Die Dolomiten besuchen
Ein Gebirge aus hellen Gipfeln zwischen Südtirol, dem Trentino und Venetien, seit 2009 UNESCO-Welterbe. Das Gestein ist ein ehemaliges Korallenriff, angehoben und dann zu Türmen, Nadeln und Wänden geformt. Bei Sonnenuntergang leuchtet es rosa, die Einheimischen nennen das Enrosadira.
Jedes Tal hat seinen eigenen Charakter. In Gröden und im Gadertal spricht man Ladinisch, Deutsch und Italienisch, und die Dörfer leben das ganze Jahr von den Bergen. Cortina d'Ampezzo gibt den mondänen Ferienort, Gastgeber der Winterspiele 2026. Weiter südlich, rund um Belluno, leeren sich die Täler und die Wege mit ihnen. Du kommst zum Wandern, Skifahren oder für die Pässe, selten für eine Stadt.
Das gefällt dir, wenn
- Du von Hütte zu Hütte wandern willst, ohne Kletterer zu sein
- Dich ein Teller Knödel vor den Gipfeln mehr reizt als ein Museum
- Du gern von einem Pass zum nächsten fährst oder Ski fährst
Eher nichts für dich, wenn
- Du weder in den Bergen fahren noch auf Busse angewiesen sein willst
- Du nur im Mai oder November reisen kannst, wenn fast alles geschlossen ist
- Du im August Ruhe an den bekannten Orten suchst: Sie sind überlaufen
Die Höhepunkte
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1 Die Drei Zinnen Wanderung
Die meistfotografierten Kalktürme des Gebirges. Die Runde über die Lavaredo- und die Dreizinnenhütte dauert drei bis vier Stunden, ohne technische Schwierigkeit. 2026 muss die Mautstraße ab Misurina online gebucht werden: 40 Euro pro Auto. Der Bus ab Cortina erspart dir die Buchung.
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Ein Grasgrat, der jäh zu den Nadeln der Geislerspitzen abfällt, oberhalb von St. Ulrich. Die Seilbahn bringt dich in zwanzig Minuten nach oben. Auf dem Gratweg haben Bauern ein Drehkreuz für 5 Euro aufgestellt: Der Weg darunter umgeht es und bietet denselben Blick.
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3 Der Pragser Wildsee See
Smaragdgrünes Wasser am Fuß einer mehr als tausend Meter hohen Wand und ein Weg, der in einer Stunde rundherum führt. Vom 1. Juli bis 15. September ist die Straße von 9 bis 16 Uhr ohne Buchung gesperrt: Nimm den Bus ab Welsberg oder komm vor 9 Uhr.
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4 Der Nationalpark Belluneser Dolomiten +5 Empf.
Die Südseite, rund um Belluno und Feltre, ohne Seilbahnen und ohne Andrang. Wege durch Wälder und Almen, Gämsen und Murmeltiere. Hier findest du Ruhe, wenn die großen Täler voll sind.
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5 Die Sellarunde Ski oder Rad
Vier Pässe rund um die Sellagruppe: Grödner Joch, Sellajoch, Pordoi und Campolongo. Im Winter fährst du die Sellaronda an einem Tag mit Ski, von Lift zu Lift. Im Sommer mit dem Rad oder dem Auto in einem halben Tag, mit einem Halt am Pordoi für den Blick auf die Marmolata.
Die klassische Falle
Im August um 11 Uhr an den Drei Zinnen, am Pragser Wildsee oder auf der Seceda ankommen. Die Parkplätze sind voll, an den Seilbahnen wartest du eine Stunde, und der Weg sieht aus wie eine Schlange. Brich vor 8 Uhr auf oder heb dir diese Orte für Juni und September auf. Und in den Bergen bricht das Sommergewitter oft am Nachmittag los: Sei vor 15 Uhr wieder unten.
Unsere Routen in der Dolomiten
| Dauer | Route | Was du siehst |
|---|---|---|
| 4 Tage | Gröden › Seceda › Sellarunde › Gadertal | Die Geislerspitzen, die Pässe, die ladinischen Dörfer |
| 1 Woche | Gröden › Gadertal › Cortina › Drei Zinnen › Pragser Wildsee | Das Herz des Gebirges, vom Westen bis ins Pustertal |
| 2 Wochen | Fassatal, Gröden, Cortina, das Pustertal, dann die Brenta | Das ganze Gebirge, auf beiden Seiten der Etsch |
Fang im Westen an, in Gröden, und arbeite dich nach Osten vor: übers Grödner Joch ins Gadertal, dann nach Cortina, dann zu den Drei Zinnen und zum Pragser Wildsee, weniger als eine Stunde entfernt. Du hast zwei Wochen? Heb dir die Brenta rund um Madonna di Campiglio und Molveno für den Schluss auf: Sie liegt auf der anderen Seite der Etsch, zweieinhalb Autostunden entfernt.
Beste Reisezeit in der Dolomiten
| Reiz | Jahreszeit | Temperaturen | Was geöffnet ist | Andrang und Preise |
|---|---|---|---|---|
| WinterDez. bis März | -8 bis 3 °C | Pisten und Lifte | Hoch | |
| FrühlingApr. und Mai | 0 bis 15 °C | In der Höhe fast nichts | Niedrig | |
| SommerJuni bis Sept. | 8 bis 24 °C | Hütten, Lifte, Wege | Hoch | |
| HerbstOkt. und Nov. | 0 bis 14 °C | Bis Mitte Oktober | Mittel |
Unser Tipp
Zum Wandern nimm dir Ende Juni oder den September vor: Hütten und Lifte sind offen, die Wege leerer als im August. Meide die Woche um den 15. August, wenn ganz Italien in die Berge fährt. Zum Skifahren sind Januar und März ruhiger als die Weihnachts- und Faschingsferien.
Anreise
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Mit dem Auto über den Brenner Am einfachsten
Von München bist du in dreieinhalb Stunden in Bozen und in gut vier Stunden in Gröden, über die Brennerautobahn. Aus der Schweiz führt der Weg über den Reschenpass oder Mailand. Denk an die Vignette für Österreich und an die Maut auf der Brennerautobahn.
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Mit dem Zug nach Bozen Ohne Auto
Die Züge von München nach Verona halten in Brixen und Bozen; von Brixen fährt die Pustertalbahn bis Bruneck und Innichen. Von dort bringen dich Busse nach Gröden, ins Gadertal und ins Pustertal.
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Mit dem Bus nach Cortina Ab Venedig
Direkte Busse verbinden den Flughafen Venedig das ganze Jahr in gut zwei Stunden mit Cortina d'Ampezzo. Im Sommer reservierst du deinen Platz am besten am Vortag.
Wähle deine Route nach deinem ersten Standort: Brenner und Bozen für Gröden und das Fassatal, Bruneck für das Pustertal, Venedig für Cortina und das Cadore. Ein Auto lohnt sich: Pässe und Täler lassen sich nur damit wirklich erkunden.
Unterwegs in der Dolomiten
Das Auto bleibt der freieste Weg von einem Tal ins andere: Die Pässe überquerst du in zwanzig Minuten, allerdings in engen Kehren. Busse sind hier viel praktischer als in anderen Gebirgen, vor allem in Südtirol: Viele Hotels geben dir eine Karte, mit der sie kostenlos sind. Vor Ort erledigen die Seilbahnen den Rest. Für die Drei Zinnen und den Pragser Wildsee im Sommer erspart dir der Bus die Reservierungen.
Gut zu wissen
Dein deutscher, österreichischer oder Schweizer Führerschein reicht. Vom 15. November bis 15. April sind Winterreifen oder Schneeketten an Bord auf den meisten Bergstraßen Pflicht. Im Sommer teilst du die Pässe mit Radfahrern und Motorrädern: Rechne mit doppelt so viel Zeit, wie das Navi anzeigt.
Was isst man in der Dolomiten?
- Knödel: große Brotknödel mit Speck oder Käse, in der Suppe oder mit zerlassener Butter.
- Speck: der geräucherte Rohschinken Südtirols, in dicken Scheiben auf einem Holzbrett.
- Schlutzkrapfen: Teigtaschen in Halbmondform mit Spinat und Topfen, mit Butter und Parmesan.
- Casunziei: die Ravioli von Cortina, mit Roter Bete gefüllt und mit Mohn bestreut.
- Polenta: mit Pilzen, Wurst oder geschmolzenem Käse, das Gericht der Hütten.
- Kaiserschmarrn: ein dicker, zerrissener Pfannkuchen mit Preiselbeermarmelade, den du nach dem Aufstieg auf der Hütte bestellst.
Wenn du essen willst wie die Einheimischen, steig zur Hütte oder zur Malga hinauf, der Sommeralm: Gerstensuppe, ein Brett Speck und ein Glas Lagrein, der Rotwein Südtirols. Abends im Tal findest du dieselbe Küche in den holzgetäfelten Stuben, nur später serviert.
Wo übernachten in der Dolomiten?
| Gegend | Wofür | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Gröden und Seiser Alm | Seceda, Almen, Sella | Am gefragtesten |
| Gadertal | Ladinische Dörfer, Sellaronda, Küche | Im Winter teuer |
| Fassatal und Fleimstal | Marmolata, Latemar, Familien | Günstiger |
| Cortina und das Cadore | Cinque Torri, Lagazuoi, Drei Zinnen | Am mondänsten |
| Pustertal | Pragser Wildsee, Drei Zinnen, Sexten | Am weitesten im Osten |
| Brenta | Madonna di Campiglio, Molveno | Auf der anderen Seite der Etsch |
Was kostet eine Reise in der Dolomiten?
| Reise | Dauer | Budget pro Person |
|---|---|---|
| Günstig (Pension, Busse, Hütten) | 7 Tage | 700 bis 1.000 € |
| Komfort (Talhotel mit Halbpension, Auto, Lifte) | 7 Tage | 1.400 bis 2.200 € |
| Gehoben (Wellnesshotel, Skifahren oder Bergführer) | 7 Tage | 3.000 bis 5.000 € |
- Die Reisezeit: Weihnachten, Februar und August sind die teuersten Wochen. Wenn du wählen kannst, bleiben Ende Juni und September der beste Kompromiss.
- Die Halbpension: Fast alle Hotels bieten sie an, und sie kommt oft günstiger als jeden Abend ins Restaurant.
- Die Lifte: Im Sommer kostet ein Mehrtagespass weniger als Einzelfahrten, wenn du zwei pro Tag nimmst.
- Die kostenpflichtigen Zugänge: 40 Euro für die Straße zu den Drei Zinnen, 25 Euro für den reservierten Parkplatz am Pragser Wildsee im Sommer.
- Der Skipass: der größte Posten einer Winterreise: Kauf ihn vorab online, wenn du weniger zahlen willst.
Traditionen und Lebensart in der Dolomiten
Südtirol war bis 1919 österreichisch: Hier spricht man Deutsch, und die Dörfer haben ihre Zwiebeltürme behalten. In fünf Tälern rund um die Sella sprechen die Älteren noch Ladinisch, eine eigene romanische Sprache. Im Ersten Weltkrieg verlief die Front über die Grate: Am Lagazuoi gehst du durch Stollen, die Soldaten in den Fels gegraben haben.
In Gröden schnitzt St. Ulrich seit drei Jahrhunderten Holz, und die Werkstätten füllen noch immer die Schaufenster der Hauptstraße. Cortina war 1956 Gastgeber der Olympischen Winterspiele und 2026 noch einmal. Warte am Abend auf die Enrosadira: ein paar Minuten, in denen die Gipfel von Grau zu Rosa wechseln, dann zu Violett.