Curitiba besuchen
Im Süden von Brasilien gelegen, gilt Curitiba als Vorzeigemodell für nachhaltige Stadtplanung in Südamerika. Die Stadtverwaltung hat das urbane Wachstum konsequent an den Hauptverkehrsachsen ausgerichtet. Das öffentliche Nahverkehrssystem basiert auf Bussen, die auf eigenen Spuren verkehren und oft mit einer oberirdischen U-Bahn verglichen werden. Obwohl Curitiba ein Stück landeinwärts von der Küste liegt, bietet die Stadt zahlreiche Grünflächen, die zum Entspannen einladen.
Ein Modell für nachhaltige Stadtentwicklung
Der Name Curitiba stammt aus der indigenen Sprache Tupi. Der Ausdruck "Coré Etuba" bedeutet so viel wie "viele Kiefern" und nimmt Bezug auf die hügelige Umgebung, die einst von diesen Bäumen geprägt war. Die Stadt war also von Beginn an darauf ausgerichtet, sich harmonisch in die Natur einzufügen.
Neben der durchdachten Stadtentwicklung hat Curitiba viele Parks bewahrt, die heute das Stadtbild prägen. Allen voran der beeindruckende botanische Garten, der Jardim Botânico, einer der größten seiner Art weltweit. Ein Teilbereich ist als Garten der Sinne gestaltet. Dort kannst du mit einem Guide und verbundenen Augen die verschiedenen Texturen und Düfte der Pflanzenwelt erkunden.
Ein weiteres Muss ist der parc Tanguá. Er liegt auf einer Anhöhe über ehemaligen Steinbrüchen, die heute eine Lagune säumen. Vom Aussichtspunkt genießt du einen weiten Blick über die tiefer gelegene Stadt. Für Sportbegeisterte ist der parc Barigui mit seinen zahlreichen Radwegen, Spazierpfaden und Sportanlagen der ideale Anlaufpunkt.
Multikulturelle Moderne
Curitiba wird oft als Cidade de Vidro, also Stadt aus Glas, bezeichnet. Dieser Name spielt auf die vielen modernen Gebäude mit Glasfassaden an, wie etwa das l’Opéra de Arame. Diese bedeutende kulturelle Institution ist über einen Steg erreichbar, der auf Stelzen über das Wasser führt. Auch das Musée Oscar Niemeyer ist ein architektonisches Highlight, das mit seiner markanten Form, die an ein riesiges Auge erinnert, weithin sichtbar ist.
Die koloniale Prägung der Stadt ist eng mit der Geschichte der Einwanderung verknüpft. Menschen aus Deutschland, der Ukraine, Frankreich und Japan haben Curitiba mitgeprägt. Viele dieser Pioniere ließen sich nahe der place Tiradentes nieder, dem historischen Zentrum der Stadt. Die kulturelle Vielfalt spiegelt sich heute in verschiedenen Gedenkstätten wider, wie dem forêt allemande oder dem mémorial Ukrainien, der im parc Tingui liegt und regelmäßig Ausstellungen zur ukrainischen Kultur zeigt.
Wenn du einen Ausflug in die Umgebung machen möchtest, lohnt sich eine Reise nach Morretes, einem kleinen, typisch kolonialen Städtchen. Die Anreise erfolgt mit dem Zug über die Serra Verde Express, eine der ältesten Eisenbahnstrecken Brasiliens, die durch den dichten tropischen Regenwald führt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Aufgrund der südlichen Lage von Curitiba sind die Jahreszeiten und Temperaturschwankungen deutlich spürbar. Am angenehmsten ist es im Winter zwischen Juni und Oktober. Das Klima ist zwar etwas kühler, dafür regnet es in dieser Zeit deutlich weniger.
Anreise
Curitiba besitzt einen eigenen Flughafen. Bei Flügen aus Europa ist meist ein Zwischenstopp erforderlich, wobei die Route in der Regel über São Paulo führt.
Das ist ein Zwischenstopp, der es ermöglicht, näher an die Iguaçu-Wasserfälle heranzukommen, wenn man mit dem Bus reist. Beim Einfahren in die Stadt ist man von den ganzen Wolkenkratzern überrascht. Ich bin nicht lange genug geblieben, um einen umfassenderen Eindruck zu bekommen, aber auf den ersten Blick habe ich das Gefühl, dass es dort nicht besonders viel zu sehen gibt.