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Kunst und Handwerk in Talatan’i Volonondry entdecken

Aus dem Französischen übersetzt — Original auf Französisch lesen

Talatan’i Volonondry, ein bedeutender Ort der madagassischen Geschichte

Sonnenuntergang über Madagaskar25 Kilometer nördlich von Antananarivo liegt die kleine Gemeinde Talatan’i Volonondry. Die Mandiavato sind ein Volk von Landwirten. Überall sieht man Reisfelder und Menschen, die dort arbeiten. Es ist offensichtlich, dass die lokale Bevölkerung nicht bereit ist, diese Tradition aufzugeben. Allerdings reicht die lokale Produktion noch nicht aus, um den gesamten Bedarf der Menschen zu decken.

Talatan’i Volonondry beherbergt zudem zwei bedeutende historische Stätten: den heiligen Hügel von Ambohimanga (im Westen) und Aambohidroandriana (im Süden). Ambohitrabiby ist einer der 12 heiligen Hügel des Imerina-Reiches, das Hauptquartier der Mandiavato und einst die Hauptstadt des Königreichs von Ralambo. Bei meinem Besuch vor Ort konnte ich viel über die Geschichte erfahren: Es heißt, König Ralambo sei der Erste gewesen, der Zebu-Fleisch in den Speiseplan der Madagassen einführte. Aus diesem Grund ist das Wort „omby“, was Zebu bedeutet, auf einem aufrecht stehenden Stein am südlichen Ausgang von Ambohitrabiby eingraviert.

Die Madagassen haben ihre ganz eigene Art, Rindfleisch zuzubereiten. Die Technik besteht darin, das Fleisch in seinem eigenen Fett in Tontöpfen zu konservieren. Das Fleisch wird in großen Mengen eine ganze Woche lang ununterbrochen bei schwacher Hitze gegart. So verliert es seine Feuchtigkeit und das Fett setzt sich im Topf ab. Nach einer Woche lässt man es abkühlen. Es kann ein ganzes Jahr lang bis zum nächsten Fandroana-Fest aufbewahrt und vor dem Verzehr einfach wieder aufgewärmt werden.

Früher durfte Rindfleisch nur nach der Zeremonie des königlichen Bades verzehrt werden. Das ist heute jedoch nicht mehr der Fall.

Lust auf ein Stück Koba?

Talatan’i Volonondry beherbergt auch den größten Bauernmarkt nördlich von Antananarivo.
Dieser Markt ist riesig, man muss aufpassen, wo man hintritt. Abgesehen von den Pavillons der Metzger und einigen kleinen Lebensmittelläden liegen die Waren direkt auf dem Boden ausgebreitet. Tomaten, Brèdes (Blattgemüse), grüne Bohnen, Zwiebeln und vieles mehr. Es sind alles lokale Produkte, die zu sehr attraktiven Preisen verkauft werden. Man findet auch handwerkliche Erzeugnisse wie Angady (traditionelle Grabstöcke), Scheren, Rechen und Ähnliches. Der Markt von Talata ist erfüllt von einem bunten Treiben und den lauten Stimmen der Händler. Man fühlt sich fast wie auf einem Fest.

Haben Sie schon vom „Koba“ aus Talatan’i Volonondry gehört? Ich muss zugeben, es ist eine echte Delikatesse, die Sie bei einem Besuch dieser Gemeinde auf keinen Fall verpassen sollten. Auf dem Markt treffen Sie auf einige Verkäufer dieser Spezialität, die aus Weizenmehl, Erdnüssen und Zucker (manche fügen etwas Honig hinzu) hergestellt wird. Man findet sie zwar auch in der Hauptstadt, aber hier ist sie besonders authentisch. Die Köstlichkeit wird in Bananenblätter und „Longozy“-Blätter eingewickelt, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Anschließend wird sie zwei Tage und zwei Nächte lang im Wasserbad über einem Holzfeuer gegart. Bei jedem Durchgang stellt der Handwerker 10 bis 13 Kobas her. Von dieser Arbeit leben viele Familien; allein in dieser kleinen Gemeinde gibt es 8 Handwerker, die Koba herstellen. Die Produzenten erzählen einem gerne, dass Familien aus der Hauptstadt am Wochenende extra hierherkommen, nur um den Koba zu genießen. Bei vielen Festen, bei denen die madagassische Kultur im Mittelpunkt steht, wird sogar Koba anstelle von Kuchen serviert.

Auch andere Produkte tragen zum guten Ruf des Marktes von Talata bei, wie zum Beispiel die Würste. Sie werden aus Kartoffeln und Fleisch hergestellt. Mir persönlich haben sie sehr gut geschmeckt!

Handwerkliche Seidenherstellung

Talatan’i Volonondry produziert auch Seide.
Die Seide aus Madagaskar diente früher dazu, Könige und Königinnen zu kleiden. Es ist ein edles Material par excellence, das die Madagassen oft bei verschiedenen Zeremonien tragen. Stolas und Schals werden mit Eleganz getragen. Die Hersteller bieten sogar einzigartige Modelle an, die je nach Webart variieren. Ob naturfarben oder mit einem Hauch von Farbe, das Ergebnis ist immer bezaubernd. Seide nimmt einen wichtigen Platz in der madagassischen Kultur ein, und die Verwendung von Leichentüchern aus unverrottbarer Seide gilt bei Bestattungszeremonien als Zeichen von Respekt und Adel. Die Herstellung des „Lamba Landy“ ist reine Handarbeit und erfordert viele komplexe Schritte. Ambalavao ist das wichtigste Zentrum für diese Produktion.

Mein Aufenthalt in Talatan’i Volonondry hat mich viel über die große Insel gelehrt: die Geschichte von Ralambo und seinem Königreich, die lokalen Produkte und vor allem die Menschen der Gemeinde. Sie werden dem Charme der Wurst- oder Koba-Verkäufer kaum widerstehen können. Sie haben ganz eigene, persönliche Techniken, um Passanten vom Kauf ihrer Waren zu überzeugen.

Talatan’i Volonondry ist leicht zu erreichen. Wenn Sie vorbeischauen möchten, um die Schätze der Region zu entdecken, empfehle ich Ihnen, sich Zeit zu nehmen. Sie können bei den Handwerkern vorbeischauen und sehen, wie sie den Koba zubereiten. Beachten Sie, dass er sich kühl gelagert tagelang hält, falls Sie etwas mit nach Hause nehmen möchten.

Madagaskar ist eine riesige Insel; zwei Reisen haben mir nicht ausgereicht, um alles zu entdecken. Jede Reise ist eine Einladung, wiederzukommen...

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