Die Plage du Petit Sperone: Ein Stück Karibik am Ende von Korsika
Der Sand knirscht unter den Füßen, so weiß, dass er fast unwirklich wirkt. Das Wasser schimmert je nach Sonnenstand zwischen Türkis und Smaragdgrün. Eingebettet zwischen zwei felsigen, mit Macchia bewachsenen Landzungen, erstreckt sich die Plage du Petit Sperone als schmales Band aus feinem Sand direkt vor der Île de Piana. Dies ist kein gewöhnlicher Strand, sondern ein konzentriertes Stück mediterraner Schönheit in ihrer ursprünglichsten Form.
Warum sich ein Abstecher in diese Bucht lohnt
Die Bucht liegt an der äußersten Südspitze der Insel, nur etwa fünfzehn Minuten von Bonifacio entfernt, und ist Teil der Réserve Naturelle des Bouches de Bonifacio (Naturschutzgebiet der Straße von Bonifacio). Ihr Schutzstatus sorgt für einen außergewöhnlich naturbelassenen Zustand: Es gibt keine Bebauung und keine touristischen Anlagen, sondern lediglich die unberührte Natur.
Der Petit Sperone ist zwar keine hundert Meter lang, macht dies aber durch seine beeindruckende Ästhetik wett. Der extrem feine, weiße Sand bildet einen starken Kontrast zu den ockerfarbenen Felsen, die den Strand einrahmen. Am Horizont zeichnen sich die Îles Lavezzi und die Umrisse Sardiniens ab. Um diesen Ort zu erreichen, muss man ein Stück laufen, doch der Weg lohnt sich bei jedem Schritt.
Der Küstenpfad: Eine Wanderung für sich
Vom Parking de Piantarella aus beginnt der Weg zunächst entlang des gleichnamigen Strandes, bevor er als Küstenpfad zwischen Pinien und duftender Macchia weiterführt. Planen Sie etwa zehn bis fünfzehn Minuten für den gemütlichen Fußweg ein. Unterwegs kommen Sie an den Überresten einer villa romaine (römische Villa) aus dem 1. bis 4. Jahrhundert vorbei, die einst als Handelsstützpunkt mit eigenen Anlegestellen und Lagerhäusern diente.
Eine Treppe führt schließlich direkt hinunter in die Bucht. Schon von oben ist der Anblick spektakulär: Das durchsichtige Wasser gibt den Blick auf den sandigen Boden frei, und der Kontrast zwischen dem hellen Sand und dem tiefblauen Meer ist unmittelbar sichtbar.
Ein kleiner Tipp: In den Monaten Juli und August sollten Sie vor 10:00 Uhr vor Ort sein, da der kleine Strand sonst schnell überfüllt ist und an Atmosphäre verliert. In der Nebensaison, von Mai bis Juni sowie im September und Oktober, genießen Sie dieses Juwel in einer deutlich entspannteren Stimmung.
Schwimmen und Unterwasserwelt
Das klare Wasser ist ideal zum Schnorcheln. Rund um die Felsen, die die Bucht säumen, lassen sich Fische und Seegraswiesen beobachten. Da das Wasser schnell tiefer wird, finden Schwimmer hier hervorragende Bedingungen. Bei ruhigem Wetter laden die türkisfarbenen Fluten dazu ein, stundenlang in diesem natürlichen Pool zu verweilen.
Alternativ erreichen Sie die Bucht auch vom Wasser aus: Mieten Sie in Piantarella ein Kajak oder ein Stand-up-Paddle, um den Petit Sperone auf dem Seeweg zu erkunden. Diese Perspektive bietet zudem einen schönen Blick auf die umliegenden Klippen und Buchten.
Weiter zum Grand Sperone
Wenn Sie noch Energie haben, folgen Sie dem Pfad für weitere fünfzehn Minuten entlang des Golf de Sperone, der als einer der schönsten Golfplätze der Welt gilt. Sie erreichen dann die Plage du Grand Sperone. Sie ist das größere Gegenstück zum Petit Sperone und wird von spektakulären, rötlich schimmernden Felsen gesäumt. Dort finden Sie oft noch mehr Ruhe.
Unsere Tipps:
- Nehmen Sie ausreichend Wasser, Sonnencreme und einen Sonnenschirm mit, da es am Strand keinerlei natürlichen Schatten gibt.
- Tragen Sie für den Fußweg bequeme Wanderschuhe.
- Der Strand ist rauchfrei, bitte halten Sie sich an diese Regel.
- Nehmen Sie sämtlichen Müll wieder mit, da Sie sich in einem Naturschutzgebiet befinden.
- Meiden Sie den Strand bei Ostwind, da der extrem feine Sand dann überall eindringt.
- Maske und Schnorchel sind für die Erkundung der Felsformationen sehr zu empfehlen.
Während eines Aufenthalts in Bonifacio, an der Südspitze Korsikas, ist das der Strand, den ich empfehle. Vom Parkplatz aus muss man etwa 30 Minuten Fußweg einplanen. Außerdem sollte man sich mit Wasser, Verpflegung und Ähnlichem ausrüsten, da es dort keinerlei Einrichtungen gibt. Das Wasser ist ruhig, warm und sauber. Es gibt kleine felsige Ecken, in denen sich Fische tummeln, die man super mit Maske und Schnorchel beobachten kann. Wirklich ein toller Ort und nicht übermäßig besucht.