Besuch im Sonnenheiligtum von Ramses II
Das Sonnenheiligtum von Ramses II ist ein architektonisches Meisterwerk, das den Pharao selbst als monumentales Abbild verewigen sollte. Vor den 20 m hohen Kolossalstatuen der Fassade verblasst alles andere. Nachdem das Bauwerk 1817 vom Sand befreit wurde, leuchtet dieses Juwel von Abu Simbel heute im Süden von Ägypten. Es wurde um 1260 vor unserer Zeitrechnung errichtet und bildet gemeinsam mit dem Tempel der Nefertari eine Kultstätte für das königliche Paar, die Götter und die Siege über die Feinde. Die Tempel sind als UNESCO-Welterbe gelistet und wurden in den 1960er Jahren vor den steigenden Wassermassen des Nassersees gerettet. Diese spektakuläre Rettungsaktion hielt die Welt in Atem. Ramses II fasziniert bis heute, selbst als in Stein gemeißelte Ewigkeit.
Eine pharaonische Fassade
Der heilige Hügel von Nubien, Meha, wurde geduldig ausgehöhlt, um die majestätischen Figuren des strahlenden Pharaos direkt aus dem Fels zu formen. In vollem Ornat thront er dort, geschmückt mit der Doppelkrone samt Uräus-Schlange und dem zeremoniellen Kinnbart. Die Statuen ragen 20 m in die Höhe, direkt aus dem Sandstein gehauen, und spiegeln die Macht des Monarchen wider. Eine der Figuren ist in der Mitte zerbrochen. Über dem Tempeltor wachen Re-Harachte und seine Sonnenscheibe, während darunter filigrane Friese und Kartuschen das Gesamtbild abrunden.
Eine architektonische Meisterleistung
Im Inneren ist das Vestibül mit acht 10 m hohen Pfeilern geschmückt, deren Wände eine Ode an die Schlacht bei Kadesch darstellen. Die ägyptische Macht wird hier mit einer unvorstellbaren Detailtiefe erzählt. Zudem sind Zeremonialszenen zu sehen, die Ramses bei Opfergaben an den Sonnengott zeigen. Acht Seitenkammern sind zugänglich, und am Ende des zentralen Bereichs befindet sich das Allerheiligste, in dem vier Statuen Amun, Re, Ptah und den Pharao selbst darstellen. Indem sich der Herrscher auf eine Stufe mit den Gottheiten stellt, wird er selbst vergöttlicht. Die ingenieurtechnische Präzision der damaligen Erbauer ist bemerkenswert: Jedes Jahr im Februar und Oktober dringt ein Sonnenstrahl in das Innere des Heiligtums und beleuchtet drei dieser Statuen. Es ist der göttliche Lebenshauch, der den schlafenden Monarchen berührt. Lediglich Ptah, der als Gott der Unterwelt mit der Finsternis verbunden ist, bleibt im Schatten.
Aufgrund der Bedrohung durch den Nassersee wurde der Große Tempel um 160 m zurückversetzt und 80 m höher neu errichtet, genau wie das Heiligtum der Nefertari. Es war ein gigantisches und beispielloses Unternehmen, das 3.000 Arbeiter aus 50 Ländern mobilisierte und enorme technische Anstrengungen erforderte. Die Tempel wurden in Blöcke zersägt, abgebaut und wieder originalgetreu zusammengesetzt. Wer die Möglichkeit hat, sollte eine Nacht in Abu Simbel verbringen, um die beleuchtete Tempelanlage bei der abendlichen Ton-und-Licht-Show zu erleben.
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Mein Besuch liegt schon lange zurück, aber die Fassade hat mich wirklich beeindruckt. Riesige Statuen, direkt aus dem Fels gehauen und über 3000 Jahre alt, die einen anschauen... einfach bewegend.