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Was tun in Madagaskar: die schönsten Sehenswürdigkeiten 2026

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Madagaskar, die Insel, auf der die Zeit eigene Wege ging

Ein Indri stößt seinen Schrei in das Blätterdach aus. Dieser Ruf, der kilometerweit trägt, klingt fast wie der Gesang eines Wals an Land. Du befindest dich irgendwo im Wald von Andasibe, drei Autostunden von der Hauptstadt entfernt, und dir wird klar, dass dieses Tier nirgendwo sonst auf der Welt existiert.

Madagaskar hat sich vor 160 Millionen Jahren von Afrika gelöst, und seitdem hat das Leben hier eine ganz eigene Evolution durchlaufen. Lemuren, riesige Baobabs, Chamäleons in fast unwirklichen Farben: Alles, was du hier siehst, gibt es auf keinem anderen Kontinent.

Ein anspruchsvolles Abenteuer, das sich auszahlt

Seien wir direkt: Madagaskar ist kein Ziel für einen entspannten Erholungsurlaub. Die Straßen gehören zu den schlechtesten Afrikas, Fahrten dauern zwei- bis dreimal so lange wie geplant, und die touristische Infrastruktur ist abseits der ausgetretenen Pfade bescheiden. Wenn du ständigen Komfort, reibungslose Transfers und standardisierte Hotels erwartest, bist du hier nicht richtig.

Wenn dich hingegen der Gedanke reizt, 30 Stunden auf holprigen Pisten zurückzulegen, um einen Steinwald aus messerscharfen Kalksteinfelsen zu erreichen, wenn du bereit bist, dreimal täglich Reis zu essen und Stromausfälle mit Gelassenheit zu nehmen, dann wird diese Insel dich verändern. Madagaskar richtet sich an geduldige Reisende, leidenschaftliche Naturliebhaber und Menschen, die rohe Authentizität suchen.

Familien mit kleinen Kindern oder Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten sich die Reise gut überlegen.

Ein moderates Budget, das mit dem Komfort schnell steigt

Die Lebenshaltungskosten sind niedrig: Rechne mit 15 bis 25 Euro pro Tag für Mahlzeiten und kleine Ausgaben. Ein ordentliches Zimmer kostet zwischen 20 und 40 Euro pro Nacht. Das Budget steigt jedoch deutlich, sobald du einen Geländewagen mit Fahrer mietest, was für die Erkundung des Landes fast unumgänglich ist: etwa 60 bis 80 Euro pro Tag, zuzüglich Kraftstoff. Der Eintritt in Nationalparks und die obligatorischen Guides kosten zusätzlich 10 bis 20 Euro pro Besuch.

Landschaften, die bleiben

Die Allée des Baobabs bei Morondava ziert jede Postkarte. Diese 800 Jahre alten Riesen säumen eine staubige Piste, und bei Sonnenuntergang nehmen ihre Silhouetten unwirklich orangefarbene Töne an. Das Spektakel dauert nur zwanzig Minuten, brennt sich aber für immer ein. Komm eine Stunde vor Dämmerung, um den Reisegruppen zu entgehen und ohne Gedränge zu fotografieren.

Der Parc National d'Isalo im Süden bietet ockerfarbene Sandsteincanyons, die an Utah erinnern. Natürliche Becken mit klarem Wasser verbergen sich am Grund von Schluchten, in denen Palmen wachsen. Die Wanderung bis zur Piscine Naturelle dauert etwa drei Stunden hin und zurück, und das Bad in dieser Oase nach der Hitze des Plateaus ist die Belohnung schlechthin.

Die Tsingy de Bemaraha, eine Kathedrale aus Stein

Die Tsingy de Bemaraha, Weltnaturerbe, bleiben das intensivste Erlebnis des Landes. Diese durch Erosion über Jahrmillionen geformten Kalksteinnadeln bilden ein vertikales Labyrinth, das man gesichert per Klettersteig und Hängebrücken durchquert. Die Grand Tsingy erfordert eine gute körperliche Verfassung und einen Aufbruch bei Tagesanbruch, um der drückenden Hitze zu entgehen. Plane mindestens vier Tage ab Morondava ein, um über die abenteuerlichen Pisten dorthin zu gelangen. Es ist jede Anstrengung wert.

Freundschaftlicher Rat: Buche zwei Übernachtungen vor Ort statt nur einer. Die Anreise ist erschöpfend, und du wirst es genießen, am nächsten Morgen die Petit Tsingy zu erkunden, die leichter zugänglich, aber ebenso spektakulär ist.

Auf Tuchfühlung mit Lemuren

Mehr als 100 Lemurenarten bevölkern die madagassischen Wälder, und nirgendwo sonst wirst du diese Primaten mit den großen Augen sehen. Der Park von Andasibe-Mantadia, nur 140 km von der Hauptstadt entfernt, beherbergt die berühmten Indris, die größten lebenden Lemuren. Ihr morgendlicher Gesang hallt durch den Regenwald, und die lokalen Guides wissen genau, wo sie zu finden sind.

Weiter südlich ermöglicht das von den Dorfbewohnern selbst verwaltete Gemeinschaftsschutzgebiet von Anja, sich den Kattas bis auf wenige Meter zu nähern. Diese Lemuren mit ihren geringelten Schwänzen bewegen sich mit einer verblüffenden Lässigkeit über die Felsen. Der Eintritt kostet nur wenige Euro und finanziert direkt die lokale Gemeinschaft.

Beobachten, ohne zu stören

Einige Orte animieren Lemuren dazu, für Fotos auf die Schultern der Besucher zu springen. Vermeide diese Praktiken, da sie den Tieren schaden und ihr natürliches Verhalten stören. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bieten Nationalparks mit Guides, die in ethischem Naturschutz geschult sind. Der Park von Ranomafana an der Südroute bietet Wanderungen durch den Tropenwald, bei denen man auch winzige Chamäleons und leuchtend bunte Frösche entdecken kann.

Strände am Ende der Welt

Nosy Be im Nordwesten ist das Zentrum des madagassischen Badetourismus. Die Strände sind schön, die Hotels zahlreich, aber die Stimmung erinnert mitunter an einen etwas überlaufenen Ferienort. Für mehr Authentizität lohnt sich ein Abstecher nach Nosy Komba oder Nosy Sakatia, benachbarte Inseln, auf denen das Leben deutlich langsamer verläuft.

An der Ostküste schlägt die Île Sainte-Marie einen anderen Ton an: Einst ein Piratenversteck im 17. Jahrhundert, bewahrt sie einen Korsarenfriedhof und eine nostalgische Atmosphäre. Von Juli bis September kommen Buckelwale in die Gewässer, um ihre Kälber zur Welt zu bringen. Diese Giganten von einem traditionellen Einbaum aus bei abgestelltem Motor zu beobachten, ist ein Moment, der die Zeit anhält.

Abseits der klassischen Routen bietet das Fischerdorf Anakao im Südwesten menschenleere Strände und ein tiefes Eintauchen in die Vezo-Kultur. Jeden Morgen stechen die Auslegerkanus in See, und der gegrillte Fisch am Abend stammt direkt aus dem Fang des Tages.

Das Hinterland und die Hochplateaus

Die RN7, die Nationalstraße zwischen Antananarivo und Tuléar, durchquert die Hochplateaus und ist die meistbefahrene Route des Landes. Auf 1.000 km ziehen Landschaften vorbei: Reisterrassen, Dörfer aus roten Ziegeln, belebte Märkte, Eukalyptuswälder. Die Stadt Antsirabe, ein ehemaliger kolonialer Kurort, ist einen Halt wert für ihre Handwerksateliers und die farbenfrohen Rikscha-Taxis.

Weiter südlich überragt Fianarantsoa die madagassischen Weinberge. Ja, hier wird Wein produziert, und der Lazan'i Betsileo überrascht neugierige Gaumen angenehm. Die alte Oberstadt mit ihren gepflasterten Gassen und Lehmhäusern versprüht einen altmodischen Charme, den nur wenige Reisende zu entdecken wissen.

Freundschaftlicher Rat: Unterschätze niemals die Reisezeiten. Ein GPS, das 4 Stunden anzeigt, wird auf madagassischen Straßen oft zu 6 oder 7 Stunden. Starte früh, plane Puffer ein und fahre niemals bei Nacht.

Madagaskar auf dem Teller: Reis ist König und Brèdes sind in ihrem Element

Reis begleitet jede madagassische Mahlzeit, morgens, mittags und abends. Das Nationalgericht romazava kombiniert geschmortes Zebu-Fleisch mit Brèdes, jenen grünen Blättern mit leicht schmerzlindernder Wirkung. Der ravitoto, ein Eintopf aus gestampften Maniokblättern mit Schweinefleisch und manchmal Kokosmilch, bietet tiefe und wärmende Aromen. In den lokalen Garküchen, den sogenannten hotely, kostet eine komplette Mahlzeit weniger als 2 Euro.

An den Küsten gibt es Meeresfrüchte im Überfluss. Langusten, Riesengarnelen, Krabben: Die Preise sind unschlagbar im Vergleich zu Europa. Probiere auch koba, einen traditionellen Kuchen aus Reis, Erdnüssen und Rohrzucker, der in ein Bananenblatt eingewickelt ist. Dazu gibt es überall das Bier THB, und der hausgemachte Ansatzrum rhum arrangé ist je nach Region in Dutzenden Geschmacksrichtungen erhältlich.

Wann ist die beste Reisezeit für Madagaskar?

Die Trockenzeit von April bis Oktober bietet die besten Bedingungen für eine Reise. Die Straßen sind befahrbar, die Temperaturen auf den Hochplateaus mild und Regen ist selten. Die Monate April-Mai und September-Oktober verbinden angenehme Wärme mit geringem Touristenandrang.

Von November bis März macht die Regenzeit einige Pisten unpassierbar, und zwischen Januar und März drohen Wirbelstürme an der Ost- und Nordküste. Der Südwesten bleibt dank seines semiariden Klimas jedoch das ganze Jahr über zugänglich. Um die Buckelwale bei Sainte-Marie zu beobachten, sind Juli bis September ideal. Die Nächte auf den Hochplateaus können im Juli und August kühl sein, mit Temperaturen, die teils auf 5°C sinken: Pack warme Kleidung ein.

Wie kommt man nach Madagaskar?

Von Frankreich aus verbinden Direktflüge Paris-CDG in etwa 11 Stunden mit Antananarivo. Air France, Corsair und Madagascar Airlines bedienen diese Strecken. Die Preise schwanken je nach Saison zwischen 600 und 1200 Euro für Hin- und Rückflug, wobei es im Februar/März günstiger und im Juli/August teurer ist.

Flüge mit Zwischenstopp über Addis-Abeba, Nairobi, Dubai oder La Réunion sind manchmal preiswerter, verlängern die Reisezeit aber auf 15 bis 20 Stunden. Der Flughafen Ivato liegt 17 km vom Stadtzentrum von Tananarive entfernt. Ein Touristenvisum ist obligatorisch, kostenpflichtig und kann für einen Aufenthalt von 30 Tagen online oder bei der Ankunft beantragt werden.

Wie bewegt man sich auf Madagaskar fort?

Vergiss die Idee, selbst zu fahren. Mietwagen ohne Fahrer sind fast unmöglich zu finden, und die Straßenverhältnisse erfordern lokales Fachwissen. Die Standardformel ist die Anmietung eines Geländewagens mit Fahrer-Guide für etwa 60 bis 80 Euro pro Tag exklusive Sprit. Dein Fahrer kennt die Pisten, navigiert durch schwierige Abschnitte und wird oft zu einem wertvollen Reisebegleiter.

Die Taxi-brousse, jene überfüllten Minibusse, die die Städte verbinden, kosten fast nichts, erfordern aber Geduld und Robustheit. Die Fahrten ziehen sich über Stunden, Halte sind unvorhersehbar und der Komfort ist minimal. Für lange Strecken ermöglichen Inlandsflüge mit Tsaradia die Verbindung von Tana nach Morondava, Tuléar oder Nosy Be in einer Stunde, allerdings sind die Preise hoch und Verspätungen häufig. Fähren bedienen die Inseln, wobei die Überfahrten manchmal rau sein können.

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