Courchevel, der Ort mit sechs Gesichtern und 600 Kilometern Piste
Die Februarsonne scheint auf die Nordhänge, während die Pistenraupen ihr nächtliches Werk beenden. Um 8:35 Uhr ziehen die ersten Skifahrer ihre Schwünge auf den weltbekannten Pisten. Die Präparierung ist tadellos und die Schneesicherheit bis in den April hinein durch 85 Prozent des Skigebiets oberhalb von 1.800 Metern garantiert. Hier, im Tarentaise-Tal, verteilen sich sechs Dörfer zwischen 1.100 und 1.850 Metern Höhe. Sie bilden gemeinsam eine Station, die den französischen Skisport revolutioniert hat.
Warum Skifahren in Courchevel?
Als erste komplett geplante Skistation der Alpen nahm Courchevel 1946 seinen ersten Skilift in Betrieb. Der Architekt Laurent Chappis verfolgte dabei einen damals neuartigen Ansatz: Er entwarf die Infrastruktur rund um die Bedürfnisse der Skifahrer, anstatt ein bestehendes Dorf anzupassen. Dieses Konzept hat weltweit Schule gemacht.
Das Skigebiet von Courchevel umfasst 150 Pistenkilometer, die von 55 Liftanlagen erschlossen werden. Die eigentliche Stärke der Station liegt jedoch in der Anbindung an Les 3 Vallées. Mit 600 Kilometern an zusammenhängenden Pisten, die man direkt auf Skiern erkunden kann, ist es das weltweit größte Skigebiet. Es verbindet Courchevel mit Méribel, Les Menuires, Val Thorens und Saint-Martin-de-Belleville.
Preise für Skipässe
| Pass-Typ | Erwachsene (18-74 Jahre) | Kinder (5-17 Jahre) | Senioren (75+) |
|---|---|---|---|
| Tagesticket Vallée de Courchevel | 62 € | 50 € | Kostenlos |
| Tagesticket 3 Vallées | 82 € | 65 € | 65 € |
| 6 Tage Vallée de Courchevel | 310 € | 248 € | Kostenlos |
| 6 Tage 3 Vallées (zum Preis von 5) | 409 € | 327 € | 327 € |
| 6 Tage Family Flex 3 Vallées | 335 €/Person (alle zum Kindertarif) | ||
| Saisonpass 3 Vallées Unlimited | 1.350 € | 945 € | Kostenlos |
Ein Terrain für jedes Niveau
Anfänger und Familien
Die Station verfügt über einige der besten Übungsareale der gesamten Region. Die Zone Zen-Bereiche in Pralong und am Jardin Alpin auf 1850 sowie das Areal in Moriond bieten sanfte und gesicherte Pisten. Die kostenlose Piste von Bellecôte eignet sich ideal, um erste Schwünge zu üben, ohne direkt einen Skipass kaufen zu müssen.
Fortgeschrittene Skifahrer
Geschwindigkeitsliebhaber kommen auf den langen roten Pisten im Sektor Saulire-Creux sowie in Chanrossa oberhalb von Moriond auf ihre Kosten. Die breiten und bestens präparierten Pisten erlauben lange Abfahrten mit beachtlichem Höhenunterschied. Für Experten stellt das Grand Couloir unterhalb der Saulire mit seinen steilen, von Felsen gesäumten Hängen eine technische Herausforderung dar. Das Vallée des Avals, das man nach einem kurzen Fußmarsch von Moriond aus erreicht, bietet eine beliebte, aber anspruchsvolle Off-Piste-Route.
Geheimtipp: Die kürzesten Wartezeiten finden sich meist rund um Moriond. Nimm den kostenlosen Shuttle von 1850 am frühen Morgen, um die Sessellifte in diesem Sektor zu erreichen, bevor der große Ansturm einsetzt.
Sechs Dörfer, sechs Stimmungen
Courchevel 1850 steht für Luxus und internationalen Ruf. Hier finden sich Fünf-Sterne-Hotels und sieben mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurants, darunter das 1947 im Cheval Blanc, das drei Sterne hält. Moriond, das frühere 1650, überzeugt durch seine sonnige Lage und moderatere Preise. Das Dorf profitiert von einer Ausrichtung nach Süden, was besonders auf den Sonnenterrassen ein Genuss ist.
Le Praz bewahrt den Charme eines traditionellen savoyischen Dorfes mit seinen schmalen Gassen und alten Chalets. Hier stehen die olympischen Sprungschanzen, die während der Spiele von Albertville 1992 genutzt wurden. La Tania, das für dieselben Olympischen Spiele entstand, ist ein autofreier Rückzugsort für Familien mit direktem Anschluss an das Skigebiet in weniger als fünf Minuten.
Abseits der Pisten
Das Wassersportzentrum Aquamotion in Courchevel Village bietet Innen- und Außenbecken, Wellnessbereiche und Indoor-Surfen. Die 2,5 Kilometer lange Rodelbahn von 1850 nach 1550 begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Feinschmecker besuchen gerne die Bergrestaurants wie das Cap Horn, eine Institution seit 1954, oder Le Chalet de Pierres am Fuß der Piste des Verdons für Raclette mit Panoramablick.
Wissenswertes zum Skigebiet:
- Direkter Blick auf den Mont Blanc vom Gipfel der Saulire auf 2.738 Metern
- 67 Kilometer frei zugängliche Langlaufloipen im Tal
- Family Park mit Modulen, Buckeln und Rails für erste Freestyle-Erfahrungen
- Die nächtliche Pistenpräparierung gilt als die beste der Alpen
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ohne große Erwartungen wurde ich für ein Wochenende in diesen Skiort eingeladen, und wie ich es mir schon dachte, habe ich mich dort nicht wohlgefühlt.
Alles ist auf die internationale Jetset ausgelegt (und entsprechend bepreist). Ich hatte manchmal fast das Gefühl, mich dafür entschuldigen zu müssen, einfach nur normal zu sein.