Das Dorf am türkisblauen Wasser, das auferstanden ist
Im Jahr 1974 verschwand Les Salles-sur-Verdon unter der Wasseroberfläche. Das ursprüngliche Dorf mit seiner Kirche und den jahrhundertealten Gassen ruht heute auf dem Grund des Lac de Sainte-Croix, überflutet durch den Bau der Talsperre. Was du heute siehst, wurde einige hundert Meter weiter oben neu aufgebaut, aus hellem Stein und mit demselben unverbauten Blick auf das fast unwirklich blaue Wasser.
Lohnt sich der Weg für dich?
Träumst du von einer Abkühlung im türkisblauen Wasser zwischen Kalksteinhügeln, fernab vom Trubel großer Badeorte? Magst du gemütliche Spaziergänge, entspannte Stunden am Sandstrand und Sonnenuntergänge, die den See in warmes Licht tauchen? Dann wird dir dieses kleine Dorf mit seinen 206 Einwohnern gefallen.
Suchst du hingegen ein pulsierendes Nachtleben, viel historische Bausubstanz oder eine große touristische Infrastruktur, bist du hier falsch. Alles schließt früh und das Angebot bleibt bewusst überschaubar.
Gut geeignet für:
- Liebhaber des Schwimmens und sanfter Wassersportarten wie Stand-up-Paddling und Kajakfahren
- Reisende auf der Suche nach Ruhe und Natur
- Familien, die einen ruhigen Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Gorges du Verdon suchen
Ungeeignet für:
- Urlauber, die ein aktives Nachtleben oder Abendunterhaltung suchen
- Geschichtsbegeisterte, die alte historische Architektur erwarten (das Dorf wurde erst 1974 neu errichtet)
- Reisende ohne Auto, da öffentliche Verkehrsmittel nahezu inexistent sind
Überschaubare Kosten außerhalb der Hauptsaison
Die Preise steigen im Juli und August deutlich an, wenn der See Gäste aus der ganzen Region anzieht. In der Nebensaison bleibt das Dorf preislich bodenständig.
| Kategorie | Preisspanne |
|---|---|
| Übernachtung auf dem Campingplatz | 15 bis 25 € |
| Übernachtung im Hotel oder Gästezimmer | 70 bis 130 € |
| Schneller Imbiss (Sandwich, Pizza zum Mitnehmen) | 8 bis 12 € |
| Restaurantbesuch | 20 bis 35 € |
| Kajak- oder SUP-Verleih (halber Tag) | 15 bis 25 € |
Unverbindliche Richtwerte, Änderungen vorbehalten
Praktische Realität: ein winziges Dorf, gewaltige Natur
Erwarte keinen Supermarkt und keine Apotheke mit späten Öffnungszeiten. Das Dorf folgt dem Rhythmus der Touristensaison: von Mai bis September lebendig, im restlichen Jahr nahezu verschlafen. Ein Auto ist unerlässlich, um die Umgebung zu erkunden, denn der öffentliche Nahverkehr in diesem Teil des Departements Var ist stark eingeschränkt.
Das Mittelmeerklima bringt heiße, trockene Sommer mit sich, die ideal zum Baden sind. Achte jedoch auf Sommergewitter, die über dem Wasser plötzlich aufziehen können. Sicherheitsrisiken gibt es kaum, da es sich um eine friedliche ländliche und touristische Region handelt.
Der Lac de Sainte-Croix als unbestrittener Star
Es ist unmöglich, über Les Salles-sur-Verdon zu sprechen, ohne diesen über 2.000 Hektar großen See zu erwähnen. Seine durch den Kalkstein der umliegenden Felsen geprägte türkise Farbe überrascht bei jedem Besuch aufs Neue. Der Gemeindestrand fällt flach ab und wird in der Saison überwacht, was ihn für Familien mit Kindern attraktiv macht.
Ein Tipp unter Freunden: Leihe dir ein Kajak oder SUP direkt im Dorf aus statt in Sainte-Croix-du-Verdon auf der anderen Uferseite. Das ist oft günstiger und du entkommst dem Trubel, der sich am Brückenkopf staut.
Hinweg zu den Gorges du Verdon
Das Dorf bildet einen praktischen Ausgangspunkt, um die nur wenige Kilometer entfernten Gorges du Verdon zu erreichen. Die kurvenreiche und spektakuläre Route des Crêtes bietet atemberaubende Ausblicke auf diesen Canyon, der manchmal als europäischer Grand Canyon bezeichnet wird. Plane gut einen halben Tag ein, um die wichtigsten Aussichtspunkte zu besuchen.
Entspannte Spaziergänge und Wanderungen
Rund um den See führen mehrere Wanderwege im kühlen Schatten der Pinien entlang, mit immer wieder freien Blicken auf das Wasser. Extreme Steigungen gibt es hier nicht. Es handelt sich um familienfreundliche Wege ohne nennenswerte Höhenmeter, die sich besonders am späten Nachmittag anbieten, wenn die Hitze nachlässt.
Wo du in Les Salles-sur-Verdon essen und trinken kannst
Das kulinarische Angebot ist bescheiden, reicht für ein paar Tage aber völlig aus. Es gibt Pizzerias, Restaurants mit einfacher provenzalischer Küche und ein paar Straßencafés mit Blick auf den See. Erwarte keine Sternegastronomie, sondern ehrliche, unprätentiöse Dorfgastronomie.
Wo du in Les Salles-sur-Verdon und Umgebung übernachten kannst
Im Ort selbst gibt es einige Hotels und Gästezimmer, oft mit Seeblick. Für den kleineren Geldbeutel säumen mehrere Campingplätze das Ufer, einige davon direkt am Strand. Die Umgebung, besonders Richtung Aiguines oder Sainte-Croix-du-Verdon, bietet vergleichbare Alternativen, falls in der Hauptsaison alles belegt ist.
Wie du nach Les Salles-sur-Verdon kommst
Das Auto bleibt das bequemste Verkehrsmittel. Von Aix-en-Provence aus dauert die Fahrt etwa 1:30 Uhr. Ab Nice solltest du eher 2 Stunden einplanen. Der Flughafen Marseille-Provence und der Flughafen Nice-Côte d'Azur sind die sinnvollsten Startpunkte für Reisende aus Europa, wobei ein Mietwagen im Anschluss für die Fahrt ins Dorf unerlässlich ist.
Wie du dich vor Ort fortbewegst
Das Dorf selbst lässt sich komplett zu Fuß in wenigen Minuten erkunden. Um die Schluchten, Nachbardörfer oder einfach den See zu umrunden, führt kein Weg am Auto vorbei, da öffentliche Verkehrsmittel in dieser ländlichen Region des Verdon nahezu fehlen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die ideale Zeit liegt zwischen Juni und September, um den See und das Wasser ausgiebig zu nutzen. Juli und August sind die besucherstärksten Monate mit entsprechenden Preisen. Der Frühling, insbesondere der Mai, bietet einen guten Mittelweg aus angenehmem Klima und Ruhe, bevor der große Urlauberansturm einsetzt.
Die Geschichte dieses Dorfes ist unglaublich, denn das alte Dorf Les Salles liegt heute unter dem Lac de Sainte-Croix begraben! Ich fand es toll, einige Elemente wiederzuentdecken, die in das neue Dorf integriert wurden. So gehören Dachziegel, die Kirche, Türen und der Brunnen zu dem Dorf, das bei der Flutung des Stausees im Jahr 1975 untergegangen ist! Ein echter Geschichtsunterricht unter freiem Himmel.