Bolivien erleben: Wilde Landschaften und andine Traditionen
Bolivien ist ein Binnenstaat in Südamerika, der durch seine extremen landschaftlichen Kontraste und ein tief verwurzeltes kulturelles Erbe besticht. Zwischen den Hochebenen der Anden, tropischen Regenwäldern und kolonial geprägten Städten bietet das Land eine unmittelbare Begegnung mit indigenen Traditionen, die hier noch immer den Alltag bestimmen.
La Paz: Eine Hauptstadt in schwindelerregender Höhe
Auf über 3 600 Metern Höhe gelegen, zählt La Paz zu den höchstgelegenen Hauptstädten der Welt. Das beeindruckende Seilbahnnetz, das die Stadt durchzieht, bietet einen Panoramablick über das Häusermeer. Ein Muss sind die belebten Gassen am Mercado de las Brujas (Hexenmarkt), wo traditionelle Heilmittel und rituelle Objekte verkauft werden. Nicht weit entfernt liegt das Valle de la Luna (Mondtal), eine bizarre Landschaft aus durch Erosion geformten Felsformationen, die an eine Mondoberfläche erinnert.
Der Salar de Uyuni: Salz soweit das Auge reicht
Im Südwesten des Landes erstreckt sich der Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt. Besonders nach der Regenzeit bietet sie ein spektakuläres Naturschauspiel, wenn sie sich in einen gigantischen Spiegel verwandelt, der den Himmel reflektiert. Die Kakteeninseln, darunter die berühmte Isla Incahuasi, setzen markante Akzente in dieser surrealen Umgebung. Viele Reisende kombinieren den Besuch mit Ausflügen zu den farbenprächtigen Lagunen und geothermischen Geysiren der Region.
Koloniales Erbe: Sucre und Potosí
Sucre, die verfassungsmäßige Hauptstadt des Landes, besticht durch ihre gut erhaltene koloniale Architektur und die weiß getünchten Fassaden der Altstadt. Es ist eine Stadt, die zum Verweilen einlädt und deren Museen die bewegte Geschichte Boliviens beleuchten. Weiter südlich liegt Potosí. Einst eine der reichsten Städte der Welt dank ihrer Silberminen, zeugt das historische Zentrum von diesem einstigen Wohlstand, auch wenn die Arbeitsbedingungen in den Minen bis heute schwierig bleiben.
Das bolivianische Amazonasgebiet: Unberührte Natur
Entgegen landläufiger Meinung besitzt Bolivien einen bedeutenden Anteil am Amazonasbecken, der am besten über Rurrenabaque erschlossen wird. Von dort aus dringen Reisende in den dichten Dschungel des Nationalparks Madidi vor oder erkunden die Wasserwege der Pampas. Bei einer Bootsfahrt lassen sich Kaimane, rosafarbene Flussdelfine und Brüllaffen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.
Authentische Küche mit andinen Einflüssen
Die bolivianische Küche ist bodenständig und geprägt von einer Mischung aus andinen Zutaten und spanischen Einflüssen. Die Salteña, eine mit herzhaftem Fleischragout gefüllte Teigtasche, ist der klassische Snack für zwischendurch. Zu vielen Gerichten wird Llajwa serviert, eine scharfe Sauce aus Tomaten und Chili. Sie passt hervorragend zum Silpancho, einem flachen Fleischstück, das mit Reis und Spiegelei serviert wird. Gegen die Höhenkrankheit hilft oft ein Mate de Coca, während bei traditionellen Festen die Chicha, ein fermentiertes Maisgetränk, eine zentrale Rolle spielt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Das Klima unterscheidet sich je nach Region stark, doch die Monate Mai bis Oktober gelten als beste Reisezeit. In der Trockenzeit sind die Wege im Salar de Uyuni und in den Anden am besten befahrbar. Die Regenzeit (November bis April) macht manche Routen beschwerlich, verwandelt die Salzpfannen jedoch in die berühmte Spiegelfläche. Im August findet zudem in Cochabamba die Virgen de Urkupiña statt, eines der bedeutendsten kulturellen Feste des Landes.
Anreise
Es gibt keine Direktflüge von Europa nach Bolivien. Reisende fliegen in der Regel über Madrid oder Miami nach La Paz oder Santa Cruz de la Sierra. Die Kosten für einen Hin- und Rückflug liegen je nach Saison im Durchschnitt zwischen 900 und 1 500 Euro.
Unterwegs im Land
Aufgrund der enormen Distanzen ist das Flugzeug oft die effizienteste Wahl, um entlegene Gebiete zu erreichen. Busse sind das am weitesten verbreitete Verkehrsmittel, auch wenn sie oft langsam und wenig komfortabel sind. In den Städten kommt man mit Taxis oder den günstigen Sammeltaxis, den sogenannten Trufis, schnell und preiswert ans Ziel.