Death Valley: Die extremste Wüste Nordamerikas
Am 10. Juli 1913 kletterte das Thermometer in Furnace Creek auf 56,7 Grad Celsius. Dieser Hitzerekord wurde bis heute weltweit nicht übertroffen. Trotz dieser Bedingungen zieht die kalifornische Wüste jährlich hunderttausende Besucher an, die ihre goldenen Dünen, bunten Canyons und weißen Salzpfannen sehen wollen, die fast außerirdisch wirken.
Warum einen Abstecher in das Death Valley machen?
Der Death Valley Nationalpark trägt seinen Namen zu Recht: Er ist der heißeste, trockenste und tiefste Ort Nordamerikas. Das Badwater Basin liegt 86 Meter unter dem Meeresspiegel und ist der tiefste Punkt des Kontinents. In diesem 13.600 Quadratkilometer großen Wüstenbecken leben dennoch über 1.000 Pflanzenarten und eine Tierwelt, die sich perfekt an das extreme Klima angepasst hat.
Pioniere, die sich 1849 auf dem Weg zum Goldrausch verirrt hatten, gaben dem Tal nach wochenlangem Umherirren diesen düsteren Namen. Einer der Überlebenden soll beim Verlassen des Tals noch ein "Goodbye, Death Valley" gemurmelt haben. Das Gebiet wurde 1933 zum National Monument und 1994 zum Nationalpark erklärt. Heute setzt sich der Park zudem für den Schutz des Nachthimmels ein, was ihn zu einem erstklassigen Ort für Sternenbeobachtungen macht.
Die wichtigsten Landschaften
Badwater Basin und die Panoramastraße
Hier knirscht die Salzkruste bei jedem Schritt unter deinen Sohlen. Vor dir erstreckt sich eine blendend weiße Fläche bis hin zu den Panamint-Bergen. Das Badwater Basin ist ein Erlebnis für die Sinne: absolute Stille, gleißendes Licht und die raue Struktur der Salzpolygone, die durch Verdunstung entstanden sind. Ein Schild an der Felswand hinter dem Parkplatz markiert den Meeresspiegel, der hier fast 90 Meter über deinem Kopf liegt.
Artist's Palette und Artist's Drive
Diese 14 Kilometer lange Rundfahrt schlängelt sich durch Hügel mit unwirklichen Farbtönen. Durch die Oxidation vulkanischer Metalle schimmert das Gestein in Grün, Rosa, Violett und Gelb. Die Farben kommen am späten Nachmittag am besten zur Geltung, wenn die tiefstehende Sonne die Kontraste verstärkt. Am Hauptaussichtspunkt gibt es einen Parkplatz und Trockentoiletten.
Zabriskie Point und die Badlands
Bei Sonnenaufgang verwandelt sich dieser Aussichtspunkt in ein Naturschauspiel. Die ersten Strahlen modellieren die erodierten Kämme erst in Gold, dann in Kupfer. Die darunterliegenden, über Jahrtausende ausgewaschenen Badlands offenbaren ockerfarbene und beige Schichten. Der Parkplatz ist nur wenige Gehminuten vom Aussichtspunkt entfernt.
Mesquite Flat Sand Dunes
Diese Dünen dienten als Kulisse für Star Wars, um den Planeten Tatooine darzustellen. Mit ihren bis zu 60 Meter hohen Sandbergen sind sie ein ideales Motiv für Fotografen, besonders bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wenn lange Schatten jede Welle im Sand betonen. Der Wind glättet die Spuren über Nacht. Wenn du früh kommst, findest du unberührte Sandkämme vor. Die höchste Düne liegt etwa 1,5 Kilometer vom Parkplatz entfernt.
Tipp vom Experten: Plane den Sonnenaufgang an den Mesquite Dunes und den Sonnenuntergang am Dante's View ein. Dieser Aussichtspunkt auf 1.669 Metern Höhe bietet einen weiten Blick über das gesamte Tal und erlaubt bei klarem Wetter den gleichzeitigen Blick auf den tiefsten Punkt und den Gipfel des Mount Whitney.
Überleben im Death Valley: Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Die Hitze fordert im Park jedes Jahr zwischen ein und drei Todesopfer. Nimm mindestens 4 Liter Wasser pro Person und Tag mit. Mobilfunkempfang ist so gut wie nicht vorhanden. Tanke unbedingt vor der Einfahrt voll, da die Tankstellen in Furnace Creek und Stovepipe Wells sehr teuer sind und die Entfernungen oft unterschätzt werden. Vermeide Wanderungen zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr von Mai bis September. Dein Auto sollte in einwandfreiem Zustand sein, da überhitzte Motoren und Reifenpannen auf den abgelegenen Pisten keine Seltenheit sind.
Das Dark Sky Festival findet Anfang März statt und bietet Astronomievorträge, Nachtfotografie-Kurse und geführte Touren, um den klarsten Sternenhimmel Kaliforniens zu erleben.
Öffnungszeiten
*Angaben können sich ändern
Ich finde, dass das Death Valley zu den schönsten Orten gehört, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Wüstenlandschaften, so weit das Auge reicht, absolut majestätische Aussichtspunkte und jede Menge völlig unterschiedliche Orte, die man gesehen haben muss: Wanderungen durch Canyons, Sanddünen, unglaubliche Felsformationen, ausgetrocknete Seen... Mein Favorit wird wohl immer Dante's View bleiben, von wo aus man das Badwater Basin überblickt. Selbst Ende Oktober war es beim Wandern schon ordentlich warm, ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es im Sommer ist! Schaut im Besucherzentrum in Furnace Creek vorbei, dort bekommt ihr alle wichtigen Informationen für euren Besuch!