Besuch in der Ambrosianischen Bibliothek
Der Kardinal von Mailand hatte eine klare Vision: Er wollte eine neue kulturelle Institution schaffen, die universell ausgerichtet ist, um humanistische Werte und den Glauben zu fördern. Seine Gesandten bereisten die Welt mit dem Auftrag, Manuskripte aus allen Kulturen zusammenzutragen. Die Ambrosianische Bibliothek existierte damals nur als Idee, doch ab 1601 nahm das Projekt konkrete Formen an. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1609 ist sie ein historischer Ort von Weltrang, an dem heute fast eine Million Bücher und 40.000 Manuskripte wie unschätzbare Schätze lagern. Ergänzt wird dieser wertvolle Komplex durch eine Pinakothek, die 1618 gegründet wurde und eine beeindruckende Sammlung italienischer sowie internationaler Meisterwerke beherbergt.
Unschätzbare Manuskripte und Meisterwerke der Malerei
Mit Schätzen wie dem Manuskript von Vergil, das mit Anmerkungen von Petrarca versehen ist, einem Fragment des Muratori-Kanons aus dem Jahr 170, einem diwan (Gedichtband) von Dichtern aus dem 11. Jahrhundert oder zwölf Manuskripten von Leonardo da Vinci, darunter eintausend Seiten des Codex Atlanticus, ist die Ambrosianische Bibliothek ein Hort seltener Kostbarkeiten. Der charakteristische Geruch von Holz und alten Büchern liegt in der Luft und unterstreicht den Status dieser Einrichtung, die als erste Bibliothek der Welt für die öffentliche Nutzung zugänglich war und nach Oxford folgte. Die Räumlichkeiten sind beeindruckend, mit ganzen Wänden voller außergewöhnlicher Werke in Regalen, während der rote Samt am Boden eine fast zeremonielle Atmosphäre schafft. Es ist ein Privileg, diese historischen Zeugnisse zu betrachten. Federico Borromeo hat nicht nur diese außergewöhnlichen Publikationen zusammengetragen, sondern auch seine persönliche Sammlung an Gemälden und Zeichnungen vermacht. Die Pinacoteca Ambrosiana (Ambrosianische Pinakothek) wurde stetig erweitert und erstreckt sich heute über 24 Säle, in denen 1500 Gemälde, Kupferstiche und 248 Zeichnungen großer Meister zu sehen sind. Die Liste der Künstler ist hochkarätig: Das große Fresko der Scuola di Atene von Raffael, das Rittrato di un musico von da Vinci, die Canestra di frutta von Caravaggio oder die Madonna von Botticelli, diese Werke machen den Ort zu einem der meistbesuchten Ziele in Mailand.
Diese Bibliothek ist wirklich prachtvoll. Die Architektur des Gebäudes von außen ist super, aber das Innere ist noch beeindruckender. Man hat das Gefühl, in einer Filmkulisse zu sein. Die Bibliothek beherbergt echte Schätze, darunter Werke von Da Vinci oder auch von Caravaggio.