Viarmes besuchen
Während das benachbarte Chantilly mit seinem Schloss und den Kunstsammlungen oft die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, hat auch Viarmes im Norden des Val-d’Oise in der Ile-de-France einiges zu bieten. Der Name der Stadt leitet sich vom lateinischen Begriff Via Armorum ab, da der Ort einst an einer strategischen Route zwischen Lutèce und dem Lager von Jules César in Gaule lag. Die weitere Entwicklung von Viarmes war eng mit der l’abbaye de Royaumont verknüpft. Im 18. Jahrhundert ließ Jean-Baptiste Elie Camus de Pontcarré, der damalige Prévôt des marchands von Paris, auf dem Gelände einer ehemaligen Festung ein Schloss errichten.
Eine Stadt mit Wassergeschichte
Auf den ersten Blick mag es unscheinbar wirken, doch die Geschichte von Viarmes ist untrennbar mit einem Trinkwassernetz verbunden, das bereits im 13. Jahrhundert von den Zisterziensermönchen der abbaye de Royaumont angelegt wurde. Die Fontaine aux Moines ist eines der Bauwerke, das ein Einzugsbecken dieses hydraulischen Systems schützt. Im Ort finden sich zudem vier öffentliche Brunnen aus der Zeit um 1860, die noch heute in Betrieb sind, sowie vier historische Waschhäuser.
Um diese lange Historie zu bewahren, wurde 1984 das Heimatmuseum, das musée d’histoire de Viarmes, eröffnet. Hier wurden traditionelle Szenen rekonstruiert, darunter ein altes Klassenzimmer, eine Schusterwerkstatt, Wohnräume sowie ein historischer Laden mit Café. Das Museum setzt dabei auf alle Sinne und ergänzt die Ausstellungen durch Klangaufnahmen und olfaktorische Stationen, die den Besuch lebendig machen.
Das Schloss von Viarmes
Das Schloss von Viarmes, das heute das Museum und das Rathaus beherbergt, wurde 1758 aus dem für die Region typischen hellen Haustein erbaut. Besonders markant ist der Haupteingang mit seinem vorspringenden Giebel und den vier dorischen Säulen. Die Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul stammt ursprünglich aus dem frühen 12. Jahrhundert, wurde jedoch mehrfach erweitert. Das Kirchenschiff ist jünger und ein schönes Beispiel für den gotischen Flamboyant-Stil.
Viarmes liegt zudem in unmittelbarer Nähe zu ausgedehnten Naturgebieten wie der forêt domaniale de Carnelle, was den Ort zu einem idealen Ziel für alle macht, die dem Trubel von Paris entfliehen wollen. Bei einem Waldspaziergang solltest du den Pierre Turquaise nicht verpassen, einen prähistorischen Megalith. Im Wald gibt es zudem mehrere Teiche, die zum Angeln einladen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Viarmes lässt sich am besten in der warmen Jahreszeit erkunden. Besonders im Sommer, wenn viele Einwohner der Pariser Region in den Urlaub fahren, wirkt der Ort angenehm ruhig. Auch die Monate Mai, Juni, September und Oktober bieten sich für einen Besuch an.
Anreise
Vom Pariser Bahnhof Gare du Nord aus Paris erreichst du Viarmes mit der Transilien-Linie H in etwa 40 Minuten. Mit dem Auto erfolgt die Anreise über die N104, die A16 oder die N31.