Die Cinque Terre vom Meer aus entdecken
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Der Ausflug nach Portovenere, der im Hafen von La Spezia startet, ist ein absolutes Muss, wenn Sie in der italienischen Region Cinque Terre unterwegs sind!
Bevor ich an Bord ging, setzte ich mich in ein Straßencafé, um eine Focaccia Spezzina zu genießen, eine Art weiche Pizza mit Oregano. Einfach köstlich…
Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten und schon der Ausblick ist traumhaft. Ende des Frühlings ist eine Jacke trotz der Sonne, die sich ab und zu durch die Wolken kämpft, noch ratsam. Die Küste bietet kilometerlange Felsformationen, Strände und Buchten, überragt von einer Bergkette, die parallel zum Ufer verläuft. Hier hat der Mensch vor über tausend Jahren farbenfrohe Dörfer direkt an die steilen Hänge am Mittelmeer gebaut. Es ist eine faszinierende, farbenprächtige Küsten- und Agrarlandschaft, die Teil des Schutzgebiets des Nationalparks Cinque Terre ist.
Bei der Ankunft ist der kleine Hafen von Portovenere ein echtes Spektakel. Die Boote schaukeln auf dem kristallklaren Wasser, das eine unendliche Palette an Farben reflektiert. Die Häuser rund um den Hafen sind alle bunt bemalt, und die umliegenden Gassen sind eng, wie es für einen so alten Ort typisch ist.
Portovenere, das Juwel der ligurischen Küste
Man kommt nicht wegen des Strandes nach Portovenere, denn den gibt es hier nicht. Höchstens ein paar kleine Buchten. Wer baden möchte, muss sich meist mit den Felsen begnügen. Die Ursprünge von Portovenere reichen bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurück. Der Name bedeutet wörtlich „der Hafen, der der Göttin Venus geweiht ist“, was darauf hindeutet, dass es hier früher einen Tempel für die Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe und der Schönheit gab. Portovenere entwickelte sich im Mittelalter, wovon die Stadtmauern und die Steine am Eingangstor des Dorfes zeugen, in die das Jahr „1113“ eingemeißelt ist.
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Portovenere ist nicht nur ein alter Ort, sondern auch ein Landstrich, der Dichtern und Schriftstellern wie Shelley, Byron und Petrarca am Herzen lag. Sie haben dem Unternehmen, das die Kreuzfahrten betreibt, sogar ihren Namen geliehen: „Golf der Dichter“. Dieser Golf, der einst George Byron und Percy Bysshe Shelley beherbergte, bietet heutigen Touristen eine perfekte Verbindung aus Natur und Architektur. Besonders bewundernswert ist die wunderschöne Kirche San Pietro, die in frühchristlicher Zeit erbaut und später im genuesisch-gotischen Stil umgestaltet wurde, erkennbar an den markanten schwarz-weißen Streifen ihrer Fassade.
Wenn man den Weg zur Kirche entlanggeht, hat man das Gefühl, ihr Glockenturm würde den Himmel berühren. Von der Terrasse aus hat man einen fantastischen Blick auf die Inseln Palmaria, Tino und Tinetto. Alle drei gehören zum Regionalpark Portovenere. Das Meer aus einem Fenster zu betrachten ist spektakulär, der Ausblick ist herrlich: ein 360-Grad-Panorama über den Golf der Dichter. Hier versteht man sofort, welchen Charme Portovenere auf die Dichter vergangener Jahrhunderte ausübte, die hier Halt machten. Unterhalb der Kirche San Pietro kann man zudem die Byron-Grotte besuchen. Sie trägt diesen Namen, weil der Dichter dort oft Inspiration für seine Werke suchte.
Ich verliere mich in Gedanken und genieße die Meeresbrise, während die Hitze langsam zunimmt, doch ein Tourist reißt mich aus diesem schönen Moment, um mich nach dem Weg zu fragen. Dabei merke ich, dass die Zeit verflogen ist und es bereits Mittagszeit ist. Im Viertel Genovesi gibt es köstliche Sandwiches mit Sardellen. Ich habe mein Picknick auf einer Parkbank genossen, ein wunderbarer Moment.
Portovenere ist an einen steilen Hang gebaut, weshalb es hier viele Höhenunterschiede gibt. Man kann den ganzen Tag damit verbringen, Treppen hinauf- und hinunterzusteigen, denn sie ziehen sich durch das gesamte Dorf. Wer weiß schon, wie viele Stufen man in diesem Ort erklimmen kann? Ich habe sie nicht gezählt…
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Ich liebe es, ziellos umherzustreifen. So habe ich das Heiligtum der Weißen Madonna, die romanische Pfarrkirche San Lorenzo, die im 12. Jahrhundert errichtet und später erweitert wurde, sowie das Castello Doria, eine majestätische militärische Festung, entdeckt.
Die Sonne sinkt langsam Richtung Horizont und ich verlasse Portovenere nur schweren Herzens; das Boot gleitet aus der Bucht über ein traumhaftes Meer, das die Lichter des Sonnenuntergangs in der Stille des bezaubernden Golfs der Dichter widerspiegelt. Portovenere ist ein wundervoller Ort, der seit 1997 zum UNESCO-Welterbe zählt.
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