Die Kathedrale von Granada: Das spanische Goldene Zeitalter aus dem Stein von Escúzar gehauen
Wenn du zum ersten Mal vor der barocken Fassade von Alonso Cano stehst, ist der erste Eindruck wuchtig. Drei monumentale Bögen stapeln sich wie ein Triumphbogen übereinander und werfen tiefe Schatten auf den honigfarbenen Sandstein. Zu deinen Füßen liegt das geschäftige Treiben rund um den Plaza de la Universidad, während über dir die Silhouette des Turms aufragt, der seit 2024 teilweise eingerüstet und in Restaurierung ist.
Warum die Kathedrale von Granada besuchen?
Die Santa Iglesia Catedral Metropolitana de la Encarnación wurde auf den Fundamenten der großen Moschee errichtet, die 1492 von den Katholischen Königen zurückerobert wurde. Sie ist der erste Renaissancebau Spaniens. Nicht nur einer der ersten, sondern der Erste überhaupt. Die Bauarbeiten begannen 1529 unter der Leitung von Diego de Siloé und zogen sich über beinahe zwei Jahrhunderte hin. Was du heute siehst, ist das Ergebnis eines langsamen Prozesses zwischen königlichem Anspruch und wirtschaftlicher Notwendigkeit.
Die Kathedrale feiert bis 2028 ihr fünfhundertjähriges Jubiläum. In diesem Rahmen wurde im Herbst 2024 eine umfassende Restaurierung des Turms durch das Erzbistum mit einem Budget von über 1,2 Millionen Euro eingeleitet. Im Dezember 2025 war der zweite Abschnitt des Turms bereits in seinen Ursprungszustand versetzt und die Gerüste wurden abgebaut. Die Renovierung nähert sich also ihrem Ende.
Architektur mit kühnen Ansätzen
Diego de Siloé übernahm den Entwurf einer bestehenden gotischen Baustelle und stellte ihn auf den Kopf. Er entwarf einen völlig neuen Hybridplan: ein fünfschiffiges Langhaus, das durch zwanzig massive Pfeiler getrennt wird und in einer kreisförmigen Hauptkapelle mündet. Diese Lösung ist direkt von der Grabeskirche in Jerusalem inspiriert. Keine andere spanische Kathedrale des 16. Jahrhunderts hat dies gewagt.
Das Licht spielt eine zentrale Rolle. Die großen flämischen Glasfenster der runden Kapelle, Werke von Teodoro de Holanda und Juan del Campo, lassen ein goldenes Licht ein, das die Säulen noch höher erscheinen lässt, als sie ohnehin schon sind. Nimm dir Zeit, den Blick schweifen zu lassen.
Das solltest du im Inneren nicht verpassen
Die Kathedrale beherbergt fünfzehn Seitenkapellen, von denen einige die künstlerischen Höhepunkte vereinen. Hier sind die wichtigsten Stationen:
- Die Hauptkapelle: Ein von Alonso Cano gemaltes Altarbild schmückt die kreisförmigen Wände. Die großformatigen Gemälde der Verkündigung und der Himmelfahrt wirken für das 17. Jahrhundert erstaunlich modern.
- Das Kapitelsmuseum: Skulpturen von Alonso de Mena und Pedro de Mena, dazu Gemälde von Bocanegra, Sánchez-Cotán und Pacheco. Eine seltene Konzentration andalusischer Kunst des Goldenen Zeitalters.
- Die Fassade der Capilla Real (Königliche Kapelle), die vom Inneren aus zugänglich ist: Ihre Restaurierung wurde im Juni 2025 abgeschlossen und bringt die ursprüngliche weiße Farbe des Steins aus Granada wieder zum Vorschein.
Tipp vom Experten: Ab Juni 2026 steigt der Einzeleintritt auf 10 Euro aufgrund einer großen Ausstellung zum fünfhundertjährigen Jubiläum. Wenn du Granada vor diesem Datum besuchst, sind im aktuellen Preis von 7 Euro bereits der Audioguide per App enthalten.
Der Turm und sein zukünftiger Aussichtspunkt
Der einzige fertiggestellte Turm misst 50 Meter, obwohl Siloé zwei Türme mit je 80 Metern geplant hatte. Die aktuelle Restaurierung behebt ein strukturelles Problem, das seit Jahrzehnten bestand: ein umgekehrtes Dach, durch das Regenwasser eindrang. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird eine Aussichtsterrasse in 56 Metern Höhe für die Öffentlichkeit zugänglich sein und einen 360-Grad-Blick auf die Vega, die Sierra Nevada und das Albaicín bieten.
Dieser Aussichtspunkt existiert noch nicht, aber es lohnt sich, die zukünftige Eröffnung bei deiner Reiseplanung im Hinterkopf zu behalten.
Das macht diesen Besuch besonders
- Erster Renaissancebau Spaniens mit einer für das 16. Jahrhundert einzigartigen runden Hauptkapelle
- Bedeutende Kunstsammlung mit Werken von Alonso Cano, Pedro de Mena und Sánchez-Cotán unter einem Dach
- Audioguide im Ticket enthalten, in mehreren Sprachen verfügbar
- Restaurierung des Turms steht kurz vor dem Abschluss, die Kathedrale gewinnt ihr ursprüngliches Aussehen zurück
- Kostenloser Eintritt für Einwohner von Granada am Dienstag
Wichtige Hinweise
- Der Turm ist bis zum Ende der Restaurierungsarbeiten teilweise eingerüstet
- Während der Messen für Touristen geschlossen (Montag bis Samstag 9:00 Uhr, Sonntag 11:00 Uhr und 12:30 Uhr)
- Sonntags verkürzte Öffnungszeiten (Einlass erst ab 15:00 Uhr)
- Der Preis steigt ab Juni 2026 auf 10 Euro
Eintrittspreise
| Profil | Preis |
|---|---|
| Erwachsene (Standardtarif) | 7 Euro |
| Studierende unter 25 Jahren / Menschen mit Behinderung | 5 Euro |
| Kinder unter 12 Jahren | Kostenlos |
| Einwohner von Granada (dienstags gegen Vorlage des DNI) | Kostenlos |
| Erwachsene ab Juni 2026 (Ausstellung zum 500. Jubiläum) | 10 Euro |
| Ermäßigt ab Juni 2026 | 8 Euro |
Preisangaben freibleibend und ohne Gewähr
Öffnungszeiten
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*Angaben können sich ändern
Für mich ist das eines der absoluten Highlights von Granada. Die Außenfassade hat sehr schöne, filigrane Details und das Innere ist atemberaubend. Ich mochte das sehr helle Licht durch die weißen Säulen und die leuchtenden Buntglasfenster. Die Skulpturen, die Vergoldungen und die Kuppel sind prachtvoll. Ich empfehle euch, die Zeit zu nehmen, um euch die Kapellen und den Schatz anzusehen. Ich fand den Audioguide ziemlich nützlich, um die Geschichte des Bauwerks zu verstehen, da sie sonst nur wenig detailliert erklärt wird.