Besuch im Museo del Novecento
Die Piazza del Duomo ist der Ort, an dem sich die Meisterwerke versammeln. Als prächtiges städtisches Herz von Mailand vereint sie die bedeutendsten Monumente der Stadt, und der Palazzo dell'Arengario fügt sich hier perfekt ein. In diesem monumentalen Komplex, der in den 1930er Jahren von Griffini Muzio entworfen wurde, hat das Museo del Novecento seit 2010 seinen Sitz. Hier werden sämtliche Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts präsentiert. Das Museum ist ein zeitgenössischer Ort par excellence und beherbergt zudem das Portrait de Paul Guillaume von Modigliani, das einzige Gemälde dieses Künstlers, das in Italien verblieben ist. Wenn es zehn Gründe gibt, dieses Museum zu besuchen, gehört dieser zweifellos dazu.
Eine Wendeltreppe als Wegweiser durch die Kunst
Der Palast ist weitläufig, und 400 Werke entfalten sich in den Sälen, die um eine spektakuläre elliptische Treppe angeordnet sind. Diese führt hinauf zu einer Panoramaterrasse mit einem meisterhaften Blick auf den wohl schönsten Platz der Stadt. Dieser verschlungene, chronologische Parcours durch die zeitgenössische Kunst ist allein schon aufgrund seiner ungewöhnlichen Gestaltung ein Erlebnis. Die Avantgarde-Bewegung bietet mit Picasso, Paul Klee, Kandinsky oder dem bereits erwähnten Modigliani einen starken internationalen Bezug. Die weiteren Ebenen widmen sich den großen Namen des Futurismus. Boccioni, Balla oder Gino Severini, um nur einige zu nennen, prägen diesen Raum mit einzigartigen Werken, die den Weg bis in die 1920er und 1930er Jahre weisen. Ein eigener Saal ist Marino Marini gewidmet, während sich im dritten Stock alles um Alberto Burri dreht. Die großen italienischen Meister der informellen Kunst wie Tancredi oder Carla Accardi leiten über zur Ausstellung der 1950er und 1960er Jahre. Die oberste Ebene gehört Lucio Fontana und weiteren Künstlern. Der Meister der monochromatischen Bearbeitung und Begründer des Spatialismus ebnet den Weg zu einer schwebenden Brücke, die das Museum mit einem letzten Bereich verbindet. Dieser ist der Filmkunst, der Konzeptkunst sowie den Werken der 1970er und 1980er Jahre gewidmet. Den krönenden Abschluss bilden Arbeiten von Luciano Fabro und Künstlern des ausgehenden Jahrhunderts, die den Besuch dieses ebenso facettenreichen wie fesselnden Ortes abrunden.
Dieses Museum wird Liebhabern zeitgenössischer Kunst sehr gefallen. Es besitzt eine reiche und abwechslungsreiche Sammlung, unter anderem mit Werken von Picasso. Es ist ein schönes Museum in zentraler Lage, das in einem gut erhaltenen Gebäude untergebracht ist. Einen Besuch wert, wenn man Zeit hat.