An der Ägäis gelegen, ist Bodrum ein Ort, der für jeden Geschmack etwas bereithält. Nachtschwärmer kommen in den zahlreichen Clubs und Nachtbars auf ihre Kosten, Sonnenanbeter genießen die malerischen Küstenabschnitte des Landes und Geschichtsbegeisterte finden hier die Spuren einer glanzvollen Vergangenheit. Im Südwesten der Türkei hat sich die antike Stadt, die von dorischen Siedlern unter dem Namen Halikarnassos gegründet wurde, zu einem kosmopolitischen Urlaubsort entwickelt, der jedes Jahr zahlreiche Gäste anzieht.
Ein Stadtzentrum mit vielen Facetten
Umgeben von Jachthafen und Hafen, ragt das St.-Peters-Kastell weit ins Meer hinaus. Auf seiner felsigen Halbinsel ist die mittelalterliche Festung, die im Laufe ihrer Geschichte zahlreichen Angriffen standhielt und sogar als Gefängnis diente, das unverkennbare Wahrzeichen der Stadt. Erbaut zwischen 1406 und 1523 vom Johanniterorden, beherbergt die Zitadelle mit ihren fünf Türmen heute das faszinierende Museum für Unterwasserarchäologie. Eine reichhaltige Sammlung von Amphoren ist dort ebenso zu sehen wie Schätze aus der Antike, die bei den Ausgrabungen von Schiffswracks geborgen wurden. Nur wenige Schritte entfernt lässt sich die historische Kulisse gegen ein ganz anderes Flair eintauschen: Die Cumhuriyet-Straße, im Volksmund schlicht Bar-Straße genannt, eignet sich perfekt, um den Anisschnaps Rakı kennenzulernen. Die Küstenpromenade ist nicht nur ideal für Spaziergänge, sondern auch das pulsierende Zentrum des Nachtlebens. Im geschäftigen historischen Kern präsentieren kleine Läden traditionelles Handwerk, von Töpferwaren über Lederwaren bis hin zu den berühmten Kilims, denn Bodrum ist für seine Handwerkskunst bekannt. Wer kulinarische Vielfalt sucht, findet im Bodrum Bazaar einen riesigen Markt, auf dem Gewürze, Trockenfrüchte und lokale Spezialitäten angeboten werden.
Zwischen Stränden und Antike
Bodrum verbindet auf gelungene Weise Modernes mit historischem Erbe und beherbergt sogar die Überreste eines der sieben Weltwunder der Antike: das Grabmal von Mausolos. Von dem antiken Mausoleum sind heute leider nur noch die Umfassungsmauern und einige Säulenfragmente erhalten. Nur 300 m entfernt, auf dem Hügel von Göktepe, ist das Antike Theater deutlich besser erhalten. Als Meisterwerk aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bot es auf in den Felsen geschlagenen Rängen Platz für 13 000 Zuschauer und dient heute noch als Veranstaltungsort für Konzerte. Nur wenige Minuten von diesen historischen Stätten entfernt liegen idyllische Strände: Der Strand von Kumbahçe bietet mit seinem Blick auf die Küste eine zentrale Lage, der Strand von Yahsi lädt zum Entspannen und Verweilen ein, während Wassersportler und Taucher das für seinen langen Sandstrand und seine Unterwasserwelt bekannte Gümbet bevorzugen. Oben auf den Klippen thronen sechs Windmühlen, von denen aus sich ein Blick auf die Bucht eröffnet.
Die beste Reisezeit
Mit 300 Sonnentagen im Jahr ist Bodrum vom Frühling bis zum Herbst ein attraktives Reiseziel. Im Juli und August steigen die Temperaturen stark an, während es von Dezember bis Februar oft regnet. In den Sommermonaten herrscht Hochsaison.
Anreise
Der Flughafen Bodrum-Milas liegt 35 km vom Zentrum entfernt; Busse und Dolmuş genannte Sammeltaxis verbinden den Flughafen mit der Stadt. Ab Deutschland gibt es Direktflüge oder Verbindungen mit Zwischenstopp in Istanbul. Per Fähre bestehen zudem Verbindungen von griechischen Inseln wie Kos oder Rhodos.