Granada, die Stadt, in der du zu jedem Getränk gratis isst
Die Szene wiederholt sich jeden Abend: Du bestellst ein Bier für 2,50 €* und der Kellner stellt dir einen Teller dampfende Croquetas hin. Du hast nicht einmal danach gefragt. Das ist die Tradition der kostenlosen Tapas, die im Rest von Spanien fast ausgestorben ist, hier am Fuß der Sierra Nevada aber quicklebendig geblieben ist. Dieses Detail verrät viel über Granada: Eine großzügige Stadt, in der das arabisch-andalusische Erbe in jeder Gasse spürbar ist.
Granada: Die andalusische Metropole, die ihresgleichen sucht
Wenn du ein Fan von islamischer Architektur, Flamenco-Musik und einer Gastronomie bist, die dein Portemonnaie schont, wird Granada bei dir bleibenden Eindruck hinterlassen. Zwei bis drei Tage reichen für das Wesentliche, vier Tage erlauben dir einen Abstecher in die Sierra Nevada oder die Dörfer der Alpujarras.
Wir finden, dass dies eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse für einen kulturellen Städtetrip in Südeuropa ist. Die Stadt ist deutlich günstiger als Sevilla oder Barcelona, bietet aber eine vergleichbare Dichte an Sehenswürdigkeiten.
Perfekt geeignet für:
- Geschichts- und Maurenarchitektur-Fans
- Flamenco-Liebhaber, die ihn in seiner Wiege dem Sacromonte erleben wollen
- Feinschmecker, die zu jedem Getränk gratis Tapas wollen
- Reisende mit kleinerem Budget auf der Suche nach Kultur
Weniger geeignet für:
- Strandurlauber: Das Meer ist über eine Stunde entfernt
- Hitzeempfindliche Reisende: Im Sommer klettert das Thermometer oft über 40 °C
- Alle, die steile Anstiege scheuen: Die Stadt ist sehr hügelig
Ein sehrsteigerungsfreundliches Budget für Südeuropa
Die Tradition der gratis Tapas zu jedem Getränk wirft jede herkömmliche Essensbudget-Rechnung über den Haufen. Drei Getränke in drei verschiedenen Bars ergeben ein komplettes Abendessen für unter 10 €*.
| Ausgabenposten | Richtwert |
|---|---|
| Übernachtung in einer Jugendherberge | 15 bis 30 €* |
| Übernahme im 3-Sterne-Hotel im Zentrum | 55 bis 130 €* |
| Snack oder Tapas-Tour | 5 bis 10 €* |
| Restaurantessen | 15 bis 25 €* |
| Alhambra-Eintritt inklusive Anfahrt | 20 bis 30 €* |
| Tagesbudget für Backpacker | 40 bis 65 €* |
| Komfortables Tagesbudget | 90 bis 140 €* |
Praktische Infos: Worauf du dich einstellen kannst
Das Zentrum lässt sich super zu Fuß erkunden, aber zieh bequeme Schuhe an, denn die Gassen im Albaicín gehen ordentlich bergauf. Die Stadt ist sicher, wenn du die üblichen Vorsichtsmaßnahmen in touristischen Gegenden beachtest. Nachts bleibst du im Albaicín am besten auf den Hauptstraßen.
Klimamäßig sind Frühling und Herbst ideal. Der Sommer schlägt gnadenlos zu: Im Juli und August sind 40 °C keine Seltenheit. Spanisch ist die Hauptsprache, aber in den touristischen Zonen kommst du mit Englisch gut weiter.
Die Alhambra und der Generalife: Ein zeitloser halber Tag
Die Alhambra thront auf dem Sabika-Hügel über der Stadt. Die Nasridenpaläste rauben dir mit ihren geschnitzten Holzbalkendecken, den Muqarnas-Gewölben und dem berühmten Löwenhof den Atem. Plane mindestens drei Stunden ein, wenn du die Gärten des Generalife sehen möchtest, sogar noch mehr.
Der wuchtige Renaissancebau des Karls-V.-Palastes beherbergt zwei kostenlose Museen. Die Alcazaba als ältester Teil der Anlage belohnt dich von ihren Mauern aus mit einem Panoramablick über die gesamte Stadt.
Ein Tipp unter Freunden: Reserviere deine Tickets drei bis vier Wochen im Voraus. In den Nasridenpalästen sind pro 30-Minuten-Zeitfenster nur 300 Besucher erlaubt, weshalb die Plätze in der Hauptsaison rasant vergriffen sind.
Das Albaicín und seine Aussichtspunkte: Das alte Maurenviertel
Das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Albaicín schlängelt sich mit seinen weißen Häuschen den Hang gegenüber der Alhambra hinauf. Vom Mirador de San Nicolás aus genießt du den bekanntesten Ausblick auf die Stadt. Geh über die Carrera del Darro wieder nach unten, eine der schönsten Straßen Spaniens, und wirf einen Blick in El Bañuelo, eine hervorragend erhaltene arabische Badeanlage aus dem 11. Jahrhundert.
Ein Tipp unter Freunden: Steig am späten Nachmittag zum Mirador hinauf, um den Sonnenuntergang zu sehen, aber sei eine halbe Stunde vorher da. Die Teterías in der Calle Calderería Nueva direkt darunter servieren exzellenten Minztee, um den Abend ausklingen zu lassen.
Das Sacromonte: Flamenco und Höhlenwohnungen
Die Roma ließen sich vor Jahrhunderten auf diesem Hügel nieder und gruben ihre Behausungen direkt in den Fels. Das Viertel gilt als eine der Wiegen des Flamenco. Die Vorstellungen in den Höhlen sind ein intensives Erlebnis: Gitarrenklänge, Gesang und Tanz nur wenige Meter von dir entfernt in einer rohen, intimen Atmosphäre.
Ein Tipp unter Freunden: Für authentischen Flamenco steuerst du im Sacromonte am besten Lokale wie die Cuevas los Tarantos an, statt in die touristischen Restaurants im Zentrum zu gehen. Rechne mit etwa 25 €* pro Person inklusive Getränk.
Wo du in Granada gut isst und trinkst
Jedes Getränk wird von einer Gratis-Tapa begleitet. Manche Lokale wie die Bar Poe servieren dir sogar eine Auswahl aus rund zehn verschiedenen Gerichten. Die Calle Navas und das Viertel Realejo stecken voller guter Adressen. Probier unbedingt die Tortilla del Sacromonte und Piononos, die typischen kleinen Teigrollen mit Creme aus der Region.
Wie kommst du nach Granada?
Der Flughafen Federico García Lorca liegt 15 km vom Zentrum entfernt und wird von Paris aus von Fluggesellschaften wie Vueling und Transavia in etwa 2h30 direkt angeflogen. Hin- und Rückflüge starten bei etwa 65 €*. Ein Shuttlebus bringt dich für 3 €* in 45 Minuten ins Stadtzentrum.
Der oft günstigere Flughafen in Malaga ist eine Autostunde und eine halbe entfernt. Der ALSA-Bus verbindet die beiden Städte für rund fünfzehn Euro. Von Sevilla aus bist du in 2h30 mit dem Auto oder in 3 Stunden mit dem Bus da.
Wie bewegst du dich in Granada fort?
Das Beste ist, alles zu Fuß zu erkunden. Die Stadtbusse decken das Zentrum gut ab, eine Fahrt kostet 1,40 €*. Der Kleinbus C1 fährt bis zum Mirador de San Nicolás hoch und erspart dir den steilen Fußweg.
Ein Auto brauchst du im Stadtkern nicht. Taxis sind mit einem Grundtarif ab rund 4 €* erschwinglich. Uber ist in Granada nicht aktiv.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühling und Herbst bieten die perfekte Mischung aus mildem Wetter und überschaubaren Besucherzahlen. Der Winter ist frisch, aber angenehm, und die Skigebiete der Sierra Nevada öffnen weniger als eine Stunde entfernt ihre Pisten. Mach am besten einen Bogen um Juli und August, denn dann knackt das Thermometer regelmäßig die 40-Grad-Marke.
Ich habe es sehr genossen, ein paar Tage in Granada zu verbringen. Die Atmosphäre ist dort sanft und man kann das Leben richtig genießen. Es ist bis spät abends sehr lebendig. Die Paläste der Alhambra muss man unbedingt gesehen haben. Die Stadt ist quirlig und lässt sich prima zu Fuß erkunden. Man hat außerdem einen wunderschönen Blick auf die Umgebung.