entfaltet sich die ganze Finesse und Kunstfertigkeit der damaligen Handwerker und Künstler.

Das Innere der Kathedrale Sainte-Cécile in Albi

Die Kathedrale Sainte-Cécile beherbergt unter anderem das größte Renaissance-Fresko Europas! Diese Malereien entstanden zur gleichen Zeit wie die der Sixtinischen Kapelle.

Schaut nach oben und lasst euch das Gemälde des Jüngsten Gerichts unter dem Glockenturm nicht entgehen, es erstreckte sich ursprünglich über zweihundert Quadratmeter! Bei solchen Ausmaßen und einer Deckenhöhe von fast vierzig Metern solltet ihr allerdings aufpassen, dass ihr keinen steifen Nacken bekommt!

Die Statuen sind außergewöhnlich und die 200 Darstellungen zeigen noch die Originalfarben.

Diese Kathedrale gehört zu den meistbesuchten Frankreichs, und heute weiß ich auch warum. Durch den Welterbe-Status zieht sie zudem immer mehr internationale Reisegruppen an. Stellt euch also darauf ein, dass ihr dort nicht alleine seid...

Besuchen solltet ihr auch den ehemaligen Bischofspalast, den Palais de la Berbie, direkt am Ufer des Tarn. Er wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert erbaut und sollte die Bischöfe vor den Plänen der Katharer und der Bürger von Albi schützen sowie die starke Präsenz der Inquisition in der Region unterstreichen. Der Park ist sehr schön und lädt zu einer kleinen Pause ein.

Heute beherbergt der Palais de la Berbie das Toulouse-Lautrec-Museum. Der berühmte Maler, der mit vollem Namen Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa hieß, wurde 1864 in Albi geboren. Als Post-Impressionist und Künstler des Art Nouveau wurde er schnell zur „Seele von Montmartre“.

Eines der berühmtesten Plakate von Toulouse-Lautrec

Ehrlich gesagt: Auch wenn ihr keine großen Kunstfans seid, ist der Museumsbesuch sehr interessant und das Leben von Toulouse-Lautrec wirklich faszinierend. Es ist schon amüsant zu sehen, wie dieser Mann aus gutem Hause durch seine Darstellungen von Frauen mit zweifelhaftem Ruf und Vergnügungslokalen für Skandale sorgte...

Vergessen wir den Besuch beim „skandalösen“ Maler und schlendern weiter durch die Stadt. Kehren wir zurück zu den religiösen Gebäuden und besucht die Stiftskirche Saint-Salvi.

Wenn ihr könnt, spaziert durch den Kreuzgang: Er ist wunderschön und strahlt eine herrliche Ruhe aus.

Die gesamte Altstadt bietet zahlreiche kleine Gassen und Plätze, auf denen man wunderbar verweilen kann.

Die Burg Montségur

Dort entdeckt ihr den ganzen Reichtum des Erbes, das vom Mittelalter bis zur Renaissance reicht.

Die Sendung von France 3 schlug vor, den Besuch im Katharerland zu verlängern und in die Ariège zu fahren, um eine der bekanntesten Zufluchtsstätten der Katharer-Herren zu besichtigen: die Burg Montségur.

Sie ist allein schon wegen ihrer Lage beeindruckend, da sie auf einem Felsvorsprung über dem Dorf thront. Sie hielt mehreren Angriffen stand, bevor sie sich schließlich ergeben musste. Ein archäologisches Museum ist für Interessierte ebenfalls einen Abstecher wert.

Es ist also eine sehr geschichtsträchtige Region mit traumhaften Landschaften, in der ihr einen großartigen Urlaub verbringen könnt.

Nichts wie hin!

Kommentare (0)

und hinterlasse einen Kommentar.

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Weitere vorgeschlagene Artikel

Vorgeschlagene Fotoalben