Besuch in Como, weit mehr als nur eine Postkartenidylle
Es ist nicht das sanfte Plätschern des Wassers, das man in Como zuerst wahrnimmt, sondern das ferne Brummen eines Wasserflugzeugs, das auf dem See landet. Dieses Geräusch steht sinnbildlich für die Stadt: eine Mischung aus nostalgischem Glanz und einem Hauch von Abenteuer. Es ist eine Einladung, die berühmte Kulisse aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, fernab der starren Bilder von prunkvollen Villen und makellosen Gärten.Como: Glamour zum Greifen nah, wenn man weiß, wo man hinschaut
Como ist ein Ziel für Ästheten, Romantiker und alle, die beeindruckende Landschaften lieben, in denen die Berge steil in tiefes Wasser abfallen. Wenn du gerne durch historische Gassen schlenderst, elegante Schaufenster bewunderst und anschließend mit dem Boot zu malerischen Orten wie Bellagio oder Varenna aufbrichst, ist Como deine perfekte Bühne. Es ist das ideale Tor für eine erste Erkundung des Sees. Wenn du nach einer rustikalen und günstigen Ecke Italiens suchst oder dich von den sommerlichen Menschenmassen gestresst fühlst, könntest du enttäuscht werden. Beliebtheit hat ihren Preis, und das Budget kann schnell steigen, vor allem bei Unterkünften und Restaurants mit direktem Seeblick. Lass das Auto im historischen Zentrum stehen, denn die Parkplatzsuche ist ein Geduldsspiel. Setze stattdessen auf zu Fuß gehen und das Fährschiff, das mit Abstand das beste Fortbewegungsmittel auf dem See ist.Como und die Schätze des Sees erkunden
Ein Besuch in Como ist nicht nur eine Städtereise, sondern die Basis für die Erkundung einer ganzen Region. Die ideale Strategie kombiniert das historische Zentrum mit Ausflügen auf dem Wasser und in die Höhe, um die ganze Majestät der Umgebung zu erfassen.Spaziergang durch das historische Zentrum, zwischen Stein und Seide
Das von alten Stadtmauern umgebene Zentrum von Como erkundet man am besten mit dem Blick nach oben. Das Herzstück ist zweifellos der Duomo, die Kathedrale. Das beeindruckende Bauwerk wurde über fast vier Jahrhunderte errichtet und verbindet gotische Elemente mit der Renaissance. Ganz in der Nähe solltest du die Basilica di San Fedele nicht verpassen, die an einem charmanten Platz liegt, auf dem früher der Getreidemarkt stattfand. Hier wird auch die historische Bedeutung der Seidenproduktion für die Stadt deutlich. Zahlreiche Luxusboutiquen bieten Tücher und Krawatten an, die von dieser Handwerkstradition zeugen. Für eine authentischere Atmosphäre verlierst du dich am besten in den Gassen rund um die Piazza Cavour, dem großen Wohnzimmer der Stadt direkt am See.Tipp vom Experten: Für eine Pause abseits des Trubels solltest du die Basilika Sant'Abbondio besuchen. Etwas außerhalb gelegen, bietet dieses Schmuckstück lombardischer Romanik eine Schlichtheit und Ruhe, die einen wunderbaren Kontrast zur Pracht des Duomo bildet.
Der See, der Hauptdarsteller des Spektakels
Man kommt nicht nach Como, ohne in See zu stechen. Der öffentliche Fährdienst ist bemerkenswert effizient und lässt dich für einen Moment wie George Clooney fühlen. Nimm die reguläre Linie, die die Dörfer des goldenen Dreiecks bedient: Bellagio, die Perle des Sees, und Varenna, das bunter und intimer wirkt. Schon die Fahrt selbst ist eine Attraktion und bietet unverstellte Blicke auf legendäre Villen wie die Villa d'Este oder die Villa Erba. Für ein gezielteres Erlebnis ist ein Besuch der Gärten berühmter Villen ein Muss. Die Villa Carlotta in Tremezzo mit ihrem botanischen Garten oder die Villa Balbianello (erreichbar nach einem kurzen Fußweg oder per Wassertaxi) sind Meisterwerke des Zusammenspiels von Natur und Architektur.Tipp vom Experten: Kaufe eine Tageskarte für den mittleren Teil des Sees (free-circulation ticket). Damit kannst du beliebig oft zwischen den Hauptorten wie Bellagio, Varenna und Menaggio hin- und herfahren, was dir maximale Flexibilität bei deiner Erkundung bietet.
Höhenflüge mit der Standseilbahn nach Brunate
Um die einzigartige Geografie des Sees zu verstehen, muss man in die Höhe. Die Standseilbahn Como-Brunate ist seit 1894 in Betrieb und bringt dich in 7 Minuten hinauf in das Dorf Brunate. Schon der Blick aus dem Wagen ist spektakulär, aber oben angekommen wird er atemberaubend. Von dort oben reicht der Panoramablick über die Stadt, das erste Becken des Sees und bei klarem Wetter bis zu den Gipfeln der Schweizer Alpen. Bleib nicht an der Bergstation stehen, denn ein kurzer Fußweg führt dich zu noch beeindruckenderen Aussichtspunkten. Wer mehr Energie hat, wandert in etwa 30 Minuten zum Faro Voltiano, dem Leuchtturm zu Ehren von Alessandro Volta, wo dich ein 360-Grad-Blick belohnt.Tipp vom Experten: Fahr am späten Nachmittag hinauf. Du genießt das goldene Licht über dem See und kannst in einer der Bars in Brunate einen Aperitivo nehmen, bevor es mit Blick auf das beleuchtete Como wieder bergab geht.
Schöne kleine Stadt direkt am See. Como ist definitiv einen Zwischenstopp wert. Am besten hat mir die wunderschöne Kathedrale gefallen. Ich habe mir Zeit genommen, um die bemerkenswerte Fassade und die ungewöhnliche Kuppel zu bewundern. Ebenfalls ein Muss ist die Standseilbahn, die ein tolles Erlebnis verspricht und ein originelles Verkehrsmittel ist, bei dem man obendrein eine beeindruckende Aussicht auf den See genießen kann.