Besuch in Copacabana
Copacabana ist eine kleine Stadt in Bolivien, direkt am Ufer des Titicacasees auf knapp 3800 Metern Höhe gelegen. Da sie nur 5 Kilometer von der Grenze zu Peru entfernt liegt, ist sie ein Knotenpunkt für Reisende, die zwischen den beiden Ländern unterwegs sind. Es ist der ideale Ort, um die spirituelle Atmosphäre aufzusaugen, die den höchstgelegenen schiffbaren See der Welt umgibt. Der Name Copacabana stammt übrigens aus der Sprache der indigenen Aymara und bedeutet so viel wie Blick auf den See. Mit dem berühmten Strand in Brasilien hat das also rein gar nichts zu tun. Von Copacabana aus dauert die Überfahrt zur Isla de la Luna oder zur Isla Del Sol etwa 1:30 Stunden. Neben der Landschaft triffst du dort auf einige Inka-Ruinen und kannst das lokale Leben in deinem eigenen Tempo beobachten.
Was du in Copacabana unternehmen kannst
Copacabana gilt sowohl für die präkolumbianischen Kulturen als auch für die katholischen Bolivianer als heiliger Ort. Ein Besuch der Basilika von Copacabana gehört daher zum Pflichtprogramm. Die Anlage wurde im 17. Jahrhundert nur wenige Schritte von einem ehemaligen Inka-Tempel entfernt errichtet. Die Architektur verbindet Renaissance- und Barockelemente mit maurischen Einflüssen, wie man sie besonders an den mit Azulejos (keramischen Fliesen) verzierten Kuppeln sieht. Im Inneren befindet sich eine Statue der Jungfrau von Copacabana, die 1580 von dem Quechua-Künstler Franciso Yupanqui geschnitzt wurde und im ganzen Land tief verehrt wird.
Wenn du die Kirche verlässt, wundere dich nicht über die langen Schlangen von Autos, die mit Blumen und bunten Bändern geschmückt sind. Die Besitzer warten auf den Priester, der ihre Fahrzeuge segnen soll, da viele Gläubige fest an den Schutz vor Unfällen glauben. Nutze deinen Aufenthalt im Stadtzentrum, um auf dem Markt von Copacabana zu Mittag zu essen und fangfrischen Fisch zu probieren.
Die besten Aussichtspunkte am Titicacasee
Eingebettet zwischen Bergmassiven bietet Copacabana einige der besten Aussichtspunkte auf das schiere Ausmaß des Titicacasees. Nimm dir für den Aufstieg zum Cerro El Cavario ein wenig Zeit und Kraft. Du musst eine lange Treppe erklimmen, und auf dieser Höhe macht sich die dünne Luft bei der Anstrengung deutlich bemerkbar. Der Ausblick auf Copacabana und der Sonnenuntergang sind den Aufstieg jedoch absolut wert.
Ein weiterer Abstecher lohnt sich zur Horca del Inca, einem astronomischen Observatorium aus der Zeit vor den Inka, das auf das Jahr 1764 v. Chr. datiert wird. Eine der Steinstrukturen steht noch heute so präzise, dass die Sonnenstrahlen jedes Jahr zur Sommersonnenwende genau durch die Mitte der Formation fallen. Auch von hier aus hast du einen beeindruckenden Panoramablick über den See.
Die beste Reisezeit
Die optimalen Monate für einen Besuch in Copacabana liegen zwischen April und Juni. Im Juli und August kann es windiger werden. Rund um den 5. und 6. August ist die Stadt besonders belebt, wenn Tausende bolivianische Pilger zum Fest der Jungfrau anreisen.
Anreise
Die Anreise erfolgt in der Regel mit dem Bus. Von Puno in Peru aus gibt es Direktverbindungen, die etwa 3 Stunden dauern. Der Grenzübertritt ist unkompliziert und gut organisiert. Wenn du aus dem bolivianischen La Paz anreist, solltest du etwa 3:30 Stunden einplanen. Die Strecke beinhaltet einen Zwischenstopp, bei dem der Bus auf einer Fähre über die Straße von Tiquina gesetzt wird.
Copacabana ist der Ausgangspunkt für die Inseln des Titicacasees auf der bolivianischen Seite: die Sonneninsel und die Mondinsel. Dieses Städtchen ist daher für meinen Geschmack sehr (zu?) touristisch, mit viel Drängelei, um auf den See zu kommen. Ich selbst kam mit dem Bus aus Peru, der auf die Fähre verladen wurde, und habe dort nur auf einen Transfer nach La Paz gewartet. Ich erinnere mich daran, wie ich die Segnung der Neuwagen miterlebt habe, ein erstaunliches Ereignis, das jedes Wochenende stattfindet.