Tinajo, das vulkanische Herz von Lanzarote
Hier zeigt sich die Erde in Schwarz, Rot oder Ocker, und die Reben wachsen in von Hand ausgehobenen Kratern. Tinajo liegt im Zentrum und Westen von Lanzarote, eingeklemmt zwischen dem Timanfaya-Nationalpark und der vom Atlantik umtosten Küste.
Mit rund 5.200 Einwohnern geht es hier deutlich ruhiger zu als in den großen Hotelkomplexen im Süden. Der Wind weht beständig, und die niedrigen Häuser strahlen in hellem Weiß.
Ist das dein Reiseziel?
Tinajo passt zu dir, wenn du durch eine Mondlandschaft wandern, surfen oder Rad fahren möchtest und abends in ein echtes, spanischsprachiges Dorf zurückkehren willst. Der Rhythmus ist gemütlich und die Tage fangen früh an.
Wer ein aufregendes Nachtleben, breite Sandstrände oder große Einkaufszentren sucht, wird hier eher enttäuscht. Ohne Auto kommst du auf der Insel kaum voran.
Geeignet für:
- Wanderer und Fans von Vulkanlandschaften
- Surfer und Radfahrer
- Reisende auf der Suche nach Ruhe
Ungeeignet für:
- Nachtschwärmer und Partygänger
- Liebhaber von ausgedehnten Strandtagen im Sand
- Reisende ohne eigenen fahrbaren Untersatz
Praktische Hinweise
Das Klima ist das ganze Jahr über mild, aber der Wind ist ein treuer Begleiter: Pack am besten auch im Hochsommer eine windfeste Jacke ein. Die Sonne brennt stark, es gibt kaum Bäume und nur wenig Schatten.
Die Geschäfte konzentrieren sich auf den Ortskern und auf La Santa an der Küste. Spanisch ist die Hauptsprache, in den touristischen Ecken kommt man aber auch mit Englisch weiter.
Vulkane und Wanderwege
Timanfaya-Nationalpark
Ein Teil des Parks gehört zum Gemeindegebiet. Die Montañas del Fuego entstanden bei den Ausbrüchen von 1730 bis 1736, die weite Teile der Insel unter sich begruben. Da der Park stark besucht ist, lohnt es sich, direkt bei Öffnung dazusein, um Warteschlangen zu umgehen.
Montaña Blanca und Caldera Blanca
Die Tour zur Caldera Blanca belohnt dich mit einem beeindruckenden Blick hinab in den riesigen Krater. Der Weg verläuft offen und ohne Schatten, starte also am besten morgens und nimm genügend Wasser mit.
Küste und Sport
La Santa ist für sein Sportzentrum und seine Wellen bekannt. Surfer zieht es zum El Quemao, einer kraftvollen Welle für Fortgeschrittene. Die flachen und wenig befahrenen Straßen locken zudem viele Radfahrer an, besonders in den Wintermonaten.
Ein Tipp unter Freunden: Im Timanfaya sind die Einlasszeiten reglementiert. Komm früh, noch bevor die Reisebusse eintreffen, und genieße das flache Licht am Morgen über den Kratern.
Kraterweinbau
Direkt nebenan liegt das Weinbaugebiet von La Geria. Die Rebstöcke stehen in trichterförmigen Mulden in der schwarzen Vulkanasche (hoyos), geschützt von kleinen Steinmauern. Der für die Insel typische Malvasier-Wein lässt sich in den lokalen Bodegas probieren.
Wo essen und trinken in Tinajo?
Probier unbedingt die papas arrugadas mit ihren Dips aus mojo rojo und mojo verde. Frischer Fisch des Tages, meist einfach gegrillt, ist in den Lokalen im Dorf und in La Santa immer eine gute Wahl.
Dazu passt ein Glas malvasía volcánica, der heimische Weißwein.
Wo übernachten in Tinajo und Umgebung?
Das Angebot besteht vor allem aus Ferienvillen und Apartments, wobei sich Unterkünfte für Sportler vor allem in La Santa finden. Der Ortskern von Tinajo ist deutlich ruhiger und wohnlicher.
Wie kommst du nach Tinajo?
Der Flughafen Lanzarote-César Manrique (Arrecife) wird regelmäßig direkt von verschiedenen europäischen Städten angeflogen. Die Fahrt mit dem Mietwagen nach Tinajo dauert etwa 25 bis 30 Minuten.
Wie kommst du von A nach B?
Ein Mietwagen ist die beste Wahl, um den Nationalpark, die Weinfelder und die Küste auf eigene Faust zu erkunden. Die Straßen sind gut ausgebaut und außer rund um den Timanfaya wenig befahren.
Wann ist die beste Reisezeit?
Dank des milden Klimas lohnt sich eine Reise fast das ganze Jahr über. Der Winter ist ideal zum Wandern und Radfahren, während die Brandung dann auch die Surfer anlockt. Im Sommer steigen die Temperaturen und es windet oft stark.